Kateryna Lysovenko: Trotzdem Malen

Ein Wandbild für das Kunsthaus Graz

03.08.-11.09.2022


Ort: Foyer

Als Fortsetzung ihrer Teilnahme am Prolog des steirischen herbsts in der Neuen Galerie Graz malt Kateryna Lysovenko zwei Tage lang an einem Wandbild für das Erdgeschoss des Kunsthauses Graz. Im Foyer der Institution plant die ukrainische Malerin und Performerin im halböffentlichen Raum das Publikum an ihrer Arbeit teilnehmen zu lassen.

Lysovenkos künstlerische Sprache entwickelte sich aus dem Erbe der sozialistisch-realistischen Malereitradition, die sie sich im Wandel des politischen und sozialen Umfeldes der 2000er-Jahre zu einer Form aktivistischer Malerei umwandelte. In ihrer Praxis wendet sie sich der Forschung zum Thema Macht und Ideologie sowie dem eigenen Ringen um eine Loslösung von der Sowjetunion zu.

Schon vor dem Krieg beschäftigte sich Lysovenko mit dem Bild des Opfers und der Unterdrückung. In Auseinandersetzung mit der Loslösung von der eigenen Geschichte und der Omnipräsenz sowjetischen Erbes, widersetzt sie sich in ihrer Malerei und ihren Performances den Normierungen an der Kunstakademie, arbeitet wiederholt und subversiv im öffentlichen Raum gegen religiöse und politische Propaganda, aber auch gegen Unterdrückung von Andersartigkeit im Alltag des um Meinungsfreiheit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit kämpfenden Staates.

Seit ihrer Flucht und ihrer Ankunft in Graz arbeitet Lysovenko ungebrochen an malerischen Umsetzungen ihrer kontinuierlichen Beschäftigung mit ukrainischer Realität. Solidarisch mit den Opfern, leidend mit den Hinterbliebenen und in Opposition zur brutalen Fratze des Krieges, schafft sie mit ihren Arbeiten – die sie auch in den sozialen Medien als Diskussionsplattform anbietet – ebenso philosophische wie empathische Kommentare zu den herrschenden politischen Verflechtungen und ihren daraus resultierenden menschlichen Schicksalen.

Kateryna Lysovenko Expand Box

Kateryna Lysovenko wurde am 26. Oktober 1989 in Kiew geboren. Sie erhielt eine klassische Kunstausbildung am M.B. Grekova Odessa Art College, dann studierte sie an der NAOMA und absolvierte gleichzeitig den Kurs „Zeitgenössische Kunst“ an der KAMA. In jüngster Zeit hat sie im Gedenkmuseum „Territory of Terror“, Lwiw, ebenso ausgestellt wie in der Galerie Voloshyn, Kyjiw, der Galerie Tiro al Blanco, Guadalajara im Rahmen der Ausstellung Transcending Boundaries, 2021, und der Galerie BWA, Zielona Góra, wo sie 2022 auch Artist in Residence war. Ihre Aktionen verweisen auf die ideologischen Verschiebungen nach dem Zusammenbruch der UdSSR. Sie gehörte mit Ausbruch des Krieges zu jenen Frauen, die Ende März mit ihren Kindern das Land verließen und ihre Partner*innen, Eltern und Freund*innen schweren Herzens zurücklassen mussten.

Aus dem Programm

Do 08.09.

17:00-19:00

Im Gespräch mit Kateryna Lysovenko

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Veranstaltung, Kunstgespräch

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