Ideen für zuhause

Historische Spiele

Die Freizeit der Kinder am Land war einst gering, doch sie spielten, wann immer es ihnen möglich war, in den Unterrichts- und Arbeitspausen, am Schulweg und während der Arbeit. Die Kinder verbanden Arbeit und Spiel, erzählten sich Geschichten beim Viehhüten, beim Wasserholen sangen sie Lieder und bei der Arbeit oder am Weg zur Schule spielten sie mit Gegenständen, die die Natur ihnen bot.

Die Eltern hatten kaum Zeit, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Ihre Spielgefährtinnen und -gefährten waren Geschwister, Schulkameraden, Nachbarkinder oder andere am Hof lebende Kinder. Daher spielten sie im Garten, in der Scheune oder auf dem Heuboden, im Wald und auf den Wiesen und Feldern.

Eine Sache hat sich im Vergleich zu heute grundsätzlich geändert: Kinder zum Mitspielen waren schnell gefunden, Mangel an Spielkameradinnen und -kameraden herrschte damals nicht. Auch die Spielräume der Kinder werden heute knapper. Wenn Platz zum Spielen verschwindet, gehen leider auch viele alte Spiele verloren. Diese alten Kinderspiele sind ein Schatz, den wir pflegen und weitergeben wollen. Spiel und Spaß mit der ganzen Familie versprechen die Spielevorschläge, die wir hier zusammengestellt haben. Wir wünschen viel Freude beim Nachspielen!

 

Komm, spiel mit mir!



„Zum Spielen haben wir herumlaufen können, wie wir wollten. Wir sind in den Wald hinaufgelaufen, hatten rundum Wiesen und sind im Sommer auch zum nahe gelegenen Bach gegangen. Uns ist immer etwas eingefallen. Die Freiheit beim Spielen war etwas Wunderbares.“ (Oststeiermark, 1926)

Spiele für den Garten

© Maria Steinböck

„Feuer, Wasser, Sturm und Blitz“

Gefährlich war das Leben mit den Naturgewalten immer schon. Die Menschen am Land waren besonders davon betroffen, weil Unwetter die Ernte zerstören und so große Not bringen konnten. Im Spiel wird zunächst jemand ausgezählt, der beliebig „Feuer“, „Wasser“, „Sturm“ oder „Blitz“ ankündigt. Die übrigen Mitspieler/innen müssen auf das jeweilige Ereignis sofort reagieren und dazu passende Aktionen ausführen.
 

  • Beim Zuruf „Feuer“ muss man sich flach auf den Boden legen,
  • bei „Wasser“ muss man auf einen Gegenstand klettern,
  • bei Sturm muss man sich an einem Gegenstand festhalten,
  • bei „Blitz“ muss man sich so klein wie möglich auf den Boden hocken.


Nach jeder Aktion scheiden alle aus, die falsch reagiert oder zu lange überlegt haben. Das Spiel geht so lange, bis nur mehr eine/r übrig ist. Die oder der ist dann der neue Ansager.

Zimmer, Küche, Kabinett

Zuerst wird ein/e „Zimmer, Küche, Kabinett“-Rufer/in ausgewählt. Alle anderen Kinder stellen sich mind. 10 m in hinter der Ruferin bzw. dem Rufer in einer Linie auf.

Die Ruferin/der Rufer steht mit dem Rücken zur Gruppe und sagt laut: „Zimmer, Küche, Kabinett, hinterm Ofen steht ein Bett!“Während der Reim gesprochen wird, dürfen sich die Kinder in Richtung Rufer bewegen (gehen, laufen …).

Aber aufgepasst: Ist der Reim fertig ausgesprochen, dreht sich die Ruferin/der Rufer blitzschnell um. Alle anderen Spieler/innen müssen sofort ganz starr stehenbleiben. Jetzt schaut die Ruferin/der Rufer ganz genau, ob auch wirklich alle stillhalten. Stellt sich heraus, dass sich ein Kind bewegt hat, muss dieses wieder zum Ausgangspunkt zurück. Gewonnen hat jenes Kind, das als erstes die Ruferin/den Rufer berührt. Dieses Kind ist die nächste Ruferin bzw. der nächste Rufer.
 

