„Naturabstraktion“

Nach ihrer kämpferischen Phase in den 1950er-Jahren etablierte sich im folgenden Jahrzehnt mit der sogenannten „Naturabstraktion“ eine weit verbreitete und zukunftsweisende Form der Malerei und Skulptur in Österreich. Farbe und Formgebung behaupten darin ihre völlige Autonomie gegenüber dem Gegenstand, während sie zugleich verschiedene Brücken zur visuellen Wirklichkeit schlagen:

Einerseits in einer abstrakten Ableitung davon, wo die in der Natur fassbaren Farb- und Formkomplexe zu autonomen, rein künstlerisch existenten Systemen transformiert werden, andererseits durch die Assoziation der Künstler/innen, die die gegenständliche Deutung erst nach dem Malprozess vornehmen. Das Kunstwerk selbst abstrahiert dabei den Gegenstand nicht mehr im Sinne der Selektion bzw. der Konzentration auf das Wesentliche, sondern der Gegenstand bildet nur den Ausgangspunkt für eine eigenständige Bildschöpfung. Die Richtung umfasst gestische sowie konstruktive Zugänge.

Wolfgang Hollegha geht von Alltagsgegenständen aus, die ihm als Grundlage für autonome Form- und Farbgestaltungen dienen. Josef Mikl befasste sich mit Proportionen stereometrischer Körper und baute seine Kompositionen streng tektonisch auf. Oft bildete die menschliche Figur die Grundlage, was sich auch in den Bildtiteln zeigt. Markus Prachensky wandte diese Methode in Bezug auf die Landschaft an. Max Weiler schuf Farb- und Formkomplexe und benannte sie anschließend nach Analogien zu organischen oder figuralen Formationen.

Die Werke dieser in Wien arbeitenden Künstler waren auch in Grazer Ausstellungen zu sehen, beispielsweise Hollegha, Mikl, Prachensky und Arnulf Rainer 1958 bei einer Ausstellung der Galerie nächst St. Stephan, die auf Einladung der Sezession Graz im Künstlerhaus stattfand.

Die gleichen künstlerischen Ansätze erkennt man etwa auch bei Mario Decleva, Elga Maly, Luis Sammer oder älteren Künstlern wie Reno Ernst Jungel und Franz Rogler. Zu jenen Künstlern, welche die informelle Richtung fortsetzten, zählt zum Beispiel Johann Fruhmann.

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Neue Galerie Graz

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