Die Jagd ist weiblich. Diana und Aktäon

Mit einem Gemäldezyklus von Gerald Brettschuh

01.07.2020-30.11.2022


Kuratiert von: Karlheinz Wirnsberger mit Eva Kreissl
Ort: Jagdmuseum

Die Jagd ist weiblich. Diana und Aktäon
Mit einem Gemäldezyklus von Gerald Brettschuh. Video: © J.J. Kucek

Über die Ausstellung

Die Jagd war und ist nicht das alleinige Betätigungsfeld der Männer. Forscht man in der Geschichte, so war die Jagd sehr wohl auch von Frauen geprägt. Diese Art des Zeitvertreibs war ein Mittel, sich aus den Zwängen des adeligen Gesellschaftslebens zu befreien, man konnte etwa lockerer mit Kleidungsvorschriften umgehen, „Frau“ war dabei.

Die historische Entwicklung dieses Themas beginnt aber schon in der Urgeschichte, setzt sich in der Mythologie bei der Jagdgöttin Diana und dem von ihr verwunschenen Aktäon fort und zeigt uns anhand von ausgewählten Persönlichkeiten, wie sich die Jagd entwickelt hat.

In der Gegenwart wird der Anteil von Frauen in der Jagd von Jahr zu Jahr höher. Wir gehen auch der Frage nach, ob und inwiefern Männer und Frauen aus verschiedenen Motiven der Jagd nachgehen oder ob es keinen Unterschied gibt.

Umrahmt wird diese Sonderausstellung vom Zyklus Diana und Aktäon des steirischen Künstlers Gerald Brettschuh.

Aktuelle Entwicklungen und Diskussionen abseits von Hochsitz und Wildtierlebensräumen, das Reproduktionsverhalten von Wildtieren und die sich daraus ergebenden sozialen
Konsequenzen in der Tierwelt runden das Thema ab.

Bildergalerie

Ausstellungsansicht, "Die Jagd ist weiblich", 2020,

Auf den Spuren der "weiblichen Jagd"

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Ausstellungsrundgang

Die Jagd ist weiblich. Diana und Aktäon

Mit einem Gemäldezyklus von Gerald Brettschuh

 

Die Anzahl der Frauen in der Jägerschaft hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Was manchen hartgesottenen Jäger stören mag, halten viele für ein höchst erfreuliches Zeichen. Doch was besagt dieses Zeichen?

 

Stehen die Jägerinnen für einen Erfolg der Emanzipation, wenn sie ein derart männlich dominiertes Terrain erobern? Ordnen sie sich dabei dem männlichen Habitus unter und versuchen zu zeigen, dass sie ebenso „gut“ sind wie Männer? Oder bringen sie eigene weibliche Qualitäten mit und reichern die Jagd mit diesen Facetten an?

 

Diese Ausstellung zeigt, dass beides stimmt. Schon seit Jahrhunderten nehmen Frauen als treffsichere Schützinnen und ausdauernde Reiterinnen an der Jagd teil – doch nur, wenn sie von ihren Vätern oder Ehegatten dazu in den rechten Stand gesetzt waren. Diese Fähigkeiten wurden bereits den Jagdgöttinnen der Antike nachgesagt.

 

In den monumentalen Gemälden seines Zyklus Diana und Aktäon zeigt Gerald Brettschuh den Spannungsbogen zwischen weiblicher Macht und Verletzlichkeit durch den Frevel des Jägers.

 

Diese Fährte lässt sich bis in die heutige Jagdpraxis verfolgen. Abschüsse männlicher Tiere werden höher bewertet, während die weiblichen ohne Rücksicht auf ihre natürlichen Reproduktionsaufgaben und deren Auswirkung auf das soziale Tierverhalten erlegt werden.

In Übertragung gefragt: Was geschieht mit Gesellschaften, in denen männliche Prinzipien die weiblichen dominieren?

Ausstellungsansicht, "Die Jagd ist weiblich", 2020,

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Dianasaal Expand Box

Diana und Aktäon

 

Diana, die Göttin der Jagd, durchstreift mit goldnem Pfeil und Bogen die Wälder, die Hindin zu jagen, das edle, der Mächtigen würdige Tier. Fernab der Städte sind Wald und Gebirg’ ihre Reiche, begleitet von Jungfrauen und Nymphen, als tapfere Gefährtinnen, als ergebene Dienerinnen.

Aktäon, noch erhitzt von der Jagd, kommt im Wald vom Weg ab, tritt durch die Zweige an eine Quelle und erblickt Diana, die Unberührte, wie sie entkleidet von ihren Waffen und Gewändern sich zum Bad bereitet. Der Unselige, so rasch kann er den Schritt nicht wenden, den Blick nicht senken.

Diana, von Scham gedemütigt, ihre Rache ist grausam: sie gibt dem Jüngling die Gestalt eines Hirschen. Voll Furcht sucht er sich im Dickicht zu verbergen, doch seine Hunde haben ihn jäh erspäht. Ohne eine Stimme, sie anzurufen, flieht Aktäon vor seinen treuen Helfern. Nicht schreien kann er, nicht bitten um sein Leben, nicht entkommen kann er im unwegsamen Gelände. Sie hetzen den prächtigen Hirsch, Aktäon, ihren eigenen Herrn, zu Tode.

 

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Frage 1 Expand Box

"Der römische Jäger Aktäon"

Die Zahl der Frauen in der Jagd hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Frauen nehmen aber schon seit Jahrhunderten an der Jagd teil ‒ zumindest adelige Damen. Bei den alten Griechen und bei den alten Römern waren auch die Jagdgottheiten weiblich. Der römische Jäger Aktäon hat die Jagdgöttin Diana beim Baden beobachtet, worüber sie sehr zornig wurde. Sie hat ihn deshalb in ein Tier verwandelt, das dann von seinen eigenen Hunden gejagt wurde.
Schau dir das Bild an der Decke des Dianasaales im 2. Stock des Jagdmuseums genau an: Siehst du, in welches Tier der Jäger Aktäon verwandelt wurde?
 

  • Steinbock
  • Hirsch
  • Adler
  • Gamsbock
Antwort zu Frage 1 Expand Box

Hirsch

Raum 1: Göttinnen der Jagd Expand Box

In früheren Kulturen, für die das Jagen eine elementare Nahrungsgrundlage darstellte, wurden Wesenheiten verehrt, die zuständig waren für die Regeln und den Erfolg der Jagd. Einige von ihnen waren weiblich. Von Jagdgöttinnen wie der nordischen Skadi, der keltischen Rotona oder der slawischen Zewana berichten Erzählungen und Inschriften. Göttinnen wie die griechische Artemis und die römische Diana hingegen wurden über Jahrhunderte hinweg nicht nur in den mythologischen Schriften eingehend beschrieben, sondern auch in zahlreichen Artefakten abgebildet.

 

Diana ist nicht alleine eine römische Übernahme der griechischen Artemis. Vielmehr gehen beide Gestalten auf verschiedene prähistorische Vorstellungen der Jäger- und Sammlerzeit zurück. Im zunehmenden Kontakt der Römer mit der Kultur Griechenlands vermengten sich die Bilder der Göttinnen Artemis und Diana. Jede Kultstätte betonte andere Merkmale besonders.

