Leopold Kessler

Graz

29.07.-10.09.2006


Eröffnung: 28.07.2006, 19 Uhr
Kuratiert von: Günther Holler-Schuster

Ort: Studio der Neuen Galerie Graz


Leopold Kesslers meist im öffentlichen Raum stattfindende Interventionen stehen eng in Verbindung mit einem sehr erweiterten Begriff von Skulptur. Der performative Charakter und die Handlung des Künstlers sind dabei das zentrale Anliegen.

Kunstströmungen wie Fluxus, Happening oder Aktionskunst haben seit den 1960er Jahren den Kunstbegriff stark verändert. Unter dem Eindruck derartiger Bewegungen und der fortschreitenden Entwicklung technischer Möglichkeiten kann Skulptur heute Installation, multimediale Performance, rein sprachliche Äußerung oder sogar ein sozialer Prozess sein. Die Form der Handlung - oft mit Partizipation des Publikums, das nicht notwendigerweise darauf vorbereitet sein muss - ist sicherlich als die radikalste Konsequenz der erweiterten Skulptur anzusehen.

An diesem Punkt beginnt Leopold Kesslers (*1976) Kunstpraxis. Indem er den öffentlichen Raum als Schnittstelle zwischen Privatheit und Öffentlichkeit sowie in der Folge zwischen Virtualität und Realität thematisiert, hinterfragt er letztlich auch die Gültigkeit dieser Zuweisungen. In seinem Fall ist nicht das urbane Ödland, das durch bauliche oder andere Unbenutzbarkeiten entsteht, das Handlungsfeld, sondern der öffentliche Ort mit dem öffentlichen Leben. Kesslers Arbeiten sind meist Eingriffe, die durch geringfügige Veränderungen der Strukturen bzw. Einrichtungen des öffentlichen Lebens erzielt werden. Das Funktionieren einer geregelten Infrastruktur (z.B. Energiequellen, Hinweisschilder, Verkehrsschilder, Stadtmöblierung etc.) ist Bestandteil in einem Netz von selbstverständlichen Regelmäßigkeiten, die einerseits gesellschaftliches Zusammenleben ordnen und damit erleichtern sollen; andererseits sind diese aber auch Zeichen einer kontrollierbaren Öffentlichkeit, die Besitz- und Machtverhältnisse anzeigen. Durch die Störung dieser Ordnungen versucht Kessler, die Versprechen und Drohungen des Staates auf die Probe zu stellen. Auf ironischanarchische Weise greift der Künstler in ein Gefüge ein, das unter dem Deckmantel der Sicherheit und des Schutzes der Bürger auch als Einschränkung empfunden werden kann. Diese Maßnahmen hinterfragen die gesetzlichen Grenzen und binden den meist unvorbereiteten Stadtbewohner selbst als Teil des kreativen Aktes ein.

Wenn in diesem Sommer also in Graz die Straßenlichter nachts zu blinken beginnen oder das Wasser des Brunnens am Hauptplatz über die Beckenränder hinausspritzt, wird man sich über die näheren Details in der Ausstellung "GRAZ" von Leopold Kessler im Studio der Neuen Galerie informieren können.

Neue Galerie Graz

Joanneumsviertel, Zugang Kalchberggasse
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten

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