Phantom der Lust

Visionen des Masochismus in der Kunst

26.04.-24.08.2003


Eröffnung: 25.04.2003, 19 Uhr
Kuratiert von: Peter Weibel
Co-Kurator: Michael Farin, Christa Steinle, Elisabeth Fiedler

Kuratorische Assistenz: Peter Peer, Anke Orgel

Ausstellungsarchitektur: Manfred Wolff-Plottegg

Ort: Neue Galerie Graz und Stadtmuseum Graz


  

Zwei Klassiker der Sexualliteratur, "Venus im Pelz" (1869) und "Psychopathia sexualis" (1886), sind unmittelbar mit Graz verbunden. "Venus im Pelz" gilt als Prototyp für das Schreiben von Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) und seiner Frau Wanda und von masochistischen Phantasien allgemein. Während die Person Sacher-Masochs weitgehend in Vergessenheit geraten ist, hat das Werk nachhaltige Wirkung erlangt. Anhand des Romans "Venus im Pelz" (1869), mittlerweile ein Klassiker der Literatur, definierte der Grazer Arzt Richard Freiherr von Krafft-Ebing (1840-1902) in dem medizinischen Standardwerk "Psychopathia Sexualis" (1886) den Begriff des "Masochismus" als Bezeichnung für die Symptome einer sexuellen Spielart in der Verbindung von Schmerz und Lust. In weiterer Folge wurde der Masochismus in Film, Literatur, Philosophie, Musik und bildender Kunst Gegenstand zahlreicher Untersuchungen und Auseinandersetzungen, welche das Phänomen in seinen vielschichtigen soziohistorischen Zusammenhängen reflektieren.

Davon ausgehend wird eine Geschichte der Sexualität in der Kunst als Ausstellung konzipiert, die den Einfluss Sacher-Masochs von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart nachzeichnet. Die Ausstellung soll den künstlerischen Zugang reflektieren, nämlich wie in der Kunst die sozialen, politischen und psychoanalytischen Bedingungen des Masochismus rezipiert wurden. Der masochistische Körper, die Konstruktion der grausamen Frau, Macht-Beziehungen bzw. Masochismus als explizite Thematisierung von Macht in Beziehungen, Fetisch und Ritual als wichtige Elemente der masochistischen Inszenierung sowie Masochismus unter anderem als psychologische Beschreibungskategorie von Weiblichkeit. Die visuelle Repräsentation des Masochismus in der Kunst bezieht sich nicht auf das Sexuelle, sondern der gesamte Komplex von Strafe und Resistenz, von Überwachung und Opfer, von Immersion und Inversion, von Lust und Leid soll beleuchtet werden.

 

 

Ausstellungskatalog:

Hg. Peter Weibel, 2 Bände, 992 Seiten, reich illustriert,

München: Verlag belleville 2003

ISBN 3-936298-24-6

 

 

KünstlerInnen Expand Box

Ajamu

Claude Alexandre

Emmanuelle Antille

Nobuyoshi Araki

Charles Atlas

Christian Ludwig Attersee

Miroslav Balka

Franz von Bayros

Aubrey Beardsley

Fredie Beckmans

Hans Bellmer

Madeleine Berkhemer

Tobias Bernstrup

Gilles Berquet

Josef Beuys

Sylvie Blocher

Barbara Bloom

Monica Bonvicini

Katharina Bosse

Guy Bourdin

Pierre Bourgeade

Victor Brauner

Birgit Brenner

Olaf Breuning

Günter Brus

Noel Burch

Sophie Calle

Jacqueline Chanton

Larry Clark

Jordan Crandall

Guido Crepax

Salvador Dali

Heinrich Davringhausen

Vlasta Delimar

Wim Delvoye

Milena Dopitova

Marcel Duchamp

Nicole Eisenmann

Michel Fingesten

Leonor Fini

Bob Flanagan

Sylvie Fleury

Hideki Fujii

Shinya Fujiwara

Julio Galan

Willi Geiger

Nan Goldin

Greg Gorman

Franz Graf

Fergus Greer

Otto Greiner

Mona Hahn

Yoshifumi Hayashi

Georg Herold

John Hilliard

Rebecca Horn

Horst P. Horst

Eikoh Hosoe

Karl Hubbuch

Georges Hugnet

Alain Jacquet

Charles Francois Jeandel

Allen Jones

Birgit Jürgenssen

Mike Kelley

Anne-Mia Van Kerckhoven

Fernand Khnopff

Tania Kitchell

Jürgen Klauke

Pierre Klossowski

Doris Kloster

Oskar Kokoschka

"KOLKOZ"

Katharina Kranichfeld

Les Krims

Elke Krystufek

Alfred Kubin

Karl Kunz

Helmut Lang

Barone de Lapin

Michele Larue

Jean-Jacques Lebel

Zoe Leonard

David Levinthal

Thomas Locher

Philipp Lorca di Corcia

Heinrich Mann

Robert Mapplethorpe

Ralf Marsault

Plinio Martelli

Olaf Martens

Andre Masson

Paul McCarthy

Bjarne Melgaard

Annette Messager

Chantal Michel

Mr. Pearl

Tracey Moffat

Pierre Molinier

Morawe/Reiff

Mark Morrisroe

David Nebreda

Helmut Newton

Cady Noland

Albert Oehlen

Catherine Opie

Gina Pane

Christian Paraschiv

Maurizio Pellegrin

Roland Penrose

Raymond Pettibon

Pipifax

Sigmar Polke

Mila Preslov

Arnulf Rainer

Philippe Ramette

Man Ray

Catherine Robbe-Grillet

Felicien Rops

Gerhard Rühm

Jimmy de Sana

Otto Rudolf Schatz

Julia Scher

Rudolf Schlichter

Jacques Schumacher

Rudolf Schwarzkogler

Peter Sengl

Andres Serrano

Cindy Sherman

Flora Sigismundi

Sissi Pepe Smit

Edgard de Souza

Edda Strobl

Franz von Stuck

Jindrich Styrsky

Karel Teige

Wolfgang Tilmans

Tom of Finland

Roland Topor

Nicole Tran Ba Vang

Rosemarie Trockel

Clovis Trouille

Cy Twombly

Salla Tykkä

Raoul Ubac

Tomi Ungerer

Maurice Uzelac

Chris von Wangenheim

John Waters

Joel Peter Witkin

Neue Galerie Graz

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