Erfahren Sie mehr über das Kabinett Expand Box

Das Kabinett war etwas typisch Wienerisches. In alten Wiener Zinshäusern gab es zwei Standardgrundrisse: „Zimmer-Küche“ und „Zimmer-Küche-Kabinett“. Letzteres war zwar auch nichts für feine Leute, dennoch lebte jemand mit Kabinett besser als andere in „Zimmer-Kuchl-Wohnungen“. Vom Gang aus betrat man direkt die fensterlose Küche. Das dahinterliegende Zimmer hatte ein Fenster ins Freie. Wer in solchen Verhältnissen wohnte, wusste das zusätzliche Kammerl, das Kabinett, zu schätzen. Die Kinder in anderen Bundesländern und am Land hatten kaum eine Vorstellung davon, was ein Kabinett ist. Oft wurde das Spiel am Land auch „Ochs am Berg“ genannt – in diesem Fall hatte man nur Sekunden Zeit, um zu erstarren – oder man nannte es auch „Der Hase läuft über das Feld“.

„Figurenwerfen“

Ein größeres Kind – die „Werferin“ bzw. der „Werfer“ – nimmt der Reihe nach die anderen an einer Hand, dreht sich mit ihnen kurz, aber möglichst schnell um die eigene Achse und lässt sie dann aus. Der Schwung schleudert sie weg, wobei sie versuchen müssen, in einer möglichst seltsamen Stellung zu erstarren. Die Werferin oder der Werfer wählt aus den „Figuren“ die schönste aus, und dieses Kind ist die nächste Werferin bzw. der nächste Werfer.

Sautreiben

Für das Spiel „Sautreiben“ benötigt man 70 cm lange Stecken und leere Blechdosen.

Die Blechdose ist die Sau. Die Spieler/innen stehen im Kreis, der ca. 4 m Durchmesser hat, um den Saustall herum, das ist eine Grube mit 30 cm Durchmesser in der Mitte des Kreises. Alle Kinder haben vor sich ein Haus, d. h. eine Vertiefung in der Erde, in das sie ihren Stecken stellen. Ein Kind, die Sautreiberin/der Sautreiber, steht außerhalb des Kreises.

Die Sautreiberin/der Sautreiber muss nun die Sau (Blechdose) in den Saustall (Grube in der Mitte des Kreises) bringen. Die Hausbesitzer/innen haben ihre Schläger im Haus und dürfen ihn nicht auslassen.

Zu Beginn des Spiels wirft ein Kind die Sau möglichst weit vom Saustall weg. Die Sautreiberin/der Sautreiber treibt sie mit dem Stecken in Richtung Saustall. Wenn sie in die Nähe der Hausbesitzer/innen kommt, beginnen diese mit der Abwehr. Nun wird der Stecken genommen und die Sau wieder weit weggeschleudert. Die Sautreiberin/der Sautreiber versucht indessen, ein leeres Haus zu erwischen und seinen Stecken hineinzusetzen. Wenn das gelingt, wird die belagerte Hausbesitzerin oder der belagerte Hausbesitzer zum neuen Sautreiber.

Wenn die Sautreiberin/der Sautreiber aber die Sau in den Saustall befördert, dann müssen die Spieler/innen ihre Häuser wechseln. Alle Kinder, auch die Sautreiberin/der Sautreiber, versuchen nun, ein neues Haus zu ergattern. Die übrig gebliebene Spielerin bzw. der übrig gebliebene Spieler ist der neue Sautreiber.

Auch wenn es der Sautreiberin/dem Sautreiber gelingt, eines der mitspielenden Kinder mit der Sau zu treffen, muss die/der Getroffene nun Sautreiber sein.