 

Beide Göttinnen waren ursprünglich zuständig für die freie Natur und das Wild, aber auch für Belange von Frauen und Kindern. Daraus entwickelten sich viele weitere Zuständigkeiten. Sie werfen ein Licht auf die Entwicklung der Zivilisation sowie der Einstellung zum Leben, zum Tod und auf das Verhältnis der Geschlechter.

Diana

 

In der römischen Göttin Diana vereinen sich mehrere prähistorische Vorstellungen. Italische Stämme, die am Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. über den Apennin bis in die Gegend Roms zogen, verehrten diese Göttin. In Situationen des Übergangs wurde sie um Beistand gebeten, also bei der Geburt, in der Phase des Erwachsenwerdens und als Vermittlerin zur Unterwelt. Daher galt sie als Schutzgöttin der Kinder bis zu deren Entwicklung zu Frau und Mann. In den privaten Haushalten diente sie als Schützerin des Wohlergehens aller Bewohner/innen.

 

Der Einflussbereich der Diana galt zunächst der häuslichen und weiblichen Sphäre, die dem Einfluss der Nacht und des Mondes zugerechnet wird. Daher rührt das Attribut als Mondgöttin. Wahrscheinlich erhielt sie erst durch die Gleichsetzung mit der griechischen Artemis den Bezug zur Jagd und wurde so auch zur Schützerin der freien Natur und des tierischen Nachwuchses. Die Attribute der römischen Göttin unterscheiden sich von denen der griechischen Artemis. Sie trägt oft einen Halbmond oder Strahlenkranz (Stephane) im offenen Haar und hält eine italische Lanze (das Venabulum zur Wildschweinjagd). Hunde und Jagdtiere sind ihre Begleiter.

Römische Jagdgöttin Diana, Foto: UMJ/N. Lackner

 

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Frage 2 Expand Box

„Eine Göttin mit verschiedenen Namen“

Wie heißt die Göttin der Jagd bei den alten Römern? Sie gilt dort auch als Schutzgöttin der Kinder. Ursprünglich war sie für die häuslichen Bereiche der Frauen zuständig. Dazu zählten auch die Nacht und der Mond, daher ist sie auch die Göttin des Mondes und wird mit einem Halbmond am Kopf dargestellt. Zusätzlich hält sie einen „Sauspieß“ für die Wildschweinjagd in den Händen und wird mit einem Hund oder anderen Jagdtieren dargestellt.

Wie heißt diese Göttin?
 

  • Kallisto
  • Artemis
  • Diana
  • Atalante
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Diana

Herkules fängt den Arkadischen Hirsch

 

Das nächste Bild zeigt die Szene "Herkules fängt den Arkadischen Hirsch" aus der Serie "Die Taten des Herkules" von Heinrich Aldegrever. Das Werk illustriert die Sage "Herkules und die Kerynitische Hirschkuh", in der die Hindin ein goldenes Geweih trägt.

Reproduktion, ca. 1550, Foto: UMJ/M. Zengerer

 

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Frage 3 Expand Box

 

"Ein berühmter Held bei den Griechen und bei den Römern"

Der griechische Held Herakles musste für seinen König Eurystheus zwölf Taten vollbringen. Dazu zählte, die Hirschkuh mit den goldenen Hufen und dem goldenen Geweih lebend zu fangen. Diese war aber ein heiliges Tier der griechischen Jagdgöttin Artemis. Deshalb ließ Herakles die Hirschkuh entkommen, nachdem er sie dem König übergeben hatte.  Auch die alten Römer kannten diesen Helden, allerdings unter einem anderen Namen. Wie heißt dieser berühmte Held bei den Römern?
 

  • Jupiter
  • Herkules
  • Apollo
  • Neptun
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Herkules

Artemis und Orion

 

Von den zahlreichen mythischen Erzählungen über den starken und schönen Jäger Orion hat sich keine als führende Version durchgesetzt. Sein Name stammt von dem Wort Urin, denn er hatte keine Mutter, sondern entstammte dem Harn der Götter Zeus, Poseidon und Hermes. Manche sahen in ihm den Gefährten der Artemis, der mit ihr und deren Mutter Leto jagend durch die Wälder zog. Andere sprachen von seinem Liebesverhältnis zur Göttin Eos. Vielleicht hatte sich Artemis, die sich zu ewiger Jungfräulichkeit verpflichtet hatte, auch in ihn verliebt, geriet in einen inneren Zwiespalt oder war eifersüchtig.

Jedenfalls gefiel ihrem Bruder Apoll das Verhältnis zu Orion nicht, sodass er eine List ersann und Artemis zu einer Wette herausforderte, mit dem Pfeil einen fernen Punkt im Meer zu treffen. Artemis gewann die Wette, doch der Punkt im Meer war der Kopf des so getöteten Orion.

Andere Erzählungen berichten von der wilden, alle Tiere vernichtenden Jagdlust des Orion – im Unterschied zur ausgleichenden Jagd der Artemis. Sie oder die Erdgöttin Gaia schickten einen Skorpion, der ihm mit seinem Stachel einen tödlichen Stich ins Ohr versetzte. Aus Reue, Ausgleich oder Mitgefühl wurde Zeus gebeten, Orion in ein Sternbild am Himmel zu verwandeln.

 

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Frage 4 Expand Box

„Als Sternbild am Himmel“

Er war der Sage nach ein großer Jäger bei den alten Griechen. Sein Name leitet sich vom Wort Urin ab, weil er angeblich keine Mutter hatte, sondern aus dem Harn des Göttervaters Zeus, des Meeresgottes Poseidon und des Götterboten Hermes entstand. Man sagt, er wurde von der Jagdgöttin Artemis mit einem Pfeil getötet und deshalb als Wiedergutmachung vom Göttervater Zeus in ein Sternbild verwandelt. Wie heißt dieses Sternbild, das wir heute noch am Himmel sehen?
 

  • Orion
  • Perseus
  • Phönix
  • Großer Bär
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Orion

Raum 2: Diana als Symbolgestalt Expand Box

Humanismus und Renaissance des 15. Jahrhunderts rückten die Antike wieder in das Blickfeld der gesellschaftlichen Betrachtung. In Recht und Staatswesen, Philosophie, Medizin und Wissenschaft, Literatur und Kunst flossen bis zu 2.000 Jahre alte – und über Jahrhunderte vernachlässigte – Vorstellungen und Überlieferungen ein. In der Kunst eröffneten vor allem die Skulpturen der antiken Meister einen neuen Zugang zum menschlichen Körper und seiner Darstellung.

 

Die Überschneidungen der antiken Verehrung von Artemis und Diana verwoben sich dabei zu einer einzigen Figur. All ihre Funktionen schmolzen auf die der Mond- und Jagdgöttin zusammen und sie wurde je nach Vorliebe mit dem griechischen oder dem römischen Namen bezeichnet.

