Diese Art des Zerfalls ist eine irreversible, d. h. nicht rückgängig zu machende Abbauerscheinung der Lederfasern. Ist dieser Prozess einmal in Gang gesetzt, verliert das Leder an Festigkeit und Flexibilität. Ziel der Bearbeitung war es daher, die erhaltene Lederbespannung zu sichern und damit einem weiteren Abrieb und Verlust des Materials vorzubeugen.
Die abgebaute Ledersubstanz musste mit besonderer Sorgfalt behandelt werden, da sie sehr empfindlich auf Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit reagiert. Eine Behandlung mit wasserhaltigen Mitteln wurde deshalb vermieden. Es bestand sonst die Gefahr einer Schrumpfung und Versprödung des Materials.
Leder ist grundsätzlich ein sehr komplexes Material, da es aufgrund seiner Herstellung und Gerbung sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzt.
Zur Bearbeitung des Objektes hätte die Belederung abgenommen werden können. Weil das Leder aber relativ trocken war und sich unter Spannung befand, wurde gegen eine Ausbohrung der Nieten, die das Leder fixieren, entschieden. Diese Vorgehensweise schonte die originale Substanz.