Mikroplastik – Vom Fluss ins Meer

Die Meeresschule Pula zu Gast im Naturkundemuseum

21.03.2020 10:00-17:00



ACHTUNG: Aufgrund der aktuellen Bestimmungen müssen wir diesen Aktionstag absagen!

 

Ein Aktionstag des Projekts MedMicroplastiCS der Meeresschule Pula

 

Kleinste Partikel aus Kunststoffmüll finden sich weltweit von der Tiefsee bis zu den höchsten Berggipfeln. Millionen Tonnen Plastikabfall landen jedes Jahr in den Meeren, in den Flüssen und in den Böden an Land. Makroplastik zerfällt zu immer kleinerem Mikroplastik und bleibt beständig in der Umwelt. Über die Nahrungskette gelangt es bis in unsere Körperzellen. Es heizt das Klima an und schädigt Tiere, Pflanzen und den Menschen.

 

Programm
 

Vormittag:

  • Vorträge im Auditorium des Joanneumsviertels
  • Live-Präsentation einer neu entwickelten Methode zur Mikroplastik-Extraktion
  • Probensammeln am Murstrand und im Flusswasser
  • Infostände zum Projekt und zur Mikroplastikproblematik

 

Nachmittag:

 

Mikroplastik hat sich in den letzten 50 Jahren zu einem Erdsystemfaktor entwickelt. Alle Sphären des Erdsystems sind mit diesen synthetischen Kleinststoffteilchen durchsetzt. Vom kontinentalen Eispanzer über die Atmosphäre, die Hydrosphäre, die obersten Schichten der Böden bis in die tiefsten Regionen der Meere. Selbst in der Biosphäre, der belebte Umwelt, ist Mikroplastik bereits bis in die Zellen von diversen Organismen eingedrungen. Der Mensch ist dabei nicht ausgenommen.

Was aber macht Mikroplastik zum Problem? Es ist ein Stoff, der umso schädlichere Auswirkungen auf Lebewesen hat, je kleiner er wird. Es ist ähnlich wie mit dem bereits bekannten Feinstaub. Bei Mikrokunststoffen haben wir es aber mit einem neuen Problem zu tun. Seine wasserabweisenden Eigenschaften machen diesen Stoff im wässrigen Milieu zum „Magneten“ für andere wasserabweisende Stoffe. Im Wasser gelöste organische, langlebige Schadstoffe, wie der Mensch sie seit der Industrialisierung in die Umwelt bringt waren bis jetzt gut verteilt im Ökosystem Meer und damit was ihre Konzentration betrifft nur beschränkt gefährlich für die Lebewelt. Jetzt, mit dem Vorhandensein von Mikroplastik können sich diese Stoffe in hohen Dichten an den Oberflächen der Mikroplastikteilchen konzentrieren.

Mikroplastikteilchen werden auf diese Weise zu regelrechten „Sondermülltransportern“. Solche mit Gift angereicherten Partikel werden nachweislich von Planktonorganismen wahllos gefressen. Kleines Plankton wird von größerem verspeist, dann kommen Fische und am Ende der Nahrungskette die großen Meeressäuger und wir Menschen. Auf diese Art kommen unsere Umweltgifte, die zu Stoffwechselerkrankungen, Immunschwäche, Fehlentwicklungen und Krebs führen können wieder zu uns zurück.

Mikroplastik scheint ein Fluch unserer Zeit zu sein. Ein weiteres Problem ist die hohe Beständigkeit der Kunststoffe in der Natur. Nach jetzigem Kenntnisstand werden Kunststoffe über Jahre bis zu Jahrhunderten und sogar Jahrtausenden nicht in ihre Ausgangsstoffe abgebaut. Die Ausgangsstoffe kommen aus Erdöl. Ein hoher Anteil der jährlichen Erdölproduktion wird für die Erzeugung von Kunststoffen verbraucht.

Ein Meeresökologe und eine Meeresökologin aus Graz und ein Biologieprofessor aus Deutschland haben die Methode, Mikroplastik aus beispielsweise Bodensubstraten zu extrahieren mit der Entdeckung eines neuen Extraktionsmittels so verbessert und vereinfacht, dass jetzt zum ersten Mal möglicherweise eine umfassende Datenerhebung zur Mikroplastikbelastung unserer Umwelt möglich wird. Bisherige Daten sind wissenschaftlich nicht vergleichbar und haben nur wenig Aussagekraft. Die gewonnenen Erkenntnisse haben zum Konzept des MedMicroplastiCS Projektes geführt.

Hier soll mit Hilfe der Bürgerwissenschaft (Citizen Science) und der verbesserten Extraktionsmethode im gesamten Mittelmeerraum gearbeitet werden. Sowohl die neue Extraktionstechnik als auch das MedMicroplastiCS Projekt wird am Aktionstag erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Naturkundemuseum

Joanneumsviertel
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Überblicksführungen
Sa, So, Feiertag 14:30 Uhr (de). Abweichungen möglich. Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung.

Studienzentrum Naturkunde
Weinzöttlstraße 16
8045 Graz, Österreich 
T +43-316/8017-9000
Termine auf Anfrage

Öffnungszeiten Café OHO!
Di-Sa 10 bis 24 Uhr
Ausnahmsweise geschlossen am 07.01.2020

 

26. Oktober

24. bis 25. Dezember

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