e.g. – Landeszeughaus

Simon Starling & Superflex

e.g. An Egg in the Attic, 2011

 

Eines der neun Super Eggs, die im ganzen Universalmuseum eingesetzt werden, findet sich ein wenig versteckt im Dachboden des steirischen Landeszeughauses. Das Zeughaus in der Grazer Herrengasse, heute die weltgrößte historische Waffenkammer, wurde ursprünglich zwischen 1642 und 1645 als militärisches Hauptlager für den südöstlichen Teil des Habsburgerreiches errichtet. Wenig von diesem riesigen Aufgebot an Waffen und Rüstungen wurde je verwendet und blieb als gemeinschaftsbildende, symbolische Abschreckung gegen die viel gehypten Gefahren einer Invasion des osmanischen Reiches bestehen.

Die harte, glänzende Ästhetik des Super Eggs aus Edelstahl mag mit dem Erscheinungsbild der überaus reichhaltigen Sammlung von Waffen und Rüstungen in den vier Stockwerken des Zeughauses zwar einiges gemeinsam haben, seine Platzierung im Dachboden des Gebäudes aber verdankt es mehr einer anderen Abteilung des Universalmuseums, dem Volkskundemuseum, dessen Dauerausstellung zum Teil die Rolle des Aberglaubens innerhalb des kulturellen und religiösen Lebens der Steiermark dokumentiert. Der Standort des Super Eggs an diesem von Tauben verseuchten, vergessenen Ort lässt die lokale Tradition des Platzierens eines Antlasseis (ein am Gründonnerstag, dem Donnerstag vor Ostern gelegtes Ei) im Dach nachhallen. Diese Antlasseier, oftmals rot bemalt und mit einem D für Donnerstag markiert, haben angeblich die Macht haben, das Haus und seine Bewohner zu schützen.

 

So sieht sich das robuste Super Egg also zwischen zwei indirekt verbundenen Glaubenssystemen gefangen – seine separate Positionierung am Dachboden lässt die wahrgenommenen Schutzeigenschaften von sowohl von Religiosität durchdrungenen Eiern der steirischen Folklore als auch der in den Stockwerken unterhalb untergebrachten, beeindruckenden militärischen Abschreckung nachhallen.

Design: PIET HEIN © Piet Hein A/S Dänemark 
SUPERELLIPSE® Piet Hein A/S Dänemark

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