Petra Maitz

Lady Musgrave Reef

14.07.-02.09.2007


Eröffnung: 13.07.2007, 20 Uhr
Kuratiert von: Christa Steinle

ARTIST'S TALK 14: 31.08.2007, 18 Uhr, Neue Galerie Graz: Petra Maitz im Gespräch mit Christa Steinle


Für den Spiegelsaal der Neuen Galerie entwickelte die aus Graz gebürtige, in Hamburg, Wien und Triest lebende Künstlerin eine riesige Installation, die ein Korallenriff aus gehäkelten Objekten darstellt. Über mehr als zwei Jahre setzte sich Petra Maitz wissenschaftlich und künstlerisch mit dem "Lady Musgrave Riff" auseinander, das sie in einer kollektiven Expedition ins Territorium Artis transformiert.

Das Pseudoatoll "Lady Musgrave Island" ist Teil der Capricornia-Küste des Barriere-Riffs östlich von Australien und das weltweit größte Lagunenriff mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 2000 km. Petra Maitz hat ein Projekt gestartet, das wissenschaftliche, künstlerische, ökologische und biologische Aspekte vereinigt. In diesem Projekt werden Gemeinschaften der Natur und Gemeinschaften des Menschen gespiegelt.
Es ist die besondere Methode, mit welcher Petra Maitz diese Wechselbeziehung, diese Spiegelung vornimmt und ihr Projekt zum Kunstprojekt macht. Sie hat nämlich nach dem Studium der Korallenriffe und verwandter Ökosysteme einen 'Call for Cooperation' gestartet, indem sie Frauen und Männer per Inserat und gegen Bezahlung aufforderte, Korallen in freier Interpretation zu häkeln. Sie wollte ein Kunstwerk nicht als Einzelne, sondern als kollektiven Akt machen. Sie hat damit bereits Erfahrung, als sie vor einigen Jahren Menschen dazu aufforderte, Bilder von urbanen Örtlichkeiten, die sie ihnen als SW-Fotografien zur Verfügung stellte, als Stickereibilder auszuführen. Die Gemeinschaft der Stadt, die kollektive Erfahrung als urbane Erfahrung, wurde durch eine kollektive Produktion von Kunst gespiegelt.

Das Projekt über die Korallenriffe ist ebenso als Interaktion einer Vielzahl von Individuen angelegt wie auch das Korallenriff als ein System funktioniert, in dem eine Vielzahl von Individuen miteinander sowie mit der physischen Umgebung agiert. So entstand eine künstlerische Installation von farbenprächtigen handgemachten Objekten, die - auf vier schwebenden Inseln im Spiegelsaal arrangiert - einem natürlichen Korallenriff ähnelt. Dieses dreidimensionale Stillleben verweist aber nicht als Abbildung auf Korallenriffe, sondern bringt uns den gesamten Fragenkomplex der Evolution, der Ökologie, der Ästhetik und Wahrnehmung nahe.

Neue Galerie Graz

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8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

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