Die Hinwendung zu den Idealen der Antike lebte im 18. Jahrhundert wieder auf. Diana wurde entweder als amazonenhafte Jägerin dargestellt oder im Kreise ihres in freier Natur lebenden Gefolges der Nymphen. Beide Themen stellten bewusste Gegenentwürfe zum realen Leben der Frau in der Zeit des Absolutismus dar. Denn deren Leben vollzog sich nach strengen Regeln und Normen, auch wenn sie weit mehr Rechte und Ansehen genoss als später in der bürgerlichen Gesellschaft und ihr sozialer Stand maßgeblicher war als ihr Geschlecht.

"Apoll und Diana", Gemälde von Lucas Cranach d.Ä., 16. Jhdt., 
Öl auf Holz, Reproduktion, 
© RMFAB, Brussels, Foto: J. Geleyns – Art Photograph

 

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Frage 5 Expand Box

„Was war vor den Fotos?“

Im 15. und 16. Jahrhundert war die Zeit der sogenannten „Renaissance“, was so viel wie „die Wiedergeburt der Antike“ bedeutet. Man ließ also wieder die Kultur der alten Griechen und Römer hochleben. In der Malerei stand nicht mehr Gott, sondern der Mensch selbst im Mittelpunkt und es wurden auch wieder Menschen auf Bildern dargestellt. Reiche, adelige Damen ließen sich sehr gerne als Jagdgöttin Diana malen. Damals gab es noch keine Fotos und schon gar keine Selfies, deshalb ließ man sich von berühmten Malern abbilden.

Wie lautet der Titel des Bildes von Lucas Cranach d. Ä.?
 

  • Das Bad der Diana
  • Apoll und Diana
  • Diana mit ihren Gefährtinnen
  • Diana mit ihren Nymphen bei der Jagd
Antwort zu Frage 5 Expand Box

Apoll und Diana

Artemis

 

In der griechischen Antike ist Artemis die Herrin der Wälder, verbunden mit den wilden Tieren und dadurch auch mit der Jagd. Als Herrscherin über den Jahreslauf soll sie den Bauern eine reiche Ernte schenken. Sie ist zwar die Tochter des Zeus und Schwester von Apollon, doch ist ihr Aufenthaltsort nicht der Olymp, sondern die Wildnis. Gemeinsam mit ihren Gefährtinnen, den Nymphen, führt sie dort ein ungebundenes Leben, jedoch immer gefährdet durch männliche Nachstellungen.

Die Göttin verschmilzt mit anderen Göttinnen, vor allem mit Hekate (Unterwelt), Selene (Mond) und Eileithyia/Juno (Geburt). Daher stammt auch die große Vielfalt an Zuständigkeiten der Göttin und die hohe Zahl an Kultstätten für sie im gesamten Mittelmeerraum. Vor allem aber schützt sie Kinder und Jugendliche bis zum Erwachsenenalter. Mit deren ersten Geschlechtsakt verliert die jungfräulich lebende Artemis die Verantwortung über sie.

Wie andere Göttinnen auch, ist Artemis eine segenspendende, aber auch bedrohliche Göttin, die bei Freveltaten grausam straft. Ihre Attribute sind Pfeil, Bogen und Köcher, aber auch Jagdspeer und Fackel.

"Artemis mit Hund", Bronzierte Statue von Artemis aus Eisenkunstguss; 
Am linken Arm saß einst ein Jagdvogel (fehlt jetzt), rechts neben ihr Jagdhund, Bogen und Köcher mit Pfeilen an ihrer linken Hüfte; 
Gießerei Blansko, Mähren, 19. Jhdt., 
Leihgabe: Schell Collection Graz

 

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Frage 6 Expand Box

„Die griechische Jagdgöttin“

Die römische Göttin der Jagd, Diana, ist dir schon begegnet. Wie heißt diese Göttin der Jagd bei den alten Griechen? Bei den alten Griechen ist sie die Herrin der Wälder, verbunden mit den wilden Tieren und dadurch auch mit der Jagd. Sie soll auch den Bauern reiche Ernte schenken. Obwohl sie die Tochter des Göttervaters Zeus und die Schwester des Sonnengottes Apollon ist, lebt sie nicht bei den anderen Göttinnen und Göttern am göttlichen Olymp, sondern in der Wildnis. Dargestellt wird sie meist mit Pfeil, Bogen und Köcher, aber auch mit Jagdspeer und Fackel.

Kennst du ihren Namen?
 

  • Kallisto
  • Artemis
  • Diana
  • Atalante
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Artemis

Hirsch und Tier

 

Intrasexuelle Evolution: Kampf um die Weibchen!

Wer in Konkurrenz mit den Geschlechtsgenossen treten will, muss stark sein. Vielleicht braucht man sogar eine Waffe, um die Gegner in die Flucht zu schlagen. Beim Rotwild ist es das Geweih der Hirsche, an dem die Gegner ablesen können, wie groß die körperliche Fitness des Trägers ist. Wer dann vom Geweih und dem Imponiergehabe noch immer nicht beeindruckt ist, muss sich einem Kampf stellen, bei dem das Geweih eine tödliche Waffe werden kann. 

Bewertungssystem durch das Rotwild selbst:

Weibliche und männliche Stücke haben unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien:

Die Weibchen (Tier) tragen den Großteil der Fortpflanzungslast in der Schwangerschaft, der Stillzeit und während des Führens des Jungtieres (Kalb). Ihr Fortpflanzungserfolg ist abhängig von ihrer klugen Auswahl der Männchen (Hirsch).

Hirsche stecken ihre Energie, Körper - und Geweihgröße in die Konkurrenz untereinander und das Buhlen um die Weibchen. Sie versuchen möglichst viele Weibchen zu besamen. Die Weibchen bestimmen letztendlich durch ihr Wahlverhalten, welche Männchen zur Paarung gelangen. Sie sind die "Hüterinnen des Fortpflanzungspotentials".

"Die wahren Spielmacher sind die weiblichen Stücke" (Gressmann)

 

Rotwild (Hirsch, Tier, Kalb), Foto: UMJ/N. Lackner

 

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Frage 7 Expand Box

"Hirsch und Tier"

Der Hirsch muss stark sein, am Geweih kann sein Gegner ablesen, wie fit der Hirsch ist. Wer sich vom Geweih des Gegenübers nicht beeindrucken lässt, muss sich einem Kampf stellen, der sogar tödlich enden kann. Letztendlich entscheidet aber die Hirschkuh die Partnerwahl, wobei sie sich für den Stärkeren entscheiden wird.

Wie wird diese Wildart in der Fachsprache genannt?
 

  • Rehwild
  • Schwarzwild
  • Rotwild
  • Gamswild
Antwort zu Frage 7 Expand Box

Rotwild

Raum 3: Jagende Frauen in der höfischen Kultur Expand Box

Schon im Mittelalter gehörte es zu den Pflichten adeliger Damen, an den Jagden ihres Hauses oder als Gast an Gesellschaftsjagden teilzunehmen. Bis ins 19. Jahrhundert diente die Jagd der Repräsentation ihres herrschaftlichen Standes. Zudem bot sie eine der wenigen Möglichkeiten des längeren Aufenthalts im Freien. Sie eröffnete Gelegenheiten zu geschäftlichen und politischen Abmachungen ohne Zuhörer/innen sowie zu amourösen Treffen ohne Zuseher/innen.