Spiele für drinnen

© ÖFM Stübing

Blinde Kuh

Einem Kind werden mit einem Tuch die Augen verbunden. Anschließend wird es so lange gedreht, bis es die Orientierung verliert und im Raum umherirrt. Nun muss es eine Mitspielerin oder einen Mitspieler fangen. Die umstehenden Mitspieler/innen versuchen mit Geräuschen und Berührungen die „blinde Kuh“ zu irritieren.

Erfahren Sie mehr über die blinde Kuh: Expand Box

„Blinde Kuh“ war ein typisches Stubenspiel. Wenn es im Herbst draußen kalt wurde, waren die Kinder in der Stube und spielten dieses Spiel. „Blinde Kuh“ wurde ursprünglich auch von Erwachsenen gespielt und erst im Lauf der Zeit zu einem reinen Kinderspiel. Jahrhundertelang war es ein Hit bei Jugendlichen, denn es war ein ideales Spiel, um zu flirten und sich so näherzukommen. Im Mittelalter war „Blinde Kuh“ aus sittlichen Gründen verboten, was aber nichts daran änderte, dass es im 17. und 18. Jahrhundert seine Hochblüte erlebte. Die Hofdamen und -herren spielten es mit Begeisterung, auch Goethe, von dem es ein Gedicht zu „Blinde Kuh“ gibt, war mit Eifer dabei. Lange vor Goethes Zeit war es auch ein Spiel für Kinder, wie z. B. von Breughel dargestellt. Ab dem beginnenden 19. Jahrhundert wurde es – wie schon in der Antike – zum reinen Kinderspiel.

I bin der Michl mit dem Strichl

Alle Mitspieler/innen sitzen im Kreis und jede/r bekommt einen färbigen Strich auf die Stirn. Am besten verwendet man Lippenstift oder einen anderen Schminkstift.

Ein Kind beginnt zu fragen: „I bin der Michl mit einem Strichl, wie viel Strichl hast du?“ Wer diesen Satz nicht korrekt sagt oder falsch antwortet, bekommt einen Strich.

Dieser fragt jetzt: „I bin der Michl mit zwei Strichl, wie viel Strichl hast du?“ So wird reihum gefragt und bei ein paar Runden kommen schon einige Strichl zusammen.

Onkel Fritz sitzt in der Badewanne

Gebraucht werden ein Blatt Papier und Schreibzeug.

Das Papier wird der Breite nach 5 Mal gefaltet und die Spalten beschriftet mit: Männliche Person, Weibliche Person, Tätigkeit, Zeitpunkt, Ort.

Die erste Spielerin oder der erste Spieler schreibt etwas in die erste Spalte, faltet den Zettel und gibt ihn an seine Nachbarin bzw. seinen Nachbarn weiter. Jede/r schreibt immer in der nächsten Spalte etwas dazu und am Ende wird das Blatt wieder aufgefaltet und der ganze Satz vorgelesen. Da steht dann z. B.: „Onkel Fritz und Tante Pepi schnarchen abends in der Früh in der Badewanne.“

Pfitschigogerln

Zum Pfitschigogerln benötigt man eine kleine und eine große Münze, Lineal oder Kamm, Tischplatte und Stäbchen (für das Tor).

Auf einem Tisch wird an einem Ende ein Tor gekennzeichnet. In der Mitte des Tisches liegt eine kleine Münze. Nun müssen die Spieler/innen nacheinander ihre Münze auf den Tisch legen und damit mithilfe des Lineals oder Kamms die kleine Münze treffen. Jede Spielerin/jeder Spieler hat fünf Versuche, je nach Vereinbarung. Wer die meisten Tore erzielt, hat gewonnen.

Personen raten

Ein/e Mitspieler/in denkt sich eine Person aus, die alle kennen. Die anderen Mitspieler/innen müssen diese Person nun erraten, indem sie Fragen stellen, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden dürfen. „Ist die Person weiblich?“,„Hat die Person blonde Haare?“ etc.

