Pyrrhocoris apterus

Gemeine Feuerwanze

Fast in jedem Garten kann man sie beobachten und oft sieht man sie in großen Ansammlungen am Boden umherkriechen – die auffällig rot-schwarz gezeichnete Gemeine Feuerwanze. Von Laien wird sie oft für einen Käfer gehalten, was sich in der volkstümlichen Bezeichnung Schuster- oder Feuerkäfer widerspiegelt. Besonders gerne hält sie sich in der Nähe von Linden, Malven, Hibiskus und Eibisch auf. Mit ihrem langen Rüssel, der in Ruhestellung unter dem Körper nach hinten geklappt ist, saugt sie an herabgefallenen Samen. Die großen Feuerwanzen-Gesellschaften, in denen man unterschiedliche Entwicklungsstadien beobachten kann, werden durch Pheromone zusammengehalten. Eine andere chemische Substanz, ein Wehrsekret, wird bei Gefahr ausgestoßen und führt zur sofortigen Auflösung der Gruppe. Dieses Sekret schützt die Feuerwanze auch vor Fressfeinden wie Vögeln, Kleinsäugern und Kriechtieren.


Im April und Mai legen die Weibchen ihre Eier in Gelegen von 40 bis 80 Stück in kleine Höhlungen im Boden ab. Die winzigen ausschlüpfenden Jungwanzen sehen – wie das bei allen Insekten ohne Puppenstadium der Fall ist – bereits ähnlich aus wie ihre Eltern. Sie entwickeln sich über fünf immer größer werdende Larvenstadien zum erwachsenen Insekt. Jedes Mal muss der Vorgang der Häutung durchlaufen werden. Dabei schlüpft das Tier aus seiner alten, zu klein gewordenen Haut und erscheint in der neuen, größeren, die bereits darunter gebildet wurde. Die neue Haut ist zuerst noch weich und dehnbar und härtet erst langsam aus, deshalb ist dieses Stadium nicht ganz ungefährlich für das Tier. Bemerkenswert ist, dass jedes Mal auch das Atmungssystem und der Darm mitgehäutet werden, da sie von der Außenhaut ausgekleidet sind. Erst bei der letzten Häutung werden die Flügel ausgebildet, diese sind aber bei 95 % der Tiere verkürzt und auch die wenigen Individuen mit voll ausgebildeten Flügeln sind nicht flugfähig.


Feuerwanzen waren und sind beliebte Forschungsobjekte. So wurde zum Beispiel im Jahr 1891 in den Spermien von Feuerwanzen das X-Chromosom, eines der beiden Geschlechtschromosomen, entdeckt.


Die Gemeine Feuerwanze gehört zur Gruppe der Feuerwanzen (Pyrrhocoridae), die weltweit mit ca. 340 Arten vorwiegend in den Tropen und Subtropen beheimatet ist. In Europa gibt es fünf, in Mitteleuropa zwei Arten. Die zweite, seltenere mitteleuropäische Art Pyrrhocoris marginatus ist an Trockenstandorten zu finden und braun gefärbt.

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