Sylvia Wagner-Weger

Schwamm drüber

15.11.-08.12.1996


Eröffnung: 14.11.1996, 19 Uhr
Kuratiert von: Christa Steinle

Ort: Studio der Neuen Galerie Graz


In ihrer jüngsten Werkgruppe “Soft town“ betitelt, entwickelt Sylvia Wagner-Weger im Studio der Neuen Galerie ihre Vorstellungen eines neuen Modells der Stadt weiter. Aus buntem Schwammtuch konstruiert sie variable Objekte in Form kleiner zusammengetackerter Boxen, die sie mit Textfragmenten versieht und montiert diese an die weißen Wände der Ausstellungsbox. Ihre weichen, mobilen Objekte vermitteln eine Ästhetik des Ineinanderschachtelns, Verschiebens und Verdichtens des Raumes und liefern so eine Kontur der künftigen Architektur. Sie baut Miniaturstädte aus minderwertigem Material in die vorhandene Architektur ein, der traditionelle Ort (site) wird um Nebenschauplätze (para-sites) erweitert. Bei dieser Dematerialisierung der Architektur und Skulptur, bei dieser Aufhebung der physikalischen und lokalen Definition des Raumes, hilft ihr die Schrift. Das besonders spezifische aber in dieser Dialektik von Präsenz und Absenz, Materialität und Immaterialität, von Architektur und Skulptur, ist aber nicht so sehr die Wahl der Sprache, sondern die Wahl des Materials, nämlich der armseligen Schwammtücher als Membran. Diese von Sylvia Wagner-Weger verwendeten Schwammtücher bilden bekanntlich ein unerlässliches Instrument der hausfraulichen Arbeiten wie Abwaschen, Putzen, Reiben, Schrubben, Polieren, untergeordnete weibliche Tätigkeiten im Rahmen des aufwendigen Feldes von Haushaltsführung.

Sylvia Wagner- Weger engagiert sich auf künstlerische Weise für die schwierige gesellschaftliche Aufgabe der Gleichberechtigung der Frau. Sie kritisiert in ähnlicher Weise wie Rosemarie Trockel in ihren Herdskulpturen oder Herdplattenbildern die tradierten festgelegten Geschlechtsstereotypen, die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern. Durch die künstlerische Wahl des Materials und die textuellen Elemente thematisiert Sylvia Wagner-Weger die verborgenen Mechanismen der Macht und der Unterdrückung im häuslichen Ambiente.

Neue Galerie Graz

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