Manuel Gorkiewicz

20.11.2008-18.01.2009


Eröffnung: 19.11.2008, 19 Uhr
Kuratiert von: Anke Orgel

Ort: Studio der Neuen Galerie Graz


Die Thematisierung künstlerischer Parameter als Kennzeichen der Avantgarde, ihre inhaltlichen und formalen Lösungsvorschläge, liefern Manuel Gorkiewicz Denkanstöße, doch werden die „alten" Ideen häufig ironisch gebrochen und erhalten einen spielerischen Mehrwert.
Gorkiewicz befragt das viel strapazierte „Betriebssystem Kunst" und ermöglicht ungewöhnliche Perspektiven durch divergierende Antworten.

Es wird der Versuch unternommen, die Vorgaben für eine konventionelle Ausstellung mit Bildern im musealen System zu erfüllen. Jene „Bilder" entsprechen in ihrer Objekthaftigkeit und Ausdehnung in den Raum dem erweiterten Bildbegriff der Avantgarde und betrachten diese doch aus offenkundiger Distanz.
Im Rückgriff auf die Assemblage und das museale Präsentationsprinzip mit Schaukästen werden Plexiglasboxen zu Trägern von Dingen des Alltags. Diese Unbeschwertheit des Umgangs mit der Kunstgeschichte aus heutiger Perspektive führt zu Antworten, die über jene immer wiederkehrenden, generell nach wie vor legitimen Fragen nach den existenziellen Rahmenbedingungen von Kunst, nach Authentizität und Qualität, hinauszielen. So greift Gorkiewicz etwa formal auf Bildobjekte der 1960er Jahre zurück und erweitert durch die Verwendung von speziellen Materialien - Parkettbodenholz und Gitarrensaiten - das Aussagepotential der entstandenen Figuren: Sie erinnern formal an Frank Stellas Shaped Canvas und gleichzeitig an Gitarrendesign. Und nicht bloß Schnüre vermessen als minimalistische lineare Skulpturen die Parameter Raum und Zeit, sondern Girlanden, deren Einsatz überdies eine jahrhundertelange Tradition in der Kunstgeschichte hat, verspannen sich zwischen Decke und Boden und verknüpfen damit elementare Funktionen mit individuellen Erfahrungswerten.
In einer ähnlichen Vorgehensweise entsteht auch eine Publikation, die sich abschnittsweise stilistisch dem klassischen Ausstellungskatalog anzunähern versucht und die gleichzeitig mit der Einbeziehung widersprüchlicher Gestaltungselemente dieses Ansinnen unterminiert, um dadurch den Gesamteindruck zu verändern.

 

Am 16. Jänner 2009 wird um 19 Uhr im Rahmen eines Artist‘s Talks der Katalog mit einem Überblick der bisherigen Arbeiten Manuel Gorkiewicz‘ präsentiert.

Neue Galerie Graz

Joanneumsviertel
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr (ab 2. Jänner 2022: 10 - 18 Uhr)


Führungen
Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung.

Öffnungszeiten der Bibliothek
Di und Do 10-15 Uhr sowie nach Vereinbarung (ausnahmsweise Abweichungen möglich)

Café OHO!
Di-Sa 10-24 Uhr

 

 

 

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