Eine Abwandlung des Spiels ist das „Tiere raten“. Ein bestimmtes Tier wird ausgedacht und die anderen müssen erraten, welches gemeint ist. – „Hast du Federn?“ oder „Kannst du schwimmen?“

Topfschlagen

Für dieses Spiel benötigt man: Topf, Kochlöffel, Tuch

Einem Kind werden die Augen mit einem Tuch verbunden. Dann drehen die anderen Mitspieler/innen das Kind im Kreis, damit es die Orientierung verliert, und geben ihm einen Kochlöffel in die Hand. Inzwischen haben die anderen Kinder den Kochtopf irgendwo im Raum verkehrt herum aufgestellt. Das Kind mit den verbundenen Augen muss nun auf allen Vieren versuchen, den Topf zu finden und mit dem Kochlöffel auf den Topf zu schlagen.

Damit die Suche nicht ewig dauert, dürfen die umstehenden Kinder das suchende unterstützen und mit „kalt“ und „warm“ die Richtung anzeigen. Hat das Kind den Topf gefunden, darf es die Augenbinde wieder abnehmen und erhält ein kleines Geschenk, das unter dem Topf versteckt ist.

Rund um den Advent

Basteltip zum 1. Advent

 

Der Adventkranz

 

Der erste Adventkranz wurde vom evangelischen Pastor Johann Hinrich Wichern im 19. Jh. entworfen. In einem alten Bauernhaus in Hamburg betreute er einige in großer Armut lebende Kinder.
Da diese während der Adventzeit immer wieder fragen, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er aus einem alten Wagenrad einen Kranz mit kleinen roten (Wochentage) und vier weißen (Sonntage) Kerzen.

Jeden Tag der Adventzeit wurde eine Kerze angezündet, sodass die Kinder die Tage bis Weihnachten zählen konnten. Aus diesem großen Kranz entwickelte sich der Kranz mit den vier Kerzen für die Adventsonntage.

Nach und nach fand der Kranz Verbreitung, zunächst in Deutschland, von wo er erst nach dem ersten Viertel des 20. Jhs. nach Österreich kam. Während in der katholischen Kirche die liturgischen Farben der Adventzeit, violette Bänder und weiße Wachskerzen Eingang fanden, so verändern sich die Kränze bis heute in verschiedensten Variationen der Farben und Materialien.

Zum Wesen des Adventkranzes gehörte einst das Grün der Tannen- oder Fichten. Strohkränze, heute oft als Kern des Adventkranzes verwendet, hat man in früheren Zeiten nur als Schand- oder Warnzeichen beim Prangerstehen oder als Warnung vor der Tollwut verwendet.

 

Anleitung zum Kranzbinden

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Material:            

 

  1. ca. 20 Tannenzweige, Astschere
  2. 1 Strohkranz
  3. 1Rolle Blumendraht, Schere
  4. 4 Kerzen, Kerzenhalter oder dicker Draht
  5. Naturmaterialien zum Dekorieren, Geschenkband

 

Anleitung:        

 

  1. Zweige auf ca. 20 cm Länge zurechtschneiden
  2. Draht am Strohkranz festwickeln
  3. 3-4 Zweige zu einem Fächer zusammenlegen
  4. mit dem Draht um den Kranz wickeln (Draht ohne abschneiden zur Seite legen)
  5. weitere Fächer vorbereiten und festbinden, bis der ganze Kranz bedeckt ist
  6. Draht abschneiden und an der Unterseite feststecken
  7. Kerzenhalter regelmäßig auf dem Kranz verteilen, Kerzen darauf stecken

Basteltipp zum 2ten Advent:

 

Strohsterne

 

Laut einer Legende überlegte eine junge Hirtin, was sie dem Neugeborenen Jesus schenken sollte. Als sie unter dem Sternenhimmel auf einem Strohsack saß und den Stern von Bethlehem über sich sah, kam ihr die Idee, den Stern aus Stroh nachzubilden.

