Harnisch

Bezeichnung: Harnisch, Nürnberg, 1577/78

Höhe Rückenplatte: 42,2 cm

Höhe Brustplatte Mitte: 35,8 cm

Höhe Brustplatte Ränder: 38,6 cm

Breite: 36 cm

Material: Eisen

Sammlung: Landeszeughaus, UMJ

 

Die Hochphase der Produktion von Harnischen war zwischen der Mitte des 16. und 17. Jahrhunderts. In dieser Zeit kaufte das landschaftliche Zeughaus in Graz Harnische nicht nur von heimischen Plattnerbetrieben, sondern bezog seine Ware zeitweise auch aus Nürnberg und Augsburg.

Herstellung

Für die Herstellung von Harnischen wird ein vorgewalztes Harnischblech verwendet, das mit Blechscheren zugeschnitten und schließlich durch Hämmern über einem Holzmodel in Form gebracht wird. Danach folgt die Feinarbeit mit Feilen und Reibeisen. Für die Befestigung von Nieten und Riemen werden Löcher gebohrt bzw. durchgeschlagen.

 

Test vor Kauf

Für das Grazer Zeughaus wurde nichts gekauft, das nicht zuvor getestet wurde. Die Harnische und Schilde wurden dabei einer Beschussprobe unterzogen. Aus einer Distanz von ca. 30 Schritten wurde mit einer Handfeuerwaffe auf sie geschossen. Der Test galt als bestanden, wenn die Kugel das Metall nicht durchschlug. Erst daraufhin erhielt der Plattner eine Bezahlung. Selten, aber doch, gab es auch Plattnerinnen. Waffen aus Augsburg und Nürnberg wurden als „beschussfrei“ bezeichnet. Ihre auf der Brust gestanzten Marken garantierten die Hochwertigkeit der Produktion.

 

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

 

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