Flussbad

Das 18. Jahrhundert bringt eine Hinwendung zur Natur und auch das Element Wasser erfährt eine Umdeutung. Wird es im Zeitalter des Barock noch als schädlich und Krankheiten übertragend angesehen, steigt sein Ansehen mit der Aufklärung: Wasser gilt nun als gesund – nicht nur als Getränk, sondern auch in Form des Bades. Im Gefolge dieser neuen Sichtweise entstehen an den Küsten Europas See- und im Binnenland Flussbäder. Eine Kur am Meer können sich allerdings nur wenige leisten. Seebädern wohnt daher stets auch etwas Exklusives inne. Flussbäder hingegen entstehen vornehmlich im urbanen Raum und ihre Nutzung ist für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich.

 

Je nach den örtlichen Gegebenheiten nehmen Flussbäder eine andere Gestalt an: Es gibt etwa Flöße, die mit Aufbauten im Fluss oder am Ufer verankert werden, oder Flussabschnitte, die zum Schwimmen und Baden mit entsprechender Infrastruktur ausgestattet sind. Bauten an Land füllt man mit abgeleitetem Fluss- oder Kanalwasser. Zu letzterem Typ gehört die 1839 gebaute, nördlich der heutigen Keplerbrücke gelegene Militärschwimmschule in Graz, die mit Wasser aus dem Mühlgang gespeist wird. Ab den 1850er-Jahren gibt es dort auch eine eigene, wenngleich kleine Abteilung für Frauen. Die Militärschwimmschule besteht bis 1978. Viele, die dort Schwimmen lernten, berichten vor allem vom kalten Wasser, das zwar zwei bis drei Grad wärmer als jenes der Mur war, aber trotzdem nicht mehr als 20 °C erreichte.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Di-So, Feiertag 10 - 18 Uhr

 

6. Juni 2022
15. August 2022
26. Dezember 2022

24. bis 25. Dezember 2022