Bis heute besitzt der Strohstern symbolische Bedeutung. Er stellt eine Verbindung von der Krippe, in der das Jesuskind lag, zum Stern von Bethlehem her.
 

Des Weiteren ist er ein wichtiges Medium für mittellose Menschen, die ihren Lieben zu Weihnachten trotz knapper Ressourcen eine Freude machen wollen. Stroh war schon früher ein Gut, welches allen zur Verfügung stand.

Anleitung

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Material:            

pro Stern 6 Strohhalme

Legeschablone (gekauft oder selbst genagelt)

Kleinere Scheibe zum Fixieren (z. B. Flaschendeckel)

Farbiges Garn, Schere

 

 

Schritt für Schritt:      

   

  1. Die Strohhalme der Länge nach halbieren
  2. Strohhalmhälften laut Muster in die Schablone legen (Siehe Bild)

               Ab hier zu zweit weiterarbeiten

 

  1. Fixiert die aufgelegten Halme mit der kleineren Scheibe und knotet jede Sternspitze mit dem Garn fest
  2. Vorsichtig aus der Schablone lösen.
  3. Die Halme in der Sternmitte mit Garn zusammenbinden
  4. Die Enden der Halme nach Belieben kürzen
  5. An einer Zacke eine Schlaufe zum Aufhängen befestigen

Nikolaus und Krampus

 

Mit Spannung erwartet, wird der Heilige Nikolaus (6.12.), seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt. Als Schutzheiligen der Kinder weist ihn vor allem die Legende aus, da er die Klagen eines Vaters vernahm, der seinen drei Töchtern keine Aussteuer geben konnte. Aus Mitleid warf der Heilige drei Goldklumpen in die Stube, dass jedes der Mädchen einen Mann bekam. In der Gegenreformationszeit entstanden Nikolausspiele, die lichte und dunkle Gestalten - Sommer und Winter - beinhalten.

 

Noch heute werden diese Spiele, in denen der Nikolaus das Wissen der Kinder prüft, Luzifer wütet und in einem alten Jedermannsspiel der sündhaft sterbende Bettler an das nahe Hinscheiden des alternden Jahres mahnt, in der Steiermark und in Salzburg aufgeführt. Als Furcht einflößenden Gehilfen bekam der Nikolaus regional unterschiedliche Begleiter, wie „Schabmänner“, „Graßteufel“, „Schimmelreiter“, „Klaubauf“, „Bartl“ oder den „Krampus“, zur Seite gestellt. Einst sollte der Krampus die bösen Wintergeister abhalten und spiegelte immer die schlimmsten Vorstellungen der Menschen wider.

 

Die brauchtumsformenden Vorstellungen und Handlungen wirkten sich auch auf Speisen und Gebäcke aus. So wurden zu bestimmten Terminen und Festen im Jahres- und Lebenslauf figürliche Gebäcke hergestellt. Der große Formenreichtum der in der Adventzeit hergestellten Gebildbrote fällt in fast allen Gebieten auf. Die Gebäckstücke werden als Hirsche, Hasen, Hühner, Hähne und Pferde geformt, der Phantasie des Herstellers sind bei der Ausgestaltung keine Grenzen gesetzt. Diese Figuren gelten als Sinnbilder der Fruchtbarkeit.

 

Neben vielen anderen Formen fand in der Steiermark in früheren Zeiten in der Vorweihnachtszeit der „Hidlbua“ größere Verbreitung. Es bezeichnete ein Nikolausbrot in Form eines Männchens. Zwei Wecken aus Semmelteig wurden miteinander verflochten. Sein heutiger Nachfolger dürfte u.a. der Krampus aus Germteig geworden sein.

