Für eine Rückkehr zur nachhaltigen Nutzung des Autos hat Jakob Glasner das Zündsystem seines Škoda technisch umgebaut und die Sitzsensoren über einen Arduino mit einer Sicherung verbunden. Losfahren geht erst, wenn die Auslastung stimmt. Eine ursprünglich für den Komfort gedachte Funktion wird so zur Voraussetzung für Kooperation. In der Praxis funktioniert das so: Auf dem Dach vom OMNICAR zeigt ein LED-Panel das jeweilige Fahrtziel und macht eine private Route zu öffentlicher Information. Im Wagen weist ein beleuchtetes Schild mit der Aufschrift „UNTERLAST“ darauf hin, dass zu wenige Personen mitfahren. Solange das Auto nicht ausreichend besetzt ist, bleibt die Zündung gesperrt. Kommunikation und gemeinsames Fahren werden damit zur Voraussetzung für Mobilität.
Aufgewachsen auf dem Land als Sohn sogenannter „fossiler Nomaden“ – seine Eltern verbrachten täglich viele Stunden im Auto – war individuelle Mobilität für Glasner keine Lifestyle-Entscheidung, sondern Notwendigkeit. Heute lebt er in der Stadt und nutzt selbst ein Carsharing-Modell. OMNICAR entsteht aus dieser Spannung zwischen Abhängigkeit und neuen Möglichkeiten.
OMNICAR ist weder ein Mobilitätsservice noch ein Verbot. Es ist eine interaktive Intervention in die Funktionslogik des Automobils – ein Versuch, von der durch die Petro-Moderne geprägten Gewohnheit der individuellen Mobilität abzurücken und dort, wo es möglich ist, das Teilen neu zu lernen.