Schicksalsjahr 1938. Der Tempel brennt

Oder: Wie ein Verbrechen gegen die Menschheit begann

08.11.2018 17:00


Kosten: Eintritt frei
Ort: Auditorium

Schon in den letzten Jahrzehnten der Donaumonarchie war das politische Klima in Graz geprägt von völkischem Nationalismus und Antisemitismus. Der Weg zur „Stadt der Volkserhebung“ zeichnete sich ab, in der bereits im Februar 1938 Auslagen von jüdischen Geschäften zertrümmert wurden. Bald nach dem „Anschluss“ wurden Juden halbnackt durch die Straßen getrieben und gezwungen zu schreien: „Heil den Nazis, die Österreich vom Judenjoch befreit haben.“ Der Terror eskalierte am 9. November:

 

In der propagandistisch als „Reichskristallnacht“ bezeichneten Aktion wurde auch in Graz die Synagoge geschändet. Es kam zu Gewaltexzessen, erste Transporte gingen nach Dachau.

„Rassisch Minderwertige“ mussten die Stadt verlassen oder hatten schon früher den bitteren Weg in die Emigration angetreten, wie Otto Loewi, Nobelpreisträger für Medizin, oder der Rechtsanwalt Robert Spira und seine Frau, die Schriftstellerin und Malerin Mela Hartwig. In ihrem Londoner Exil verarbeitete sie die dramatischen Ereignisse, von denen sie Kunde erhalten hatte: „Der Tempel brennt“.

 

Die Reichspogromnacht des November 1938 hatte den Boden für die nun forcierte wirtschaftliche und physische Vernichtung der steirischen Juden aufbereitet. Ein nie da gewesenes Verbrechen gegen die Menschheit begann.

 

Collage von Gerhard M. Dienes

Einführung von Peter Peer

Mit Ninja Reichert und Gerhard M. Dienes, Musik: Peter Kunsek

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