Die Stadtanlage von Leoben

 

Leoben geht auf eine bewusste Gründung König Ottokar II. Premysl um das Jahr 1268 zurück. Mit der Siedlungsverlegung innerhalb die strategisch begünstigte Schleife der Mur geht auch die Stadtgründung Leobens einher. Das Zentrum der Stadtanlage bildet ein quer zur Verkehrsrichtung liegender Rechteckplatz von der nördlichen bis zur südlichen Randzeile. In der Mitte kreuzt ihn ein Straßenzug, die zweite geometrische Achse der Stadtanlage. So ergeben sich entlang der beiden Langseiten des Platzes je zwei Baublöcke (Viertel). Die Bebauung der Randzeilen folgt der Ummauerung.


Die quadratähnlichen, von Haupt- und Wohnstraßen umschlossenen Bauflächen, die ausgeglichenen Straßenbreiten und der nach zwei Hauptachsen des Stadtgrundrisses symmetrische Marktplatz bilden eine regelmäßige Anlage mit annähernd rasterförmigem Grundriss.


Die Waasenbrücke (auch Mautbrücke) verbindet ab die Stadt mit der Vorstadt, das rechte mit dem linken Murufer. In der Waasenvorstadt siedelten sich entlang der Hauptstraßen gewerbliche Betriebe und an den Ufern des Mühl- und Vordernbergerbaches entstanden Hammerwerke und Mühlen.
Durch die optimale Nutzung der naturräumlichen Gegebenheiten und ihre städtebauliche Umsetzung ist die Stadtanlage von Leoben eine bemerkenswerte Leistung und das klarste Beispiel einer planmäßigen Stadtanlage des Mittelalters in der Steiermark.
 

Die Stadtverlegung von Leoben

 

In der Absicht organisatorische und fortifikatorische Maßnahmen zur Festigung seiner Herrschaft in der Steiermark zu treffen, veranlasst König Ottokar II. Premysl die Befestigung des Marktes Leoben. Dazu nennt die Chronik des Anonymus Leobiensis die Jahreszahl 1268. Der alte Straßenmarkt (forum Liuben) befand sich um die Jakobikirche unterhalb der Massenburg und unweit des alten Murüberganges. Ausschlaggebend für die Wahl dieser Siedlungsstelle war die Lage an der Einmündung der Eisenstraße von Vordernberg her in die Italienstraße im Murtal. Da die Altsiedlung Leoben am Fuße des Massenbergs für eine Befestigung strategisch ungünstig gelegen ist, wird die Stadt knapp 300 Meter nördlich auf der grünen Wiese neu gegründet. Mit vergleichsweise geringem baulichem und finanziellem Aufwand konnte durch die Errichtung einer 380 Meter langen Mauer ein 45 Hektar großes ebenes Areal innerhalb des Murmäanders abgetrennt werden. Rund 10 Hektar werden besiedelt und in den nachfolgenden Jahrhunderten an den übrigen drei Seiten befestigt. Lediglich das Dominikanerkloster und die landesfürstliche Stadtburg gehen auf die Zeit der Stadtgründung zurück. Die verbleibenden Freiflächen werden als landwirtschaftliche Flächen von den Stadtbewohnern und im Kriegsfall als Lagerplatz von Truppen genutzt.

 

Mit der Verlegung von Leoben geht auch die Verlegung der Murbrücke und des Handelsweges einher. An der Westseite tritt die Landstraße von der Waasenvorstadt über die Mautbrücke ein und verlässt die Stadt nahe der Südostecke, beim Jakobstor, um wieder Anschluss an den Landesstraßenzug zu gewinnen.

Das Modell zeigt die Stadt Leoben um 1600 in einen größeren naturräumlichen Ausschnitt gestellt, um ihre Lage und die Vorteile der Verlegung an die engste Stelle der Murschleife zu zeigen. Dadurch ergibt sich ein Maßstab, der selbst das für die Stadt Leoben Typische nur symbolhaft festhalten kann. Die Darstellung der für eine mittelalterliche Stadt essentiellen architektonischen Elemente wie Wehranlage und Sakralbauten basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Profanbauten sind als Blockbebauung mit einer Durchschnittshöhe angedeutet. Als Grundlage für das innere Gefüge und die Waasenvorstadt dienen der Franziszeische Kataster.

 

So ergibt sich ein geschlossenes Bild, das die Stadt als geordnetes Ganzes in die sie umgebende ungeordnete Natur stellt.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
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01. November 2021 bis 31. Dezember 2021 Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr
02. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022 Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Aufgrund der aktuellen Covid-Verordnungen ist in allen Häusern des Universalmuseums Joanneum die Teilnehmer*innenzahl bei Führungen begrenzt. Wir bitten Sie deshalb um verlässliche Voranmeldung unter +43-316/8017 9810

 

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