 

Nicht wenige Damen fanden jedoch großen Gefallen an den Herausforderungen der Jagd selbst. Die Hetzjagd zu Pferd war aufgrund ihrer Kleidung zwar etwas mühsam, doch galten Fürstinnen wie Anna von Böhmen, Maria von Burgund, Anna Boleyn oder Katharina Medici als exzellente Reiterinnen und Schützinnen.

 

Die bevorzugte Jagdform der Damen war jedoch die Beizjagd, bei der sie seitlinks auf einem Reittier geführt wurden und ihren gut abgerichteten Greifvogel kleinere Wildtiere und Vögel schlagen ließen. Diese Vergnügung kam in adeligen Kreisen durch arabische Einflüsse seit den Kreuzzügen in Mode.

 

Das Ansehen jagender Frauen war so hoch, dass sich zahlreiche Damen in jagdlicher Kleidung porträtieren ließen, auch wenn sie kein Vergnügen an dieser prestigeträchtigen Belustigung fanden.

Beizjagd

 

Diese Jagd, bei der Greifvögel mechanische Waffen ersetzen, stammt ursprünglich aus Asien. Mit den Kreuzzügen des Mittelalters in den Orient verbreitete sich die Beizjagd in ganz Europa als Vergnügung des Adels. Für die Damen war die Beizjagd mit kleinen Vögeln wie dem Merlin und anderen Falken besonders geeignet. Sie brachte kaum schwere Strapazen mit sich und konnte in Schicklichkeit ausgeübt werden.

 

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Frage 8 Expand Box

"Jagen mit dem Vogel"

Wie hieß die bevorzugte Jagdform der adeligen Damen, bei der sie seitlinks auf einem Reittier geführt wurden und mit ihrem gut abgerichteten Greifvogel kleinere Wildtiere und Vögel jagten?
 

  • Reizjagd
  • Beizjagd
  • Hetzjagd
  • Vogeljagd
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Beizjagd

Fuchsprellen

 

Großes Vergnügen bereitete dem Adel bis ins 18. Jahrhundert das Fuchsprellen. Dabei wurden Füchse in ein umzäuntes Terrain getrieben, wo die Damen und Herren der feinen Gesellschaft bereits paarweise mit gespannten Netzen auf sie warteten. Verfing sich ein Fuchs in einem Netz, wurde er von den beiden so lange in die Luft geschleudert und zu Boden fallen gelassen, bis sein Leiden durch den Tod beendet wurde.

"Das Fuchsprellen" - Eine Hoflustbarkeit aus dem vorigen Jahrhundert
Holzstich, 1895
Foto: UMJ/M. Zengerer

 

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Frage 9 Expand Box

"Ein sehr brutaler Sport"

Noch vor 300 Jahren wurde ein sehr grausamer „Sport“ ausgeübt. Dabei wurden Füchse in ein umzäuntes Gebiet gesperrt. Dort standen die Damen und Herren der feinen Gesellschaft bereits paarweise mit gespannten Netzen bereit. Blieb ein Fuchs in einem Netz hängen, wurde er ähnlich wie beim Federballspiel so lange in die Luft geschleudert und auf den Boden fallen gelassen, bis er tot war.

Wie nannte man dieses brutale Spektakel?
 

  • Fuchsprellen
  • Fuchsjagen
  • Fuchsschnappen
  • Fuchsspringen
Antwort zu Frage 9 Expand Box

Fuchsprellen

Rehwild

 

Elterliches Investment: Wieviel muss in die Nachkommen investiert werden? Gibt es genug Nahrung, wenige Fressfeinde und genügend Schutz vor ungünstiger Witterung, dass auch ein Elternteil alleine den Nachwuchs großziehen kann? Vielleicht kommen die Jungen sogar alleine durch oder brauchen nicht lange die Betreuung durch die Eltern?

Rehkitze (Jungtiere) brauchen nur die Milch, dann die Führung durch ihre Mutter. Die Väter sind für sie nicht notwendig, um alles Überlebensnotwendige zu lernen. Die Geiß steckt viel Energie in ihre Nachkommen. Sie trägt nicht nur ein bis zwei Kitze aus. Nach der Geburt investiert sie – wie alle Säugetiere – weiter, sie zieht mit ihrer Milch den Nachwuchs groß.

Wer viel investiert hat auch mit einer falschen Partnerwahl viel zu verlieren. Deshalb sucht sie den „richtigen“ Bock als Vater ihrer Jungen: Groß und stark? Bereits alt und daher fähig, lange zu überleben? Inhaber eines Revieres, das er anscheinend erfolgreich verteidigen kann? Je länger sie das Werben des Bockes hinauszögern kann, umso besser kann sie seine Qualitäten einschätzen. Manche Geißen gehen weite Strecken, um den optimalen Bock zu finden. Steirische Untersuchungen mit besenderten Rehen in Stainz und nördlich von Leoben zeigten bei manchen Geißen auch mehrtätige Reisen um den „richtigen“ Bock zu besuchen.

Rehwild, Foto: UMJ/N. Lackner

 

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Frage 10 Expand Box

"Rehwild"

Bei den Rehen ist die Mutter nach der Geburt alleine für die Aufzucht ihrer ein oder zwei, sehr selten auch drei Jungen zuständig. Deshalb ist es wichtig, dass der Vater, der Rehbock, zumindest groß und stark ist und diese Eigenschaften auch an seine Kinder vererbt. 

Wie wird das Jungtier beim Rehwild genannt?

  • Nestling
  • Rehkalb
  • Rehkitz
  • Ästling
Antwort zu Frage 10 Expand Box

Rehkitz

Raum 4: Diana und Actaeon Expand Box

Text: Gerald Brettschuh

Actaeon ist ein junger Mann göttlicher Abstammung und ein guter Jäger. Nach einem ertragreichen Morgen bei der Jagd im Gebirge lässt er seine Gefährten ausruhen und streift alleine durch die Gegend. Er kommt zu einem Wäldchen, nicht ahnend, dass es sich um einen heiligen Hain der Diana handelt. Dort nimmt die Göttin gerade ein Bad in einer Grotte und hatte ihren Begleiterinnen ihre Waffen und ihre Kleidung übergeben. Der herumirrende Actaeon erblickt die nackte und schutzlose Göttin im Kreise ihrer Nymphen.

Diana erträgt nicht, dass er sich nun damit brüsten könne, sie so gesehen zu haben. Sie verwandelt den bereits fliehenden Actaeon in einen Hirsch, der jedoch wie ein Mensch denkt und fühlt. Als seine Hunde ihn wittern, erkennen sie ihn nicht und zerfleischen ihn. Als seine Gefährten zu dem Geschehen stoßen, rufen sie nach ihm, damit er sich dieses Schauspiel nicht entgehen lasse. Actaeon verendet als Hirsch unerkannt vor ihren Augen.
(nach den Metamorphosen des Ovid)

Ein berühmter steirischer Maler

 

In den mommentalen Gemälden seines Zyklus Diana und Aktäon zeigt Gerald Brettschuh den Spannungsbogen zwischen weiblicher Macht und Verletzlichkeit durch den Frevel des Jägers.

