Ida Maly (1894–1941)

Eine Außenseiterin der Moderne

22.07.-18.09.2005


Eröffnung: 21.07.2005, 19 Uhr
Kuratiert von: Anna Lehninger, Günther Holler-Schuster

Ort: Hofgalerie der Neuen Galerie Graz


Als das Werk der aus Graz (geb. 1894) stammenden Künstlerin Ida Maly in der Ausstellung "Moderne in dunkler Zeit" 2001 in der Neuen Galerie Graz erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentiert wurde, waren diese Arbeiten, bis auf wenige Ausnahmen, unbekannt. Ihre Biografie, ihre künstlerische Entwicklung und ihr tragisches Schicksal lassen sie uns heute auf vielfache Weise als Außenseiterin wahrnehmen - auch als eine Außenseiterin der Moderne. Im Be- und Gedenkjahr 2005 gibt es viel zu feiern, es gibt jedoch wohl auch sehr vieles, das Teil einer unsagbaren Tragödie ist. Als moderne Künstlerin, die an Schizophrenie litt, war Maly doppelt gefährdet. Ihre eigenständigen Arbeiten gelten heute als höchst qualitätsvolle Beispiele sogenannter "zustandsgebundener Kunst". Ihre Kunst ist jedoch auch Spiegelbild der politischen Verhältnisse, in der sie zu existieren verurteilt war.

Das Werk der Grazer Malerin und Grafikerin Ida Sofia Maly war seit dem Tod der Künstlerin vergessen und auch zu Lebzeiten Malys kaum bekannt. Erst in den letzten Jahren wurden ihre Portraits und Aktdarstellungen wieder entdeckt, die eine außerordentliche Bereicherung der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts darstellen.

Ida Maly wuchs in Graz auf und verbrachte den Großteil ihres Lebens in so unterschiedlichen Städten wie München, Paris und Wien, wo sie zahlreiche Anregungen und Eindrücke für ihr Werk aufnahm. Vor allem die Werke der Alten Meister und die Neue Sachlichkeit sind für viele Arbeiten prägend, dabei verband Ida Maly die verschiedenen Impulse immer mit ihrer eigenen Bildsprache. Seit 1928 war Ida Maly in der Grazer Psychiatrie "Am Feldhof", der heutigen Landesnervenklinik Sigmund Freud, als Schizophrene interniert. Dort schuf sie ein beeindruckendes Spätwerk, das eine stilistische Neuschöpfung darstellt. 1941 wurde die Malerin, wie auch tausende andere Psychiatriepatienten, im Zuge des "Euthanasie"-Programms der Nationalsozialisten in Schloss Hartheim bei Linz ermordet.

Ihr Werk, das trotz ihrer existentiellen und sonstigen Nöte außerordentlich vital wirkt, trägt sehr viele Ansätze in sich, die sich später erst würdigen ließen. Sie hat durch ihren Stil, der oft an Karikaturen und Comics erinnert, eine Nähe zur Populärkultur. In der Verbindung von illustrativen, narrativen Elementen und der Formensprache der Outsider Art, die ihr Spätwerk dominiert, liegt letztlich die Spannung und Aktualität von Ida Malys Kunst.

Neue Galerie Graz

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