Konfluenzen & Differenzen II

Günter Brus – Alfred Kubin

18.09.-01.11.2009


Eröffnung: 17.09.2009, 18 Uhr
Kuratiert von: Birgit Prack
Ort: BRUSEUM

Das BRUSEUM in der Neuen Galerie präsentiert im zweiten Teil der Ausstellungsreihe Konfluenzen und Differenzen eine Gegenüberstellung von druckgrafischen Zyklen und Einzelblättern von Günter Brus (*1938) mit dem lithografischen Spätwerk Alfred Kubins (1877-1959) aus der eigenen Sammlung. Diese Konfrontation ergründet einerseits die Wesensverwandtschaft beider Künstler, andererseits zeigt sie zugleich hinsichtlich der formalen, technischen und inhaltlichen Umsetzung die Parallelen aber auch die Unterschiede zwischen beiden Künstlern auf.


Günter Brus beschäftigt sich seit seinen Jugendjahren sehr intensiv mit dem zeichnerischen und literarischen Werk Alfred Kubins. Vor allem die Lektüre des weltberühmten Romans Die andere Seite (1909) bildete für Brus das Initialerlebnis für die Bewunderung des „Meisters von Zwickledt", die bis heute anhält.
Kubin bevorzugte zeitlebens die Zeichnung - Feder und Bleistift waren seine unentbehrlichen Werkzeuge, um spontan seine imaginativen und visionären Phantasien zu Papier zu bringen. Sein Frühwerk (bis 1904) unterscheidet sich formal und inhaltlich deutlich von seinem häufig zu Unrecht gering geschätzten Spätwerk (ab 1909/10), zu dem die in der Ausstellung gezeigten Lithografien zählen. Diese Lithografien sind im Umdruckverfahren entstanden, d.h. Kubin hatte den Vorteil, nicht seitenverkehrt auf die Steinplatte, sondern gleich direkt auf ein präpariertes Papier in seinem Atelier zeichnen zu können. Durchaus orientiert auf breiteres Publikum und Abnehmer am Kunstmarkt, nahm Kubin die stilistische Reduktion, die durch den Umdruck entstand, in Kauf. Generell wollte er kaum näheres Interesse für die technische Umsetzung seiner Arbeiten aufbringen - während Brus heute das Experiment mit anderen druckgrafischen Techniken schätzt.


Kubin wandte sich in seinem Spätwerk vom Malerischen ab und entwickelte den für ihn charakteristisch kubinesken linearen Zeichenstil, mit dem er ländliche, volkstümliche und märchenhafte Motive mit sozialkritischem Bezug zur Darstellung brachte. Er verwies auf einflussreiche Vorbilder wie Klinger, Goya, Groux, Rops, Munch, Ensor oder Redon - Anregungen aus der Kunstgeschichte, auf die sich auch Brus gerne bezieht. 1951 erscheint Kubins Mappe Phantasien im Böhmerwald, die durch die Kombination von Bild und Text an die Bild-Dichtungen von Günter Brus erinnert. Doch während Kubin rein illustrierend vorging, kann man bei Brus nie von unmittelbaren Illustrationen, sondern vielmehr von spontanen Assoziationen sprechen. Diesbezüglich bestreitet Brus zwar nicht die Affinität zu Kubins Begabung als Zeichner und Literat, sondern äußert sich dazu etwas differenzierter, wenn er meint: „Ich bin ein Einfachbegabter, der zweifach sich äußert". (Birgit Prack)


Neue Galerie Graz

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