Vom Sorgenkind zum Wundergreis

Bazon Brock zieht Bilanz zum 70-sten und sammelt Grabbeigaben für seine Generation

23.06.-02.07.2006



Eine Kunstausstellung unterscheidet sich von einem Theoriegelände der Ästhetik wie ein Chemielabor von einem Messestand für Kunststoffhausrat. Brock arbeitet mit den Künsten, anstatt sie bloß an die Wand zu nageln. Das Brocksche Kunstdenken eröffnet große Perspektiven. Theoreme wie "Gott und Müll" oder "Der verbotene Ernstfall" demonstrieren, wodurch man aus Beliebigkeit Verbindlichkeit schafft und aus Glaubenszweifel eine Ewigkeit baut. Die Kunst lehrt zu verehren, wovor wir uns fürchten; die Museen sind Tempel für kunstbekennende Atheisten. Brock gibt Anleitungen für Fininvests, also Investitionen ins Ende; er baut Rettungskompletts und widerruft das 20. Jahrhundert. Das sind Action Teachings der besonderen Art, deren Ziel es ist, eine bleibende Sammlung von Grabbeigaben für die 68er Generation mit Wiederauferstehungsanlage zu schaffen.

 

 

Rettungskomplett – Gorgonisiert Euch!


Die Richtung weist der Sturm aus der Zukunft, den wir Alter nennen - also immer gegen den schärfsten Wind, das zeigt den Weg. Unsere Optionen: eingraben, panzern, rückwärts gehen mit verstärkter Körpermasse (Fettleibigkeit weist auf Lebensängste, man expandiert zum Hindernis). Das sind schöne Bilder von Rettungskompletts wie Notquartiere, technische Hilfswerke, Suchhundtrupps und blütenweiße Rot-Kreuz-Schwestern. Aber die stärkste Kraft des Widerstands ist das Ja-sagen - gerade zu den schwersten Herausforderungen Ja-sagen (meinte Friedrich). Den offensichtlichen Widerstand vereinnahmt das Regime mit Toleranzpathetik - aber totale Zustimmung überwältigt. "Dienst nach Vorschrift" ist der erfolgreichste Widerstand. Die grauenerregende Gorgo wird nur durch ihre eigene Zerstörungskraft bezwungen. Das nennt man negative Affirmation oder die Revolution des Ja. In historischer Sprache: der Charme der Österreicher ist purer Widerstand.

 

 

Führungen durchs Theoriegelände der Ästhetik mit Bazon Brock
Lustmarsch täglich außer Montag ab 18 Uhr
Sonderführungen für kurzen Gewaltmarsch nach Vereinbarung

 

Festival der Zivilisationsheroen

29.06.2006, ab 15 Uhr, Grenzstation Radlpass / Radlje ob Dravi, Busfahrt ab Graz.

Anmeldung: Werkstadt Graz - 0664/3264051 / werkstadt@mur.at

Neue Galerie Graz

Joanneumsviertel, Zugang Kalchberggasse
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten

Di-So 10-17 Uhr 
 
Überblicksführungen
Sa, So, Feiertag, 14 Uhr (de), So, 11 Uhr (en). Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung.

Öffnungszeiten der Bibliothek
Di und Do 10-15 Uhr sowie nach Vereinbarung

Öffnungszeiten OHO!

Di bis Fr von 10 bis 24 Uhr
Sa 9 bis 24 Uhr
So und Feiertag 9 bis 18 Uhr

 

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