 

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Frage 11 Expand Box

"Ein berühmter steirischer Maler"

Der Maler dieser Bilder lebt in der Südweststeiermark und beschreibt sich selbst als Erzähler von Geschichten, woraus dann seine Bilder entstehen. Er hat sehr viele Bilder über die Sage vom römischen Jäger Aktäon und der Jagdgöttin Diana gemalt.  Wie heißt dieser Maler?
 

  • Gerald Brettschuh
  • Ernst Fuchs
  • Friedensreich Hundertwasser
  • Arik Brauer
Antwort zu Frage 11 Expand Box

Gerald Brettschuh

Die „Bauch – Brutpflege“

 

Vier Jahre schwanger?!

Der Alpensalamander ist der kleine schwarze Verwandte des Feuersalamanders. Seine Lebensraumwahl fiel auf das Gebirge über der Waldgrenze, weitaus extremer als der in vorwiegende feuchten Laubwäldern lebende gelb Getupfte. Viele Junge als Larven direkt aus dem Bauch in den nächsten Bach zu entlassen kann sich das Alpensalamander-Weibchen nicht leisten.

Die Jungen würden kaum überleben, ihr Investment in die Nachkommen wäre umsonst. Daher behält sie nur zwei oder drei Jungtiere so lange in ihrem Bauch, bis diese fertig entwickelt sind und die Witterung für deren Überleben geeignet ist. Das kann bis zu vier Jahren dauern.

 

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Frage 12 Expand Box

"Wie schwarz lackiert"

Der schwarz glänzende Salamander kommt bei uns in den Alpen vor und ist streng geschützt. Er ernährt sich von Spinnen, Larven, Schnecken und Regenwürmern. Das Weibchen kann sogar zwei bis vier Jahre lang schwanger sein. Nur bei idealem Wetter kommen zwei bis vier Jahre nach der Paarung im Sommer ein bis zwei Jungtiere auf die Welt. Wie der Feuersalamander kann auch dieser Salamander ein giftiges Hautsekret absondern. Wie heißt dieser schwarze Salamander?
 

  • Feuersalamander
  • Alpensalamander
  • Bergmolch
  • Alpen-Kammmolch
Antwort zu Frage 12 Expand Box

Alpensalamander

Große Frau - kleiner Mann

 

Die große Ausnahme im Tierreich:

Greifvogelweibchen sind größer als ihre Männchen. Die Gründe dafür sind noch immer nicht restlos klar. Unterschiedliche Größen sind jedenfalls ein Vorteil, damit man sich nicht bei der Nahrungssuche in die Quere kommt. Ein Sperberweibchen wagt sich auch an Tauben, das kleinere Sperbermännchen hat die Jagd auf spatzengroße Vögel optimiert. Damit gibt es keine Konkurrenz um die beste Nahrung. Bei Habicht und Sperber, den fliegenden Jägern im Wald, ist diese Größenverteilung sogar auf vier unterschiedliche Größenklassen aufgeteilt.

 

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Frage 13 Expand Box

"Große Frau – kleiner Mann"

Im Tierreich sind die Männchen fast immer größer als die Weibchen ‒ außer bei den Greifvögeln. Die Greifvogelweibchen sind größer als ihre Männchen ‒ warum das so ist, weiß man noch immer nicht so genau. Es hat jedenfalls den Vorteil, dass man sich bei der Nahrungssuche nicht in die Quere kommt, weil man unterschiedlich große Tiere jagen kann. Bei der kleinsten Greifvogelart in diesem Raum kann das Weibchen Vögel bis zur Taubengröße jagen und das Männchen hat sich auf spatzengroße Vögel spezialisiert.

Wie heißt dieser Greifvogel?
 

  • Turmfalke
  • Steinadler
  • Mäusebussard
  • Sperber
Antwort zu Frage 13 Expand Box

Sperber

Raum 5: Mit Leidenschaft Expand Box

Mit der Revolution von 1848 verloren Adel und Hof ihr ausschließliches Jagdprivileg. Bürgern und Bauern stand es frei, auf ihrem eigenen Landbesitz Wildtiere zu erlegen – sofern er mindestens 115 Hektar betrug. Wie heute noch gehörten jedoch ausgedehnte Wald- und Forstgebiete zum Besitz von Klerus, Adel oder Großindustriellen. Hier pflegte man die Jagd als gesellschaftliches Ereignis, an dem auch die Damen der Gesellschaft regen Anteil nahmen, sei dies aus Freude an der Jagd oder aus Gründen des Sozialprestiges.

 

Frauen, denen das soziale Korsett ihres Standes zu eng wurde, wählten gerne das Reiten als Ventil ihres Freiheitdrangs, das ihnen auf legitime Weise einen Sport in der freien Natur ermöglichte. Die Teilnahme an Gesellschaftsjagden zu Pferd verband ihre Reitleidenschaft mit gesellschaftlichen Verpflichtungen. Manche vornehme Damen liebten es aber auch, auf der Pirsch durch die Wälder zu streifen und als versierte Schützinnen so manches Tier zu erlegen.

 

Gegen die grundherrschaftlichen Jagdrechte rührte sich der Volkszorn und die Wilderei wurde zu einem Kavaliersdelikt der kleinen Leute. Entgegen der landläufigen Meinung beteiligten sich durchaus auch Frauen an der verbotenen Jagd. Und auch sie trieb die Jagdleidenschaft und nicht nur die schiere Not zu ihrem frevelhaften Tun.

 

Der gesellschaftliche Anlass

 

Die Anwesenheit von Frauen prägt die Stimmung einer Jagdgesellschaft. Beide Geschlechter verhalten sich anders, sobald das jeweils andere zugegen ist. Die Atmosphäre mag moderater oder beschwingter sein oder eher den Regeln der Etikette entsprechen. Sie kann auch von Ehrgeiz geprägt sein, wenn die Gastgeberin einer Jagd eine hervorragende Schützin ist, wie etwa bei den Jagdgesellschaften im Mariazellerland von Arthur und Margret Krupp. Frau Krupp erlegte in den Jahren zwischen 1891 und 1919 allein 212 Hirsche.

 

 

Jägerin aus Leidenschaft

Die Jagd war über Jahrhunderte hinweg ein Privileg des Adels. Ohne rechtliche Einschränkungen durften Adelige zu jeder Jahreszeit jegliches Tier schießen, das ihnen vor Bogen, Armbrust oder Flinte kam. Oft wurden die Felder der Bauern dabei zerstört, Tierarten gefährlich dezimiert. Das galt als Vergnügen oder gar Leidenschaft – Vernunft spielte eine Nebenrolle.

Die Anzahl erbeuteter Tiere durch Fürsten und Herren wurde bewundernd kolportiert. Der Umfang des Jagdglücks von Frauen drang nur selten an die Öffentlichkeit. In der Regel nannte man Damen der Gesellschaft große Jägerinnen, wenn sie hervorragende Reiterinnen waren.

Die verbotene Jagd, das Wildern, wurde als reine Männerdomäne gesehen, den Wildschützen sogar zugestanden, dass die Leidenschaft mit ihnen durchgegangen sei. Natürlich gab es auch Frauen, die nicht nur aus der Not heraus das Gesetz übertraten. Doch weibliche Leidenschaften sollten auf anderes gerichtet bleiben.

