medienblock-richard-kriesche

03.06.-02.10.2016 10:00-17:00


Eröffnung: 02. Juni 2016

Im Rahmen von Colours of Cooperation | Ecsite Annual Conference, 7.–11. Juni 2016

Kuratiert von: Günther Holler-Schuster

Ort: Neue Galerie Graz, 1. Obergeschoss


2013 konnte das Universalmuseum Joanneum ein Kompendium mit etwa 60 Arbeiten von Richard Kriesche für die Sammlung der Neuen Galerie Graz sichern: Abgeschlossene Kunstwerke sowie ergänzende Materialien, Skizzen, Fotografien, Plakate und wichtige Pressemeldungen ergeben insgesamt einen umfassenden Überblick der Zeit von etwa Mitte der 1960er-Jahre bis heute. Kriesches Werk widerspiegelt einen grundlegenden Erneuerungsprozess in der bildenden Kunst und parallele Entwicklungen in Wissenschaft und Gesellschaft – diese vielschichtigen Entwicklungen werden nun erstmals institutionell zusammengefasst, aufgearbeitet und im Rahmen einer Ausstellung vermittelt.

 

Der Gedanke des Forschens im Kontext der bildenden Kunst

Richard Kriesche hat bereits in seinen Anfängen innerhalb der konkreten Kunst erkannt, dass ein Bild aus Daten besteht und dass darin auch eine zentrale Expansionsmöglichkeit begründet liegt. „Visuelle Forschung“ als inhaltliche Forderung und Begrifflichkeit trägt derartige Erweiterungsgedanken in sich. Der Gedanke des Forschens im Kontext der bildenden Kunst führt hin zu einer programmierbaren, analytischen Kunst, die zwangsläufig in hochtechnologische Bereiche mündet. Vom Video bis zum Computer vereinigen sich alle Potenziale der maschinenunterstützten Generierung und Übertragung von Bildern, und darüber hinaus ermöglichen Virtualität und Variabilität auch die Interaktion zwischen Bild und Publikum.



Der öffentliche Raum bzw. der Medienraum hatte in diesem Kontext eine größere Bedeutung als das Museum oder die Galerie: Kunst expandierte in Richtung Rundfunkanstalten, Forschungseinrichtungen, Fabriken und Bildungsinstitutionen, und auch Kriesche rückt sozio-politische und wissenschaftlich-technologische Diskurse in das Zentrum seiner Überlegungen. Das Publikum wurde dabei zum aktiven Teil des künstlerischen Geschehens.

 

Für die Institution Museum ist der medienblock-richard-kriesche eine besondere Herausforderung, denn das überwiegend temporär ausgerichtete Werk Kriesches ist physikalisch kaum fassbar. Somit versucht diese Ausstellung auch, einen verborgenen Prozess sichtbar zu machen, der besonders für Richard Kriesche eine große Rolle spielt: „diese ausstellung ist die dokumentation eines arbeitsvorganges. der arbeitsvorgang ist jederzeit reproduzierbar. (…) die dokumentation ist das kunstwerk.“ (R. Kriesche über die Ausstellung videopräsentation 1, Innsbruck 1972)

Das Werk Richard Kriesches in der Sammlung der Neuen Galerie Graz

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Projektwebsite



Bildergalerie zur Ausstellung

Zahlensysteme

In Richard Kriesches Werk spielen Zahlen eine besondere Rolle: Er arbeitet mit numerischen Codes, exakten Messungen, Größen- und Zahlenverhältnissen. Schon in seinen abstrakten Bildern der 1960er-Jahre ist er nicht um Schönheit bemüht oder darum, subjektive Stimmungen zu vermitteln. Vielmehr veranschaulicht er eine systematische Herangehensweise an die Kunst, wenn er mit geometrischen Formen oder mit den Primärfarben Gelb, Rot und Blau arbeitet. Schon diese frühen Werke deuten das Naheverhältnis von Kunst und wissenschaftlicher Forschung an, das in seinen späteren Arbeiten noch klarer zutage treten wird.

 

Wie Experimente der wissenschaftlichen Forschung, finden auch einige Installationen Kriesches unter räumlich und zeitlich klar definierten Bedingungen statt. Mit analysierendem, forschendem Blick will seine Kunst neue Zugänge zur Welt ermöglichen. 

Richard Kriesche, Zwei Blätter aus der Serie "numerische systeme", 1964-69, Buntstift auf Papier, Detail

Kurzbiografie

Richard Kriesche, Foto: UMJ
  • Geboren 1940 in Wien, lebt und arbeitet in Graz.
  • 1963: Studienabschlüsse in Grafik und Malerei (Akademie der bildenden Künste Wien) und Kunstgeschichte (Universität Wien); Lehrtätigkeit an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Graz.
  • 1970/71: Studienjahr am UCL in London.
  • 1983/84: DAAD-Künstlerprogramm in Berlin.
  • 1985/86: Forschungsaufenthalt in den USA.
  • Seit 1988: Wechselnde Lehrtätigkeiten, u. a. an der TU Wien, der Hochschule für Gestaltung in Offenbach/Main, der École Supérieure des Beaux Arts in Paris.
  • 1996: Stv. Leitung im Referat Wissenschaft und Forschung der Steiermärkischen Landesregierung.
  • 1997: Leiter des Referats für Wissenschaft und Kunst im „foku“ der Steiermärkischen Landesregierung.
  • Seit 1999: Europäische Kommission für „policy development in the culture sphere“.
  • 1999–2003: Mitglied des Programmarbeitskreises Kulturhauptstadt Graz 2003.
  • 2007: Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich. Teilnahmen an der Biennale di Venezia (34., 42., 46.) und der Documenta in Kassel (6., 8.).

 

 

Audioguide und Presseberichte

Neue Galerie Graz

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8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

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