Schiffskapitän Wüllersdorf

Foto: N. Lackner/UMJ

Künstler: Josef Kriehuber

Leben: Wien 1800–1876 Wien
Datierung: 1843
Technik: Lithografie auf Papier
Maße: 55,2 x 36,9 cm
Besitz: Neue Galerie Graz
Inventarnummer: II/17098

Bernhard Freiherr von Wüllerstorf-Urbair (Triest 1816–1883 Gries bei Bozen)

Der österreichische Vizeadmiral und k. k. Handelsminister Bernhard Freiherr von Wüllerstorf-Urbair (auch von Wüllersdorf-Urbair) wurde am 29.1.1816 in Triest geboren. Nach dem Gymnasium trat er 1828 in die Kadettenschule in Tulln ein, 1833 wurde er zur Marine versetzt. 1839 erfolgte seine Beförderung zum Linienschiffsfähnrich, wodurch sich ihm die Gelegenheit bot, der Sternwarte in Wien zugeteilt und dort von bekannten Astronomen unterrichtet zu werden. Anschließend wurde er Leiter der Marinesternwarte in Venedig und unterrichtete an der dortigen Marineakademie.

 

Wüllerstorf-Urbair sorgte dafür, dass Deutsch zur neuen Kommandosprache wurde und führte ein neues Signalsystem ein. 1849 beförderte man ihn zum Korvettenkapitän, ab 1854 war er Linienschiffskapitän sowie Kommandant der Fregatte „Venus“. 1855 wurde er Berater des neuen Marinekommandanten Erzherzog Ferdinand Max, den er für den Plan einer Weltumsegelung gewinnen konnte. Diese von Wüllerstorf-Urbair geplante Expedition, die er als Commodore der Fregatte „Novara“ persönlich befehligte, dauerte vom 30.4.1857 bis zum 26.8.1859. Nach seiner Rückkehr wurde er von Kaiser Franz Joseph I. in Wien empfangen und in den Freiherrenstand erhoben. Durch die Weltumsegelung konnten zahlreiche Forschungsergebnisse erzielt und die Sammlungen der Wiener Museen bereichert werden.

 

Nach einem Einsatz vor Sizilien gegen Garibaldi wurde Wüllerstorf-Urbair 1861 zuerst Konteradmiral, dann Vertreter des Marinekommandanten beim Reichsrat in Wien und anschließend Hafen- und Festungskommandant in Pola. 1865 übernahm er das k. k. Handelsministerium und sorgte unter anderem für den Ausbau des österreichischen Eisenbahnnetzes, die Einführung metrischer Maße und Gewichte in Österreich und den Ausbau des Hafens in Triest. Nach dem „Österreichisch-Ungarischen Ausgleich“ 1867 musste er zurücktreten. Am 10.8.1883 verstarb Wüllerstorf-Urbair in Gries bei Bozen.

Neue Galerie Graz

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