Reiten und Jagen

 

Frauen können zu Pferden und dem Reitsport eine besonders enge Beziehung entwickeln. Die Tiere verhelfen ihnen zu schneller Mobilität, sind gut zu erziehen, lenken und entwickeln ihrerseits Anhänglichkeit an ihre Betreuerin. Im Reiten stehen Frauen den Männern nicht nach, da es bei beiden die Pferde sind, die die Kraft aufbringen, wenn Reiter oder Reiterin sie gut zu führen wissen.

Auch bei der Reitjagd kommt es eher auf Geschicklichkeit und Ausdauer an, nicht unbedingt auf körperliche Stärke. Der Abschuss des von Pferden und Hundemeuten gehetzten, ermüdeten Wildtieres war nie so ehrenvoll wie auf einer Pirsch. Parforce- und Hetzjagden sind in vielen Ländern seit Jahren verboten oder werden mit Attrappen durchgeführt. Sportliches Reiten und der gesellschaftliche Austausch stehen im Vordergrund.

Gamswild

 

Im Gegensatz zum Rotwild werden beim Gamswild die Gamskrucken von beiden Geschlechtern getragen. Die Brunft fällt in die Monate November bis Dezember.

Gamsböcke wechseln regelmäßig zwischen verschiedenen Rudeln hin und her, während der Platzbock "sein" Rudel verteidigt. Nähert sich ein Rivale, richtet er sein langes Rückenhaar (den Gamsbart) auf und macht sich dadurch größer. Wenn das Imponiergehabe keinen Erfolg zeigt, vertreibt der Platzbock den Eindringling oft durch eine waghalsige Verfolgungsjagd über Fels und steiles Gelände.

Nach einer Tragzeit von ca. einem halben Jahr setzt die Gamsgeiß Anfang Juni ein, manches Mal auch zwei Kitze. Diese frisch gesetzten Jungtiere folgen bereits wenige Stunden nach der Geburt ihrer Mutter in steiles Gelände. Die Gamsgeiß säugt ca. 6 Monate ihre Jungen und diese bleiben bis zu einem Jahr bei der Geiß.

 

 

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Frage 14 Expand Box

"Mit Hörnern auf dem Kopf"

Als Lebensraum dieser Tiere dient das Mittel- und Hochgebirge, sie halten sich gerne im offenen, felsigen Gelände und im Wald auf. Aufgrund ihres Körperbaues und ihrer relativ weichen Hufe sind sie ideal an die Gebirgsregion angepasst und sie sind ausgezeichnete Kletterer. Die weiblichen Tiere mit ihren Jungen bilden ein Rudel mit bis zu 30 Tieren. Mit den Böcken kommen sie nur zur Paarungszeit im November zusammen.

Wie heißt diese Wildart?
 

  • Rotwild
  • Rehwild
  • Steinwild
  • Gamswild
Antwort zu Frage 14 Expand Box

Gamswild

Der Damensattel

 

Die Entwicklung des Damensattels begann mit dem Seitsitz, auf dem Frauen seitwärts auf einem Reittier geführt wurden, etwa zur Falkenjagd. An einem Knauf konnten sie sich festhalten und ihre Füße stützten sie auf die Planchette, ein Trittbrett, das unten am Sattel montiert war. Aktiv reiten konnten sie darauf nicht. Zu Jagden und Ausritten saßen Frauen, trotz der lästigen Röcke, wie Männer rittlings zu Pferd.

Situationen, in denen dies als unschicklich galt, blieb der Damensattel vorbehalten, der ab dem 16. Jahrhundert immer weiter verbessert wurde. Die Reiterin schlug ein Bein über den Sattelknauf und verwendete für den anderen Fuß einen Steigbügel statt der Fußstütze. Damit saß die Reiterin trotz Rock in Reitrichtung und mit ihren Schultern fast parallel zu den Pferdeschultern. Beim Gabelsattel wurde der Sattelknauf durch zwei Hörner ersetzt, zwischen denen der rechte Oberschenkel zu liegen kam.

Er bürgerte sich ab dem 19. Jahrhundert allgemein für Damen ein und sportliche Reiterinnen wie Kaiserin Elisabeth von Österreich sprengten mit Bravour auf dem Damensattel durchs Gelände.

Kaiserin Elisabeth bei einer Hetzjagd in Gödöllö
Fotographie nach einem Gemälde
Unbekannter Künstler
©Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv

 

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Frage 15 Expand Box

"Reiten wie ein Mann ist nicht erlaubt"

Hier siehst du einen Damensattel, der vor ungefähr 200 Jahren allgemein für Frauen eingeführt wurde. Das Reiten im Damensattel war weit gefährlicher als im Spreizsitz beim normalen Reiten. Bei einem Sturz konnte sich der weite Rock der Reiterin im Sattel verfangen. Deshalb erfand man die Reitschürze, die über eine Reithose getragen und nach dem Aufsitzen wie ein Rock drapiert wurde.

Wie heißt die österreichische Kaiserin, die als ausgezeichnete und sogar in England berühmte Reiterin auf dem Damensattel durch das Gelände ritt und den Spitznamen Sisi trägt?
 

  • Maria Theresia
  • Elisabeth
  • Maria Anna
  • Zita
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Elisabeth

Sicherheit im Damensattel

 

Das Reiten im Damensattel war weit gefährlicher als das im Spreizsitz. Bei einem Sturz konnten sich die weiten Röcke in den Sattelhörnern verfangen oder der Fuß sich nicht aus dem Steigbügel lösen. Gegen beide Gefahren brachten Ende des 19. Jahrhunderts zwei Erfindungen mehr Komfort und Sicherheit: Die Reitschürze bestand aus weiten Stoffbahnen, die über einer Reithose getragen und nach dem Aufsitzen wie ein Rock über den Beinen drapiert wurden. Eine Sicherheitsmechanik, die am Sattel befestigt war, löste dort bei einem Sturz die Aufhängung des Steigbügels.

Der Reitstock ist ein unerlässliches Instrument beim Reiten im Damensattel, denn er ersetzt das rechte Bein der Reiterin beim Lenken des Pferdes. Er gibt deutlichere Signale an das Tier weiter als die flexible Reitgerte.

Raum 6: Frauenrollen Expand Box

Männer sind entweder Jäger oder Nichtjäger und haben dafür verschiedene Gründe. Frauen hingegen spielen in der Jagd die unterschiedlichsten Rollen. Auch wenn die Jagd nach wie vor als männliche Domäne gilt, waren Frauen darin nie unwichtig.

                                         

So genießt ein erfolgreicher Jäger eine hohe Reputation, nicht nur unter Jägern. Ein Tier zu verfolgen, zu schießen, zu töten und Nahrung zu beschaffen reicht auf archaische Fähigkeiten zurück, doch psychologisch wirken sie unterschwellig fort und zeugen von der Virilität eines Mannes, mit der er auf Frauen Eindruck machen kann. Als Berufsjäger noch eine Jagduniform trugen, wies diese sie als Repräsentant der Obrigkeit aus und zeugte von einer festen Anstellung, was in unteren Schichten durchaus die Attraktivität eines Mannes steigern konnte. Die populäre Kultur spielt mit diesem Status und zeigt gerne die Frau als eigentliches, nämlich erotisches Ziel seines Erfolgs.

