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Ist Auseinandersetzung mit Kunst ein Freizeitspaß?


"Art matters" kann vieles bedeuten: Angelegenheiten der Kunst, mit denen man sich befassen muss ‒ aber es ist auch ein Satz, der besagt, dass Kunst von Bedeutung ist. Kunst bietet eine Reflexionsfläche für Veränderungen und Entwicklungen, sie hat die Fähigkeit, gesellschaftliche Diskurse zu eröffnen, Imaginationen zu befördern. Dies stärkt jene psychische Widerstandskraft, die uns hilft, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.

Kunst und ihre Institutionen in die Kategorie „Freizeiteinrichtungen“ einzusortieren, unterschätzt ihre gesellschaftliche Dimension. Denn Museen und Ausstellungshäuser sind außerschulische Bildungseinrichtungen, Orte der realen und imaginären Gemeinschaft, des Diskurses und nicht zuletzt auch des Versprechens, dass es weitergeht, gerade dann, wenn diese Vorstellung besonders schwerfällt.

Aufgrund der aktuellen Verordnung der Bundesregierung hat das Kunsthaus Graz vorübergehend geschlossen. Wir haben – wie andere Kunstinstitutionen auch – in den letzten Monaten besonders strenge Covid-19-Schutzmaßnahmen erarbeitet, um Ansteckungen für die Besucher*innen zu vermeiden. Die neuerliche Schließung bedeutet aber nicht nur einen schweren Rückschlag für uns und unsere gut vorbereiteten Mitarbeiter*innen, sondern auch für die Künstler*innen wie Herbert Brandl, Edelgard Gerngross oder Thomas Baumann, deren ort- und zeitspezifische Arbeiten nun wieder hinter verschlossenen Türen verschwinden.

Selbstverständlich ist die Entwicklung der Covid-19-Pandemie besorgniserregend und es steht außer Frage, dass das Kunsthaus Graz sämtliche Maßnahmen solidarisch mitträgt, um die gegenwärtig (zu) hohen Infektionszahlen zu senken. Doch wir sorgen uns, dass Kunst zunehmend als eine harmlose und damit verzichtbare Freizeitbeschäftigung – als „nice to have“ – eingestuft wird. Das unterschätzt das Potenzial von Kunst und Kunstinstitutionen gleichermaßen!

Im Sinne einer breiten Bildung und Teilhabe wünschen wir uns mit Nachdruck, dass Museen und Kunstinstitutionen mit zu den ersten Einrichtungen gehören, die wieder öffnen dürfen, sobald die Maßnahmen gelockert werden!

Barbara Steiner und Katrin Bucher Trantow

November, 2020

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Verschiedene Sichtweisen prallen immer häufiger und auch schneller aufeinander, begleitet von Hass, Häme und Hysterisierung. Einzelne Gruppen und Gruppierungen werden gegeneinander ausgespielt. Verloren gegangen ist der öffentliche Diskurs, das Miteinander-Sprechen, die Bereitschaft, einander zuzuhören und gemeinsam Wege für gesellschaftliche Herausforderungen zu finden.

Wir haben uns der Initiative „Wir sind viele ...“ angeschlossen, weil wir davon überzeugt sind, dass es eine neue Kultur des Miteinanders braucht. Deshalb hat das Kunsthaus Graz die Erklärung der Vielen in der Republik Österreich unterzeichnet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dievielen.at und auch auf der dazugehörigen Facebook-Seite.


#dievielen_at
#dievielen
#wirsindviele
#glaenzenstattgrenzen
#solidaritaetstattprivilegien
#diekunstbleibtfrei

Barbara Steiner, Kunsthaus Graz, spricht über Freiheit, und warum es wichtig ist, einen Diskurs darüber zu führen.
Video: Stephan Schikora

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