Mensch und Landschaft in der Tradition des Expressionismus

Der Begriff „Modernität“ in der Kunst fußt auf inhaltlichen, konzeptuellen und formalästhetischen Kriterien. Gradmesser für „moderne“ oder „konservative“ Kunstwerke waren in Österreich die Abstraktion des Gegenstandes, dessen formale Auflösung in sein farbliches Erscheinungsbild sowie der Eigenwert der Farbe gegenüber ihrem abbildenden Zweck. Nach 1945 versuchten Künstler/innen auch über diese Aspekte zu einer „modernen“ Bildsprache zu gelangen, die sich vor allem in zahlreichen Variationen des Expressionismus äußerte.

Der Expressionismus hatte in Österreich eigene, starke Wurzeln. Nach einer Phase aufwühlender Intensität im frühen 20. Jahrhundert wurde er im konservativen Klima der Zwischenkriegszeit jedoch zu gemäßigteren Ausdrucksformen abgeschwächt. Auch nach 1945 wurden vorwiegend vertraute Motive wie die heimische Landschaft, Szenen des Alltags und Porträts in einer mehr oder weniger gestisch und koloristisch impulsiven Malweise behandelt.

Vor allem der Mensch „in seinen Rätseln, seiner Seele und seinem Schicksal“ wurde in der österreichischen Kunst nach 1945 zu einem zentralen Thema. Nur wenige Künstler/innen griffen auch existenziellere Themen auf, ähnlich dem Frühexpressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Auseinandersetzung reichte von religiösen Interpretationen, die den Menschen in der Geborgenheit der Schöpfung sehen, bis zu Darstellungen, die ihn in seiner existenziellen Krise zeigen.

Das Bewusstsein um die Fragilität von Mensch und Gesellschaft, das nach 1945 noch deutlicher wurde, fand ihr Gegenbild in der zeitgenössischen Literatur, etwa in Werken von Albert Camus, Paul Celan, Heinrich Böll oder in Texten österreichischer Autorinnen und Autoren wie Heimito von Doderer, Ilse Aichinger und Herbert Eisenreich, welche durch das Forum Stadtpark und die von Alfred Kolleritsch herausgegebene Zeitschrift „manuskripte“ auch in Graz einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden.

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