 

Dringt eine Frau erfolgreich in ein männliches Terrain ein, bietet sie wiederum Anlass zu erotischen Vorstellungen, diesmal als dominante Akteurin. Jenseits männlicher Fantasien aber erobert sie ihren Platz in der Jägerschaft auf dem gleichen Weg wie in der Berufswelt: Erst wenn sie ein Mehrfaches leistet als ihr männliches Pendant, wird sie als gleichberechtigt anerkannt.

 

Schwarzwild

 

Hohe Wachstumsrate ohne Kapazitätsgrenzen

Eigentlich ist das Wildschwein ein r-Stratege: Viel Nachwuchs übers Jahr, relativ kurze Betreuungszeiten und sehr schnelle Geschlechtsreife sollen über etwaige Notsituationen hinwegretten. Mit dieser Strategie kann man auch schnell neue Lebensräume erobern.

Nun wird der Lebensraum aber schon seit mehreren Jahrzehnten zunehmend besser. Karge Weiden werden durch fette Wiesen, Intensivlandwirtschaft und große Maisäcker ersetzt, Wildtierfütterungen geben zusätzlichen Input. In den „neuen Lebensräumen“ gibt es keinen Mangel. Man kann fast endlos Energie tanken. Die Überschüsse können gleich wieder in Nachwuchs "Frischlinge" investiert werden. Und der vermehrt sich auch gleich wieder…..

Text: Dr. Veronika Grünschachner Berger

 

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Frage 16 Expand Box

"Jungtiere im gestreiften Pyjama"

Bei den Wildschweinen bilden mehrere weibliche Tiere mit ihren Jungen einen Familienverband, den man auch Rotte nennt. Erwachsene Keiler (männliche Tiere) sind Einzelgänger und treffen nur in der Paarungszeit im November und Dezember auf die Bachen (weiblichen Tiere). Nach einer Tragzeit von vier Monaten kommen bis zu 11 Jungtiere mit weichem, hell-gelb-braun gestreiften Fell auf die Welt.

Wie heißen die Jungtiere der Wildschweine?
 

  • Frischlinge
  • Setzlinge
  • Stecklinge
  • Mehrlinge
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Frischlinge

Damenspenden oder Ballspenden

 

Die kleinen Präsente, die Frauen auf einem Ball von den Organisatoren geschenkt bekommen, haben sich aus den Tanzkarten entwickelt. Darin trugen sich bei Bällen die Tänzer bei den Damen ein, um einen Tanz für sich zu reservieren.

Beschenkt werden Personen, über deren Existenz oder Tun man sich freut, die aber nicht selbstverständlich ist. Beschenkt zu werden, ist eine erfreuliche, aber passive Rolle.

Bei Jägerbällen zeugen die kleinen Aufmerksamkeiten heute weniger vom jagdlichen Hintergrund der Veranstaltung als vom Geschlecht der Beschenkten. Als solche Damen- oder  Ballspenden gibt  es Schmuckstücke, Nähutensilien, Porzellanwaren oder auch Geschirrtücher und gelegentlich Spielkarten.

 

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Frage 17 Expand Box

"Tanzspenden?"

Diese kleinen Geschenke bekamen Frauen auf dem Jägerball in Wien überreicht. Vorläufer dieser Geschenke waren sogenannte Tanzkarten. Darin konnten sich auf Tanzveranstaltungen die Tanzpartner einen Tanz buchen: Sie haben in diese Karten ihren Namen eingetragen und somit den jeweiligen Tanz „reserviert“. Du findest hier Schmuckstücke, Nähutensilien und Porzellangegenstände.

Wie nennt man diese Gegenstände? Es gibt zwei richtige Möglichkeiten!
 

  • Herrenspenden
  • Damenspenden
  • Ballspenden
  • Tanzspenden
Antwort zu Frage 17 Expand Box
  • Damenspenden
  • Ballspenden
Raum 7: Jagdgewand gibt Auskunft Expand Box

Kleidung ist immer eine – bewusste oder unbewusste – Botschaft mit Hinweisen zu Persönlichkeit und kulturellem Hintergrund einer Person. Auf Porträts, die deutlich auf die Jagd verweisen, sind adelige Damen des 18. Jahrhunderts mit Jacken und Hüten zu sehen, die dem männlichen Jagdgewand nachempfunden sind. Dieses wiederum orientierte sich an Soldatenuniformen – schließlich galt in höfischen Kreisen die Jagd als Übung für den Krieg.

 

Mit der Demokratisierung der Jagd im 19. Jahrhundert differenzierte sich eine Jagdkleidung zu Pferd von jener für die Pirsch oder Treibjagd. Im Reitsport setzte sich für Damen eine dem männlichen Anzug ähnelnde Kleidung durch, die auch bei Hetzjagden im freien Gelände getragen wurde. Die Jagd auf eigenen Füßen wurde zunehmend als Jagdsport angesehen und die Damenmode richtete sich an der gleichzeitig aufkommenden Wander- und Touristenmode aus, ohne auf ein elegantes Erscheinungsbild zu verzichten.

 

Mit der Übernahme von ländlicher Trachtenmode in bürgerlichen und adeligen Kreisen erhielt auch die weibliche Jagdkleidung immer weitere Akzente männlicher Trachtenanzüge. Heute überwiegt funktionale Unisex-Kleidung bei der Ausübung der Jagd. Gesellschaftliche Anlässe rund um die Jagd zeigen aber nach wie vor viel Trachtenmode, wobei Frauen angehalten sind, das Dirndl dem Trachtenkostüm vorzuziehen.

 

1. Soldatenrock als Vorbild
 

Am bunten Rock der Kriegsregimenter konnte seit dem 16. Jahrhundert schon von Weitem Freund von Feind geschieden werden. Wichtig war, die militärische Zugehörigkeit neben der Farbe auch an Kopfbedeckung, Tressen, Epauletten und anderem Uniformschmuck zu erkennen. Die Kleidung der Jäger schloss sich diesem Stil an. Die Damen konnten ihre Fantasie in der Jagdkleidung spielen lassen, hielten sich aber an militärisch wirkendes Beiwerk, um sich als Jägerinnen auszuweisen.

 

2. Reitkleidung als Jagdkleidung
 

Als sich das Reiten im 19. Jahrhundert zum verbreiteten Sport der Eliten entwickelte, begannen die Herren, dabei schlichte dunkle Anzüge zu tragen. Frauen übernahmen diese Mode im dunklen Reitkostüm, das ihnen ein korrektes, nüchternes Auftreten verlieh und auf die Verspieltheit der weiblichen Mode zur gleichen Zeit verzichtete. Auch bei Parforce- und Hetzjagden wurde dieser Kleidungsstil beibehalten.

