Gryllotalpa gryllotalpa

Europäische Maulwurfsgrille

Ihre Anwesenheit im Garten verraten fingerdicke Löcher und Gänge im Erdboden, dürre, kreisförmige Stellen im Rasen und im Mai der surrende, wohlklingende Gesang der Männchen. Das Tier selbst bekommt man nur selten zu Gesicht. Die fast ausschließlich unterirdisch lebende Maulwurfsgrille ist bei Gärtnern gefürchtet, da sie durch ihre Grabtätigkeit junge Pflänzchen im Erdboden verschwinden lässt oder an die Oberfläche schiebt. Der schlechte Ruf der Maulwurfsgrille wird ihrer tatsächlichen Lebensweise aber nicht gerecht: Sie ernährt sich vorwiegend von Regenwürmern, Schneckeneiern und verschiedenen Insektenlarven, zum Beispiel Engerlingen. Nur bei Nahrungsmangel werden auch Wurzeln angegriffen, was Jungpflanzen zum Verwelken bringt. Der Nutzen der Maulwurfsgrille im Garten überwiegt also bei Weitem den Schaden, den sie an den Pflanzen anrichten kann.


Mit ihren zu mächtigen Grabschaufeln umgebildeten Vorderbeinen legt die Maulwurfsgrille Erdröhren an, die viele Meter lang sein können und meist dicht unter der Erdoberfläche verlaufen. Senkrechte Abzweiger führen zu Brut- und Vorratskammern, die auch zur Überwinterung genutzt werden. Zur Fortpflanzungszeit erzeugt das Männchen durch Aneinanderreiben der Vorderflügel einen charakteristischen Gesang, um Weibchen anzulocken. Nach der Paarung werden bis zu 300 Eier in die Brutkammern gelegt. Liegt so ein Nest unter einer Rasenfläche, ist darüber meist eine kreisrunde Stelle mit abgestorbenem Gras zu sehen. Die Mutter beißt beim Anlegen der Brutkammer alle Pflanzenwurzeln ab und sorgt so dafür, dass die Eier besser von der Sonne erwärmt werden. Die winzigen Junglarven, den erwachsenen Tieren bereits sehr ähnlich, werden anfangs noch von der Mutter versorgt. Nach zwei bis drei Wochen machen sie sich selbstständig. Maulwurfsgrillen sind flugfähig und können gut schwimmen. Nur springen können sie nicht, obwohl sie zu den Heuschrecken gehören.


Weltweit gibt es ca. 100 Arten von Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae). Die beschriebene Art ist der einzige Vertreter dieser Familie in Mitteleuropa. In Österreich ist die Art in einigen Bundesländern schon selten geworden.

Naturkundemuseum

Joanneumsviertel
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
09. Februar 2021 bis 31. Dezember 2021 Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Überblicksrundgänge
Sa und Feiertag 14:30 Uhr (de). Abweichungen möglich. Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung.

Studienzentrum Naturkunde
Weinzöttlstraße 16
8045 Graz, Österreich 
T +43-316/8017-9000
Termine auf Anfrage

Öffnungszeiten Café OHO!
Di-Sa 10 bis 24 Uhr

 

5. April 2021
24. Mai 2021
1. November 2021

24. bis 25. Dezember 2021