Alois Neuhold

Die Pinseltänzerin, 2018

In der Bildwelt von Alois Neuhold scheint alles prall zu leben.
Schicht um Schicht, Lage um Lage und vor allem Farbe auf Farbe wächst das intensiv strahlende Bildobjekt unter den Händen des Künstlers organisch heran. Seine Arbeiten, die täglich entstehen und oft weiterwachsen, zelebrieren die Materialisierung des Lichts in Farbe. Neuholds Sinn für rituelles Wiederholen verlangt ihm eine strenge Maldisziplin ab, was angesichts der Bildserien, an denen er oft jahrelang arbeitet, nicht erstaunt:

„Ich muss mich zwingen. Man muss dabeibleiben. Reduzieren und Straffen. Das hat auch etwas Spirituelles für mich.“
Alois Neuhold im Gespräch mit Katrin Bucher Trantow und Johannes Rauchenberger, 02.01.2018.

Das wiederholte, oft abstrahierte Motiv und dessen stetes Vertiefen, Aufspüren und geduldiges Entstehenlassen hat durchaus auch etwas Rituelles und Demütiges an sich, in dem sich Neuholds christliche Prägung manifestiert. Auf der Suche nach allgemeingültigen spirituellen Aussagen finden wir in seinen Werkserien Anleihen ebenso an Art Brut, Handwerk oder Volkskunst. Dutzende von kleinformatigen, oft ins Körperliche verdichtete Bilder wurden Teil der Ausstellung Glaube Liebe Hoffnung und gaben den Anstoß, eine Edition für das Kunsthaus Graz zu fertigen, die aus einfachen Studiomaterialien ein ebenso liebenswürdiges wie prachtvolles malerisches Unikat von Pinseltänzerinnen machen.

„… mit handwerklichen Mitteln fertigt er einen Gegenstand, der gleichzeitig Gegenstand der Erkenntnis ist.“
Claude Lévi-Strauss über den Künstler als Wissenschaftler und Bricoleur. In: Claude Lévi-Strass, DasWilde Denken, Frankfurt am Main 1973, S. 36.

Edition von 7 Figuren, verpackt in einer grauschwarzen Schachtel
Maße: 16 x 9,5 x 3cm
Material/Technik: Originalobjekt, eingetrockneter Pinsel, Essiggurkenglasverschluss, Acryl
Preis: 420 €

Biografie:

Alois Neuhold wurde 1951 in Eggersdorf bei Graz geboren, studierte 1970–1976 Theologie in Graz, wurde 1977 zum Priester geweiht und 1978 suspendiert. Anschließend studierte er bis 1982 an der Akademie der bildenden Künste Wien, Abteilung Grafik, bei Max Melcher. In dieser Zeit fand er Anschluss zur Generation der Neuen Malerei in Österreich und wurde in Ausstellungen europaweit gezeigt. Nach einer biografischen Krise zog sich Neuhold ab 1987 aus der Kunstöffentlichkeit zurück. Weitgehend unbemerkt verdichtete er sein Werk in einer unvergleichlichen Konsequenz und entwickelte ein vollkommen eigenständiges Werk, das stark an der Grenze von Bildmagie, Kunst und Religion angesiedelt ist.
(Aus: Alois Neuhold, Du musst die Augen ausreißen und die Hände an die Ohrstiegen legen, Berlin 2013)

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