Xylocopa violacea

Blauschwarze Holzbiene

Sie ist eine der ersten und eindrucksvollsten Wildbienenarten, die man an sonnigen Frühlingstagen beobachten kann. Mit ihrer beachtlichen Größe von 2 bis 2,8 Zentimetern und ihrem laut hörbaren Brummen fällt sie auch unerfahrenen Naturbeobachtern sofort auf. Ihr frühes Erscheinen im Jahr ist dadurch möglich, dass beide Geschlechter als ausgewachsene Insekten (Imago) versteckt in Hohlräumen von Löß- und Lehmwänden oder in Mauerspalten überwintern und bereits die ersten warmen Tage zum Ausfliegen nützen können. Im Gegensatz dazu überdauert der Großteil der übrigen Wildbienenarten den Winter im Stadium einer Vorpuppe, aus der im darauffolgenden Frühling/Sommer das erwachsene Tier hervorgeht.


Die Blauschwarze Holzbiene ist eine wärmeliebende Art und in der südlichen und östlichen Steiermark nicht selten. Sogar im Grazer Stadtgebiet kann sie angetroffen werden, besonders in Gartenanlagen mit vielfältigem Blütenangebot. Zum Sammeln von Pollen bzw. Nektar werden bevorzugt Schmetterlingsblütler und Lippenblütler besucht, aber auch Korbblütler und Raublattgewächse. Hier eine kleine Auswahl: Nickende Distel, Gewöhnlicher Natternkopf, Luzerne, Glyzinie, Rote und Weiße Taubnessel, Garten-Salbei und Aufrechter Ziest.


Aber nicht nur geeignete Pollenquellen sind für das Vorkommen der Art entscheidend, sondern auch das Vorhandensein von brauchbarem Nistmaterial. Die Blauschwarze Holzbiene benötigt Totholz in sonnenexponierter Lage, in das sie selbst Nistgänge nagt. In jedem Gang werden mehrere Brutzellen hintereinander angelegt und mit einem Nektar-Pollengemisch als Proviant für den Nachwuchs gefüllt. Bevor eine Brutzelle durch eine Trennwand verschlossen wird, legt das Weibchen noch ein Ei hinein. Im Spätsommer schlüpfen die Bienen und wenn die Temperaturen sinken, verkriechen sie sich zum Überwintern in geeigneten Hohlräumen.


Zum Schutz dieser prachtvollen Wildbienenart wäre es wichtig, vor allem geeignetes Nistmaterial wie Alt- und Totholz in Gärten und Wäldern zu dulden und nicht zu entfernen.

Naturkundemuseum

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Öffnungszeiten
09. Februar 2021 bis 31. Dezember 2021 Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Überblicksrundgänge
Sa und Feiertag 14:30 Uhr (de). Abweichungen möglich. Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung.

Studienzentrum Naturkunde
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8045 Graz, Österreich 
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