Schulprogramm: Aktionstage rund um den Weltfriedenstag 2018

Landeszeughaus, Volkskundemuseum, Museum für Geschichte und Naturkundemuseum

09:00-12:30


AUSGEBUCHT - KEINE PLÄTZE MEHR VERFÜGBAR!

Kostenloses Bildungsangebot

Termin: 20. und 21.09.2018 09-12:30 Uhr
Zielgruppe: Schüler/innen der 1. bis 13. Schulstufe
Geeignete Fächer: Geschichte, Sozialkunde und  Politische Bildung, Englisch, Deutsch, Biologie und Umweltkunde, Soziales Lernen, Religion, Moral und Ethik, Psychologie und Philosophie, Soziales Lernen sowie auch fächerübergreifend
Orte: Museum für Geschichte, Landeszeughaus, Volkskundemuseum, Naturkundemuseum in Kooperation mit Next Liberty
Informationen: info-zh@museum-joanneum.at oder 0316/8017-9810

 


In der Präambel der heuer vor 70 Jahren verabschiedeten Deklaration der Allgemeinen Menschenrechte wird die Anerkennung der angeborenen Würde und gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen als unabdingbare Voraussetzung und Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und auch Frieden formuliert. So stellt auch die UNO den Weltfriedenstag 2018 unter das Motto „The Right to Peace“, das Recht auf Frieden.

 

Als Kulturvermittler/innen im Landeszeughaus sind wir tagtäglich damit konfrontiert, angesichts beindruckender und ästhetisch präsentierter Waffen über die Folgen von Krieg und die Voraussetzungen für Frieden zu sprechen. Und wir bemerken, wie sehr die Ambivalenz von Konflikt und Kooperation vor allem auch junge Menschen berührt.

 

Aus diesem Grund möchten wir auch heuer, nun schon zum fünften Mal, rund um den Weltfriedenstag wieder Schulklassen einladen, um in einem kostenlos buchbaren Aktionsprogramm mit uns über Krieg und Frieden zu reden, nachzudenken und in handlungsorientierten Programmen auch auszuprobieren, was dieses Recht auf Frieden für jeden und jede von uns bedeutet.

 

Am Ende werden wir dann wie jedes Jahr feststellen, dass es sinnvoll ist, uns als Museum gemeinsam mit unseren Besucherinnen und Besuchern daran zu erinnern, dass Frieden, Demokratie und ein produktiver Umgang mit Konflikten keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern eine Verpflichtung, die aktives Tun erfordert. Und dass es ein wichtiger Teil unserer Bildungsarbeit ist, uns dieses menschlichen Rechts auf Frieden konsequent zu versichern.

 

Auch diesmal sind neben dem Landeszeughaus weitere Häuser des Universalmuseums Joanneum beteiligt: das Museum für Geschichte, das Volkskunde- und das Naturkundemuseum. Und es gibt Programme für alle Altersstufen. Besonders freuen wir uns immer über unsere externen Kooperationspartner. Heuer neu dabei ist das Team der Theaterpädagogik von Next Liberty, mit dem es bereits während des gesamten Jahres eine sehr befruchtende Zusammenarbeit rund um die Themen Krieg und Frieden gab.

Programmdetails

 

Freunde haben ist besser als allein sein. Interaktives Programm, 1.–4. Schulstufe, Volkskundemuseum (mit Sabine Hirzer & Josip Martinovic), Dauer: ca. 1,5 h

Alle möchten etwas tun, damit sie zu uns gehören, doch das ist nicht immer ganz leicht. Was tun, wenn einen keiner mag, einen alle unheimlich finden und niemand euer Freund sein will? Schließt euch zusammen! Gemeinsam seid ihr stark und kommt auf bessere Ideen als alleine. Man muss gar kein Held sein, um etwas zu schaffen – Freunde zu haben ist das Geheimnis.

 

Kriegskuchen und Brotsuppe. Über die Kreativität am Herd in Notzeiten, 3.–6. Schulstufe, Volkskundemuseum (mit Viktoria Krenn und Peter Pessl), Dauer: 1,5 h

Auch im Krieg gibt es einen Alltag. Allerdings ist der mit viel Improvisation und dem Wissen um den Nutzen des wenigen Vorhandenen verbunden. Wie sich die Menschen hier bei uns in Krisenzeiten ernährten, was und wie sie kochten, erfahrt ihr im Volkskundemuseum – und das eine oder andere Rezept probieren wir auch gleich gemeinsam aus!

 

Wir könnten doch zur Abwechslung auch einmal Frieden führen… Ein Gedankenexperiment für Kinder und Jugendliche, 5.–8. Schulstufe, Museum für Geschichte und Landeszeughaus, Dauer: 1,5 h Workshop mit Theater-Pädagoginnen und -Pädagogen von Next Liberty

Bedeutet Nicht-Krieg automatisch Frieden? Ist eine Welt ohne Krieg überhaupt möglich? Wie können (kriegerische) Konflikte eine friedliche Lösung finden? Sind wir in der Lage, Frieden dauerhaft zu sichern? In diesem Workshop möchten wir einen Perspektivenwechsel wagen und uns mit ausgewählten theaterpädagogischen Übungen dem Thema „Krieg und Frieden“ annähern. Mit theatralen Mitteln werden die Teilnehmer/innen mit dem Führen einer Diskussion und dem Verhandeln unterschiedlicher Bedürfnisse vertraut gemacht und können so selbst erfahren, wie/ob sich fiktive Konflikte friedlich lösen lassen und wie es ist, verschiedene Denkweisen und fremde Standpunkte zu vertreten.