 

Belegt ist auch die Herstellung weiblicher Gestalten, die Nikolausfrauen genannt werden. Sie werden als eine Verkörperung der Frau Percht gedeutet, jene Gestalt, die in dieser Jahreszeit von Haus zu Haus ging und kontrollierte, ob die Spinnräder gebrauchsfähig und die Spinnstuben sauber und aufgeräumt waren.

 

Von fast allen Bäckereien werden heute noch in der Zeit um den Nikolaustag (6.12.) aus Teig geformte Nikolaus- und Krampusfiguren angeboten.

 

Rezept Gebildbrote Expand Box

1 kg Mehl

3 Kaffeelöffel Salz

12 dag THEA

4 dag Germ

1/2 l Milch

1 Stk. Ei

1 Stk. Dotter

1 Stk. Dotter zum Bestreichen

Rosinen für die Augen

rotes Marzipan für Zunge

1 Stk. Eiklar

 

 

Germ mit etwas lauwarmer Milch verrühren. Mehl in einen Weitling geben, Salz, zerlassene Butter, Ei-Dotter-Gemisch, Milch und zum Schluss Germ dazuleeren.
Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, Teig zugedeckt im Kühlschrank über Nacht aufgehen lassen.
Am nächsten Tag Teig in 10 bis 15 gleich große Portionen teilen, aus jeder Portion Körper und Arme für Krampus formen.
Die einzelnen Teile mit Wasser bestreichen und zusammenfügen. Als Augen Rosinen eindrücken.

Auf befettetes Backblech legen. Dotter mit etwas Wasser verrühren, Krampusse damit bestreichen, in das auf 200 Grad vorgeheizte Rohr einschieben und 25 Minuten backen, Zunge mit Eiklar ankleben.

Kochlöffelnikolo

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Material:        Holzkochlöffel

                        Roten Filz, Geschenkband golden

                        Filzwolle/ Watte

                        Papier, Schere, Filzstifte

                        Kleber

                       

Anleitung:

  1. aus Papier eine Schablone für Bischofsmütze und Mantel schneiden
  2. Schablone für Mütze muss etwas größer sein als der Kochlöffel
  3. Mit diesen Schablonen jeweils 2 Filzstücke ausschneiden.
  4. Den Kochlöffel mit der gewölbten Seite nach oben auf je ein Stück Mützen- und Mantelstoff legen.
  5. Die Ränder der Mütze und die Seitenränder des Mantels mit Klebereinstreichen.
  6. Das jeweils zweite Stoffstück auflegen und festdrücken.
  7. Das Band in Form eines Kreuzes zuschneiden und aufkleben.
  8. Mantel am Hals festbinden und nach mit Band verzieren.
  9. Gesicht aufmalen.
  10. Bart aus Filz/ Watte zurechtzupfen und ankleben.

In der Backstube zum 3ten Advent

 

Weihnachtsgebäck sind vorwiegend süße Backwaren die traditionell in der Adventszeit gebacken und in der Weihnachtszeit verzehrt werden. Beispiel: Lebkuchen. 

Lebkuchen ist ein süßes, kräftig gewürztes, haltbares Gebäck, das in vielfältigen Formen und Varianten vorkommt.

 

In vielen Kulturen ist er ein fester Bestandteil des Weihnachtsgebäcks, nur wenige Sorten werden insbesondere auf Jahrmärkten und Volksfesten ganzjährig angeboten. Erste schriftliche Zeugnisse von kleinen gewürzten Honigkuchen entstanden um 350 v. Chr., doch bereits die alten Ägypter haben honiggesüßte Kuchen gekannt, wie man aus Grabbeigaben weiß.


Die Römer kannten den panis mellitus: Honig wurde auf einen Kuchen gestrichen, dann mit dem Kuchen mitgebacken. Anders als heute wurde der Lebkuchen nicht nur zur Weihnachtszeit verzehrt, sondern auch zu Ostern oder anderen Zeiten.

 

Anlässlich zum 3ten Advent laden wir zum mitbacken ein!

