Peter Kogler

Ohne Titel (Kunsthaus), 2017 und Ohne Titel, 2016


Ort: Stiegenhaus Kunsthaus Graz

Bildcollagen auf Metallplatte



Peter Kogler hat eine Serie von Arbeiten mit Bezug zum Kunsthaus gemacht, die dessen ikonisch-organische Form, seine Geschichte, sein Programm und seine bewegte Gestalt mit aufnehmen. Eine dicht gelegte Struktur von im Internet gefundenen Bildteilen, Ereignissen und Orten überlagert sich in den Bildcollagen in Quasi-Endlosschleifen und formt Stränge von Entwicklungen und Ereignissen als medial, inhaltlich und formal wachsendes Netz von Bildern.

Im Stiegenhaus zur Camera Austria verweisen die auf Metall aufgebrachten Collagen auf eine Zeit der endlos wachsenden Bilderflut, auf Einflüsse aus Film, Forschung und Alltagsgeschehen, die ein einstimmiges Lesen von Geschichte nicht mehr möglich machen. Ausgerüstet mit dem Instrumentarium der Moderne ebenso wie mit einer postmedialen Skepsis, die das digitale Bild als eigenständige Erfahrung erkennt, baut Kogler aus händisch fassbaren Einzelteilen Weltbilder zusammen: Parallele Zeitkontinuen ergänzen inhaltliche Mehrdeutigkeiten.

Aufeinander abgestimmt und in formalen Analogien formen sich in den Collagen, die streng dem Raster des Bildes folgen, eigene Universen von endlos wachsenden Bildgenerativen. Musterhafte Verwandtschaften werden zu einer Gesamtheit, die auch das Kunsthaus als Institution, als organische Form und als Hort der Kunst mit unterschiedlichsten formalen wie inhaltlichen visuellen Bezügen verbinden. Nicht von ungefähr erinnern die Bilder an Gehirnstrukturen und Denkbewegungen. Sie fordern dazu auf, sich selbst beim Denken – vor Ort und im Bild – zuzuschauen.

Biografie Peter Kogler

Peter Kogler (geboren in Innsbruck, lebt in Wien und Slowenien) ist einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Multimediakünstler. Seine Werke wurden auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt, von der Biennale in Venedig (1993, 2006) über die documenta in Kassel (1997), die Expo Hannover (2004), das Mumok (2008), die Schirn Kunsthalle Frankfurt (2010) bis zum MSU Zagreb (2014) und zum Sigmund Freud Museum (2015).

Bekannt wurde er vor allem durch seine den Raum einnehmenden Tapeteninstallationen und illusionistischen Raumlabyrinthe, seine begehbaren Videoprojektionen und Computeranimationen. Koglers Zeichensprache der Ameisen, Gehirnstrukturen, Röhren, Diamanten, Glühbirnen, Weltkugeln sind prägende Bildcodes und werden mit ihm unmittelbar in Verbindung gebracht.

In Graz ist der Künstler durch seine Installationen im Hauptbahnhof – Bahnhofshalle (2003) und Personentunnel Nord (2013) – permanent präsent, weitere seiner Arbeiten sind auch in der Neuen Galerie Graz und in der Schenkung der Sammlung Schilcher präsent.

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9200
kunsthausgraz@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


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Sa 15:30 Uhr, So & Feiertag 11 Uhr (DE), So 14 Uhr (EN), Abweichungen möglich. Weitere Termine finden Sie im Kalender oder nach Voranmeldung

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Mo-Do 9-23 Uhr
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