 

Wie aus der Pistole geschossen. Krieg und Sprache, 7.–13. Schulstufe, Landeszeughaus (mit Andreas Metelko), Dauer: 1,5 h

Unsere Sprache ist eines der wichtigsten Ausdrucksmittel für Gefühle, Haltungen, Meinungen und Einstellungen. Haben kriegerische Ausdrücke da Platz? Kaum jemand weiß, dass viele der althergebrachten und täglichen benutzten Redewendungen voll von martialischen Ausdrücken sind. Diese Führung im Landeszeughaus setzt sich mit dem Thema Krieg und Sprache kritisch auseinander.

 

Wie wird jemand zum „Anderen“ gemacht?, 7.-13. Schulstufe, Museum für Geschichte in der Ausstellung "Bertl und Adele" (mit Christian Pomberer), Dauer: 1,5 h

Oftmals generiert politischer Diskurs „die Einen“ und „die Anderen“. Die, die dazugehören, und jene, die ausgeschlossen werden sollen. Erst sind es kleine Schritte, dann werden es immer mehr. In diesem Programm geht es darum, am Beispiel des Holocaust zu erarbeiten, wie Bilder und Sprache dazu genützt werden, um erst Abwertung und dann Feindbilder aufzubauen, sodass es wie eine „logische“ Folge erscheint, wenn als nächstes Rechte aberkannt werden und in „konsequenter“ Weiterführung das Menschsein. Es ist wichtig, sich diese Entwicklungen an historischen Beispielen immer wieder vor Augen zu führen. Um achtsam zu sein und nicht zu übersehen, wann der Vorkrieg beginnt.

 

Meine Geschichte, 3.–13. Schulstufe, Museum für Geschichte (mit Irida Kulla), Dauer: 1,5 h

Das Recht, in Frieden zu leben, schließt auch das Recht ein, sich mit all seinen Talenten und Möglichkeiten in Freiheit entwickeln zu können. Doch wie kann das gelingen, wenn versucht wird, das eigene Denken immer mehr einzuschränken? Was bedeutet die Freiheit zu denken, wenn man nicht weiß, was man seinem Nachbarn erzählen kann, ohne Gefahr zu laufen, denunziert und angezeigt zu werden? Eine junge Frau, die in einer Diktatur aufgewachsen ist, erzählt ihre Geschichte und spricht mit euch darüber, wie es gelingen kann, angesichts solch massiver Beschränkungen der persönlichen Freiheit dennoch ein Gefühl für das Recht auf Frieden und Freiheit zu entwickeln.

 

Geschlechter im Krieg, 7.–13. Schulstufe, Museum für Geschichte (mit Viktoria Wind), Dauer: 1,5 h

In diesem Programm beschäftigen wir uns mit den Fragen von Krieg und Geschlecht. Anhand einer genaueren Analyse von Quellen aus den beiden Weltkriegen wird gefragt, wie historisch konstruiert zum Teil auch unsere aktuellen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit sind. Wie wird im Krieg mit den Kategorien „männlich“ und „weiblich“ umgegangen, was bedeuten die stereotypen Rollenbilder vom männlichen Helden, wo übertreten Frauen die ihnen gesetzten Grenzen, wer und was gilt im Krieg als „unmännlich“? Und zum Abschluss fragen wir: Haben sich seither die Geschlechterverhältnisse verändert? Welchen Einfluss haben in diesem Kontext entwickelte Denkmuster heute?

 

Krieg und Frieden in der Natur, 9.–13. Schulstufe, Naturkundemuseum, Dauer: ca. 50 min

„Krieg und Frieden“ liegen auch in der Natur sehr eng beieinander. Ob bei Tieren oder Pflanzen – der Konkurrenzkampf ist allgegenwärtig. Nahrung, Reviere, Partner/innensuche oder Feinde sind nur einige Bereiche mit Konfliktpotenzial. Was aber haben die meisten Organismen gemein? Das Ziel, erst gar keinen wirklichen Krieg zu beginnen! Im Zuge eines Rundganges zeigen wir diverse Formen auf, die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben, um ein gutes Mit- und Nebeneinander zu ermöglichen. Dabei erfahren wir auch, was einem scheinbar unvermeidbaren Kampf vorangeht.

>> An den Abenden und Nachmittagen von 20.-22.09. gibt es auch ein weiterführendes Programm für alle Interessierten.

Vorschau auf die nächsten Termine:

Universalmuseum Joanneum

17 Museen in Graz und der Steiermark
8010 Graz, Österreich
welcome@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten und Kontaktdaten unserer Museen finden Sie beim jeweiligen Standort.

 

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Der "Aktionstag" zum Wunschtermin?
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