Schuhe

Bezeichnung: Damenschuhe, Paris, 19. Jahrhundert

Hersteller: Thévenet de Paris

Länge: 24,5 cm

Breite: 6,5 cm

Höhe: 5,5 cm

Material: Lackleder; Seide, Glacéleder, Leinen
Sammlung: Kulturhistorische Sammlung, UMJ

 

Die Gerbung dient der Herstellung des Leders, das dann weiter zu Schuhen, Taschen und Kleidung verarbeitet wird. Die Gerbung verhindert die Zersetzung der Häute und gibt ihnen Stabilität. Wegen der unangenehmen Gerüche und des hohen Wasserbedarfs war die Gerberei in eigenen Vierteln angesiedelt. Diese lagen nach Möglichkeit in der Nähe des Wassers. Obwohl das Gerberhandwerk wichtig für die Ledergewinnung war, hatte es vor allem wegen der damit verbundenen starken Geruchsentwicklung einen schlechten Ruf.

 

Herstellung

Bei der Lederherstellung werden die frischen Häute zuerst in Wasser eingeweicht und dann getrocknet. Dem folgt das Äschern: Die Häute werden dazu in Bottiche mit Kalk und Pottasche eingelegt. Auf dem Schabebaum entfernt man die gelockerten Haare sowie Fleisch- und Fettreste. Das Ergebnis ist eine bearbeitete Haut, die als Blöße bezeichnet wird. Der eigentliche Gerbprozess ist das zeitintensive Einlegen der Blöße in eine sogenannte Lohe (= Blätter und Baumrinde). Nach einem Auswaschen und Trocknen wird das fertige Leder zugerichtet. Es wird unter anderem geglättet, gefalzt, gespalten und die Ränder werden abgeglichen.

 

Wenn Arbeit krank macht

Bei der Herstellung feiner Lederwaren wird die körperliche Überbeanspruchung selten bedacht. Doch mit der Produktion von Dingen sind oft Berufskrankheiten verbunden. Bereits das Gerben wirkte sich früher negativ auf die Gesundheit aus. Die Gerber waren stets giftigen Substanzen und Feuchtigkeit ausgesetzt. Der Arzt Johann Christian Gottlieb führte 1780 Krankheiten von Gerbern auf die „Fäulnis der Substanzen“, die schlechte Luft und das faule Wasser zurück. Dem Gerben folgte das Schneidern und Schustern. Einige Objekte wurden noch zusätzlich gefärbt. Im Schneiderhandwerk hat man häufig die krumme Haltung der Handwerker belächelt. Beim Färben konnte die Haut durch die Verwendung giftiger Mittel angegriffen werden.

 

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

 

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