In Richtung Front

1914 war der Fahrtantritt in Richtung Front noch ein Abenteuer. Die Soldaten fühlten sich überwiegend stolz und verließen den Heimatort blumengeschmückt, umjubelt von den Zurückbleibenden, darunter manche, die stolz auf ihren Sohn, Mann oder Geliebten waren, der ja bald als Held nach Hause zurückkehren würde. Das Winken war, bei aller Sorge, ein optimistisches. Die Dauer des Kriegs, die Nachrichten von der Front, die Feldpostkarten und -briefe, die Erzählungen in den Urlauben, all das änderte die Stimmung. Optimismus musste bald durch die veröffentlichte Meinung erzeugt, ja erzwungen werden. Aber die Realität ließ sich nicht verdecken.

Einwaggonierte Soldaten warten auf ihren Abtransport zur Front, 1914, Fotograf unbe-kannt Leihgabe: Karl Albrecht Kubinzky, Graz
Wehrhaftigkeit wurde vielfach mit Männlichkeit gleichgesetzt, der Dienst am Vaterland als Pflicht angesehen. So wurde die „Tauglichkeit“ von den jungen Männern entsprechend gefeiert. Am Tag der Assentierung schmückten sich die künftigen Soldaten mit Blumensträußchen an Hut und Knopfleiste und posierten für die Kamera. Im Lied „s´Rekrutensträußerl“ hieß es: „Die Blumen da am Sträußerl, Volle roter Farbenglut, Sag`n uns: Du mußt opfern, Wann`s sein soll, a dein Blut. Und das woll`n mir gern hergeb`n, In schwerer Zeit voll Mut.“

Museum für Geschichte

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