Vom Offenen Haus ins Lokal

Vor dem Hintergrund einer aufgeregt geführten Diskussion um die vermeintliche Geschlossenheit und als elitär empfundene Atmosphäre im Kunsthaus Graz stand die Reihe Offenes Haus ganz im Zeichen der lokalen Öffnung in verschiedene künstlerische und gesellschaftliche Richtungen. Unterschiedliche Ausstellungs- und Vermittlungsformate – ob Installation, Performance, Vorträge oder Workshops – ermöglichten eine flexible Zusammenarbeit mit lokalen Kooperationspartnerinnen und -partnern sowie eine lebendige diskursive Begegnung mit zeitgenössischer Kunst, die Partizipation förderte.

Begonnen hatte alles mit den Materialproben in der Luise – dem Restaurant – 2014. Mit ortsspezifischen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Markus Jeschaunig, Wolfgang Becksteiner, Frenzi Rigling oder Larissa Kopp sowie im Dialog mit Musikerinnen und Musikern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wurde dem Materialwert von Dingen nachgespürt.


Im Jahr 2015 wurde der Gastraum des Restaurants Richtung Südtirolerplatz verschoben, der Space05 wurde frei und aus den Entwicklungen die Reihe Offenes Haus geboren. Mit Projekten wie dem Bien von Sarah Bildstein am Dach des Eisernen Hauses, den Textcollagen der steirischen Lyrikerin und Autorin Sonja Harter am Kunsthaus, der Sonne in den Hof tragenden Arbeit If you don‘t give the mind something to do, the mind will give you something to do von Bernhard Wolf wurde das Haus in seinen Grenzen befragt. Im Folgejahr 2016 wurden im Space05, der zu einem flexiblen Ausstellungsraum geworden war, von Graz ausgehende internationale Projekte wie Stories from the Edge sowie Personalen von Samson Ogiamien oder Resanita gezeigt. Mit Aldo Giannottis The Museum as a Gym oder Birke Gorms Eingriff in die Textur des Hauses (Site/Cite. Speaking in Tongues while Splitting One’s Own) wurde die Institution auf ihre Durchlässigkeit und Verformbarkeit hin geprüft und nicht zuletzt als eigenes Medium gesehen.


Das Jahr 2017 brachte mit der Umgestaltung des Eingangsbereiches, des Vorplatzes und mit der endgültigen Versetzung des Cafés das Thema des Um- und Aufbaus hervor. Mit Arbeiten von Superflex, die sich der ökonomischen Seite des Hauses mit einem subversiven Bankomaten widmeten, und den Umformulierungen aller Präsentations- und Kommunikationsbereiche des Hauses durch Oliver Klimpel und Anna Lena von Helldorff bis hin zu einer neuen Gestaltung des Vorplatzes durch Topotek1 erhielt das Haus insbesondere im Erdgeschoss einen neuen Ausdruck.


Für das Jahr 2018 planen wir, dem Gedanken des Öffnens, Auslotens, Vernetzens und Sprengens weiter nachzugehen und mit unseren Interessen, Möglichkeiten und Diskursen auf ein Tun vor Ort aktiv einzugehen und zu reagieren.
 

Bildergalerie

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9200
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Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Führungen
Sa 15:30 Uhr, So & Feiertag 11 Uhr (DE), So 14 Uhr (EN), Abweichungen möglich. Weitere Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung

Architekturführungen
nur in ausstellungsfreien Zeiten, Di-So, Feiertag 11, 14 Uhr (So EN) und 15:30 Uhr (DE) oder auf Anfrage

Kunsthauscafé
Mo-Do 9-23 Uhr
Fr-Sa 9-1 Uhr
So 9-20 Uhr
T +43-316/714 957

 

31. Dezember

24. bis 25. Dezember