Deckelbüchse

Bezeichnung: Deckelbüchse, Steiermark, 19. Jahrhundert

Höhe: 17,5 cm

Durchmesser: 12,4 cm

Material: Kirschbaumholz

Sammlung: Kulturhistorische Sammlung, UMJ

 

Drechseln erfordert viel Feingefühl und Augenmaß. Es ermöglicht, unterschiedliche Materialien zu bearbeiten. Im Laufe des 16. Jahrhunderts verbreitete es sich an den europäischen Höfen. So ließen sich auch die Kaiser Maximilian I. (1459–1519) und Ferdinand III. (1608–1657) von angesehenen Fachleuten in dieser Kunst ausbilden. Sie richteten sich in ihren Residenzen eine Drehbank ein. Die gedrechselten Objekte wurden häufig weiterverschenkt.

Technik

Beim Drechseln wird das Material auf einer Drehbank fixiert. Die Drehung erfolgt manuell oder mechanisch. Das sich drehende Werkstück wird durch das Auflegen des Schneidewerkzeugs bearbeitet.

 

Erschaffen und beherrschen

Unsere Deckelbüchse wurde der Überlieferung nach von Erzherzog Johann (1782–1859) gedrechselt. Damit steht er in der Tradition seiner Familie, in der oft ein Handwerk erlernt wurde. Das Drechseln war mehr als nur ein adliges Hobby. Es war auch eine Form der Öffentlichkeitsarbeit, denn das Drechselhandwerk symbolisierte die Regierungskunst. Der drechselnde Souverän war ein Herrscher, der sich nicht bloß der Muße hingab. Er war ein Schöpfer, der schöne und vollkommene Objekte hervorbrachte.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
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