Atisuffix

Melatonin Carillon_Exercise #1 | Licht 2017

21.04. - 07.05.2017

Bildinformationen

Laufzeit

21.04. - 07.05.2017

Veranstaltet von

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Treffpunkt

Joanneumsviertel, 8010 Graz

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Über das
Projekt

Das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark widmete sich 2017 dem Thema Licht. Acht Künstler*innen/Künstler*innengruppen setzten jeweils ein Projekt in der Inneren Stadt Graz um.


Nachts, wenn alle Katzen wachen, produziert der Mensch im Schlaf Melatonin, ein körpereigenes Hormon, das aus dem Abbau von Serotonin entsteht. Licht hemmt seine Produktion in der Zirbeldrüse, erst im Dunkeln wird sie aktiv. So steuert Melatonin unter anderem auch den 24-stündigen Tag-Nacht-Rhythmus. Das Hormon kann als Medikament verabreicht werden und wird häufig bei Schichtarbeit oder zur Bekämpfung von Jetlag-Symptomen eingesetzt. Es ist mittlerweile in Europa rezeptfrei erhältlich.

Das Kollektiv Atisuffix aus Rom macht den Schlaf zum Thema und lenkt den Blick auf eine überbeleuchtete Konsum- und Informationsgesellschaft, die im 24/7-Rhythmus jederzeit wachbereit ist für Aktivität. Atisuffix gestaltet den Eingangsbereich zum Universalmuseum Joanneum als einen Ort der Müdigkeit und des Schlafes. Eine verlangsamte Rolltreppe, ein glockentönendes Schlaflied, die Ausgabe von Melatonin an Freiwillige, performative Einlagen und Nachtspaziergänge bilden ein wechselseitiges Aktionsgewebe für den Schlaf.

Der Name Atisuffix trägt eine doppelte Bedeutung in sich. Die Endsilbe (Suffix) -ati steht im Italienischen als Befehls- und Vergangenheitsform reflexiver Verben, das heißt sie bezeichnet sowohl eine abgeschlossene Tätigkeit als auch eine erst zu beginnende Handlung. Die Doppeldeutigkeit der italienischen Grammatik wird eingesetzt, um mit jedem künstlerischen Projekt Widersprüche und Wechselwirkungen zu erzeugen. Mitunter wird der Name Atisuffix sogar gegen eine andere Gruppenbezeichnung ausgetauscht, um deren Wiedererkennbarkeit zu erschweren.

 

atisuffix.net

Zusätzliche Performances und Aktionen: Treffpunkt Joanneumsviertelplatz

LICHT 2017

Das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark widmete sich 2017 dem Thema Licht. Acht Künstler*innen/Künstler*innengruppen setzten jeweils ein Projekt in der Inneren Stadt Graz um.

Das Künstlerkollektiv Plex Noir (D) erarbeitete für das Joanneumsviertel eine interaktive Licht- und Klanginstallation, deren Intention die Auseinandersetzung mit dem Hof des Joanneums als Ort städtischen Lebens ist.

Im Innenstadtraum von Graz werden mehrere Arbeiten von Kunstschaffenden wie Atelier van Lieshout (NL), Atisuffix (IT), Manfred Erjautz (A), Werner Reiterer (A), Liddy Scheffknecht (A) und Johannes Vogl (D) zum Thema „Ressource Licht“ zu sehen sein.

Für den Eingangsbereich des Museums im Palais Herberstein entwickelt Brigitte Kowanz (A) eine spezifische permanente Arbeit, die das Entree optisch öffnet und entsprechend erfahrbar macht.