 

3. Elegante Jagdmode
 

Die Kleidung für die Jagd auf eigenen Füßen richtete sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts weniger nach der Etikette, sondern ließ Raum für modische Interpretationen. Während englische Jägerinnen sich der legeren Mode englischer Gentlemen anpassten, orientierten sich Frauen in anderen Ländern bei ihren Jagdausflügen an der gleichzeitig aufkommenden Sportmode oder an verspielteren Modellen der französischen Journale.

 

4. Anlehnung an die Tracht
 

Die Habsburger und die Wittelsbacher wendeten sich zu Anfang des 19. Jahrhunderts der bäuerlichen Tracht zu, um Volksverbundenheit zu demonstrieren. Durch die einsetzende Sommerfrische wurde die Tracht zu einem bis heute währenden Modetrend. Er dominierte im alpinen Raum die Jagdmode. Auch hier passte sich die Damenmode den Trachtenanzügen der Herren an – zumal Materialien wie Loden und Leder vor Witterungseinflüssen schützen.


Auf dem Bild unten sehen wir die Kaiserin Elisabeth von Österreich zu Pferd, die wir unter dem Spitznamen "Sisi" wohl alle kennen.

Im Vordergrund wird ein nachgeschneidertes Reiterinnenkostüm, 20. Jhdt., gezeigt.

Kaiserin Elisabeth von Österreich zu Pferd;
Lithographie von Hans (Johann) Haag, 1873, Reproduktion;
Foto: UMJ/N. Lackner

 

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Frage 18 Expand Box

"Jagdgewand gibt Auskunft"

Adelige Männer haben früher bei der Jagd für den Krieg geübt. Deshalb haben sowohl Männer als auch Frauen bei der Jagd uniformähnliche Kleidung wie Soldaten getragen. Vor 200 Jahren setzte sich dann im Reitsport der dunkle Anzug bzw. das dunkle Kleid durch. Eine österreichische Kaiserin, sie ist dir bereits untergekommen, trägt bei den Hetzjagden ebenfalls ein dunkles Kleid. Angeblich ließ sie sich in ihr Kleid einnähen, um schlanker zu erscheinen.

Wie wird diese Kaiserin liebevoll genannt?
 

  • Sisi
  • Liesi
  • Gitti
  • Gisi
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Sisi

Der Damenfächer

 

Dieser Damenfächer aus dem 19 Jahrhundert schmückt das Sujet zur Sonderausstellung Die Jagd ist weiblich. Diana und Aktäon. Das Fächerblatt ist aus Schildpatt mit Federn vom Flügelbug des Eichelhähers

Fächerblätter aus Schildpatt mit Federn vom Flügelbug des Eichelhähers
19. Jahrhundert

 

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Frage 19 Expand Box

„Ein sehr teurer Gebrauchsgegenstand“

In Europa wurden solche Fächer nur von Frauen benutzt. In Asien werden sie bis heute von Frauen und Männern verwendet. Beim Hin- und Herwedeln entsteht ein Luftzug, welcher bei Hitze das Gesicht kühlt. Ein Fächer war aber nicht nur für den Gebrauch gedacht, er war auch ein sogenanntes Statussymbol. Weil ein Fächer aufwendig und teuer in der Herstellung war, zeigt er gleichzeitig den Reichtum der Besitzerin auf. Es konnten sich nur reiche, adelige Damen solche Fächer leisten.

Welcher Vogel musste für diesen Fächer seine Federn lassen?
 

  • Steinadler
  • Fasan
  • Eichelhäher
  • Pfau
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Eichelhäher

Die moderne Jägerin

 

In Österreich sind etwa 10 % der aktiven Jägerschaft weiblich – mit steigender Tendenz. Die meisten Frauen kommen über ihr Elternhaus oder ihren Ehemann zur Jagd, viele aber auch durch ihre Liebe zu Hunden. Umfragen haben ergeben, dass Frauen besonders den Aufenthalt in der Natur bei Jagd und Hege, aber auch das Wildbret schätzen. An Trophäen und gesellschaftlichem Prestige durch die Jagd seien sie weniger interessiert.

 

In der Regel stammen Jägerinnen aus dem bäuerlich-ländlichen Milieu oder aus ökonomisch gut situierten Kreisen. Von ihren männlichen Kollegen fühlen sie sich anerkannt, bilden aber oft eigene weibliche Netzwerke. Die Studien betonen, dass Frauen eine offenere Kommunikation über die Jagd pflegen und so das Image dieser Passion in der Gesellschaft heben.

 

Die Medien sind noch nicht ganz so weit. In Jagdzeitschriften, die sich speziell an eine weibliche Zielgruppe richten, überwiegen die Themen Mode, Schmuck, Hunde und Kochrezepte. Allgemeine Jagdzeitschriften hingegen geben jagdlichen Themen mehr Raum, bilden jedoch kaum weibliche Bilder ab, weder von Frauen noch von Geiß oder Hindin.

Die Großwildjagd

 

Mit dem Kolonialismus seit Ende des 19. Jahrhunderts rückten neue Jagdgebiete ins Visier begeisterter Jäger und Jägerinnen. Die Jagd auf exotische Tiere wurde zu einer Mode in der Oberschicht. Sie ist nicht nur ein exklusiver Zeitvertreib, sondern birgt auch den Kitzel durchaus realistischer Gefahren. Wer von sich behaupten kann, einen Löwen, Tiger oder Elefanten erlegt zu haben, und sein Heim mit außergewöhnlichen Trophäen schmücken kann, gewinnt auch unter heimischen Jägern Ansehen. Wenn Frauen zur Großwildjagd aufbrechen, sehen sie sich nicht als Begleitung, sondern sind selbst leidenschaftliche Jägerinnen.

 

Ellen Werdner

Bei der Jagd auf Großwild stachen manche Frauen als besonders mutig heraus. Die Tochter deutscher Einwanderer in den USA, Ellen Werdner, hatte sich alleine auf die Jagd begeben, als sie die Fährte eines besonders großen Bären aufnahm. Sie stellte zunächst die Bärin in einer Höhle und tötete dann eigenhändig eine gesamte Bärenfamilie. Der Wagemut der jungen Frau wurde gefeiert, die Sensation ging in der Presse um die halbe Welt.

 

Gerta Luise von Einem

Gerta Luise Rieß von Scheurnschloss (1898–1964) wurde in Kassel geboren und heiratete 1911 den österreichischen Militärattaché William von Einem. An seiner Seite führte sie ein luxuriöses, schillerndes Leben als Dame der Gesellschaft. Sie verkehrte mit berühmten Künstlern und hohen Politikern, auch aus den Reihen der Nationalsozialisten. Sowohl vom NS-Regime als auch von Frankreich wurde sie später als Spionin angezeigt und verbrachte nach dem Krieg wegen angeblicher Devisenvergehen zwei Jahre in einem französischen Gefängnis. Sie residierte in mehreren eleganten Wohnsitzen, unternahm ausgedehnte Reisen, war Gast auf Festen und Jagdgesellschaften. Eine ihrer Jagdreisen mit ihrem Liebhaber Graf László Hunyady führte sie nach Khartum am Nil, wo dieser von einem Löwen getötet wurde. Es wurde kolportiert, dass sie selbst den Löwen daraufhin erlegt habe.

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