Schwimmen

Schon in der Antike zählt Schwimmen zu den beliebtesten Aktivitäten an einem heißen Sommertag: Man schwimmt – bevorzugt unbekleidet – im Fluss, im Meer oder im eigenen Pool. Wohlhabende Menschen, wie zum Beispiel der römische Senator Plinius der Jüngere, besitzen sogar ein Schwimmbecken mit Meeresblick. Archäologische und literarische Zeugnisse der antiken Schwimmbegeisterung gibt es in großer Zahl.

 

Auch die vielen Fluss- und Meeresgötter, die die Gewässer der antiken Mythologie bevölkern, bezeugen die Faszination für das Wasser, das ganz im Sinne des athletischen Ideals auch ein Element des Sports ist. Der Gesundheitsaspekt des Wassers ist schon in der Antike bekannt. So empfiehlt der römische Dichter Horaz, bei Schlaflosigkeit dreimal über den Tiber zu schwimmen.

 

Mit dem Christentum und seinen neuen, strengeren Moralvorstellungen gerät das Schwimmen in Verruf: Man sorgt sich um die guten Sitten. Trotzdem lassen sich die Menschen nicht davon abhalten. Moralapostel aller Richtungen reagieren darauf mit Verboten. In Graz schwimmt man direkt vor der Stadt in der Mur, „wo sich Burschen gantz bloß auszieheten und ohne Scheuch zu höchsten Sacandalum sich badeten“ – 1710 bereitet ein Verbot diesem Vergnügen ein Ende.

 

Populär wird das Schwimmen, als Ärzte die Heilkraft des Badens im Wassers anpreisen und der positive Effekt des Schwimmens auch bei der Ausbildung der Soldaten erkannt wird. Immer mehr Menschen steigen ins Wasser der Flüsse, Teiche und Meere. Der positive gesundheitliche Effekt ist dabei oft ein Vorwand für ein ausgedehntes Vergnügen. Der Großteil der Bevölkerung nutzt zum Baden und Schwimmen die entstehenden Fluss- und Seebäder. Künstler, exzentrische Aristokraten, Abenteurer und besonders Mutige bevorzugen auch heute noch das ungezähmte Wasser der Meere, Seen und Flüsse.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Di-So, Feiertag 10 - 18 Uhr

 

6. Juni 2022
15. August 2022
26. Dezember 2022

24. bis 25. Dezember 2022