Rezept

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Zutaten für Lebkuchen:

      • 250g Mehl
      • 100g brauner Zucker
      • 100g Honig
      • 1 Ei
      • geriebene Zitrone
      • Lebkuchengewürz
      • ½ KL Natron
      • etwas Milch

Zutaten fürs Verzieren:

      • 200g Staubzucker
      • 1 Eiweiß
      • halbe geschälte Mandeln
      • Belegkirschen
      • Zuckerdekor

Zubereitung Teig:    

         

  1. Zucker und Ei schaumig schlagen
  2. Honig, Zitrone und Lebkuchengewürz nach Geschmack dazu rühren
  3. Mit Natron vermischtes Mehl unterkneten
  4. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Milch dazugeben
  5. Teig über Nacht kühl ruhen lassen

    Am nächsten Tag
     
  6. Backrohr auf 160 Grad vorheizen
  7. Auf bemehlter Fläche etwa 5 mm dick ausrollen und Lebkuchen ausstechen
  8. Mit Milch bestreichen und wo gewünscht vor dem Backen mit halbierten Mandeln belegen
  9. Etwa 10 min backen
  10. 200g Staubzucker mit dem Eiweiß zu festem Zuckerguss schlagen
  11. Einen Teil des Zuckergusses mit Spritzbeutel und Tülle(n) auf die ausgekühlten Lebkuchen spritzen.
  12. Den anderen Teil mit 1 EL Wasser etwas flüssiger rühren um damit Zuckerdekor und Belegkirschen auf weitere Lebkuchen zu kleben.

Einkehren in der Weihnachtskrippe

 

Die Krippe

 

Krippen stellen in verschiedenen Varianten die biblische Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu Christi nach dem Lukas-Evangelium dar.

Die Erwähnung der "Krippe in einem Stall" ist die einzige Beschreibung des Ortes der Geburt Jesu im Neuen Testament.

 

Die heutigen Weihnachtskrippen gehen auf das Frühchristentum zurück, doch zeigten die Darstellungen der ersten Jahrhunderte nur das Jesuskind in der Futterkrippe mit den zwei Tieren Ochse und Esel. Die Figur der Maria kam erst im Mittelalter dazu, der Hl. Josef sogar noch später. Hingegen gab es um 500 bereits bildliche Darstellungen, auf denen die drei Weisen ihre Geschenke dem Gotteskind darbringen. Die erste urkundlich belegte Krippe stellte der Hl. Franziskus von Assisi im Jahre 1223 mit lebenden Menschen und Tieren auf.

 

Regional unterschiedlich werden heutzutage die Anbetung der Hirten sowie die Heiligen Drei Könige und Szenen aus dem historischen Alltagsleben, Berufe und Bräuche rund um den Stall dargestellt.

Anleitung zum Selberbasteln

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Material:                   

  • Holzscheibe und/oder Rindenstücke
  • Kiefernzapfen, Walnuss- Schale und andere gesammelte Materialien
  • Stoffreste, z. B. Leinen und Filz
  • Holzkugeln oder Nüsse (für die Köpfe)
  • Filzwolle
  • Strohstern
  • Schere, Kleber

 

 

Anleitung:        

          

  1. Aus den Rindenstücken einen einfachen Unterstand zusammenfügen und auf der Unterlage aus Rinde oder Holz festkleben.
  2. Beide Zapfenspitzen abzwicken und die Holzkugeln als Kopf festkleben.
  3. Für die Mäntel von Maria und Josef halbrunde Stücke aus den Stoffresten schneiden. Dafür am Zapfen ungefähr Maß nehmen.

 

Tipp: Großzügig messen und ggf. kürzen!

 

  1. Den Mantel von Josef am Hals ansetzen und befestigen. Dem Josef Wollhaare und einen Hut aufsetzen.
  2. Marias Mantel soll auch den Kopf bedecken.
  3. Für den Körper des Jesuskindleins eine etwa 2 cm lange Stoffrolle formen und eine kleine Haselnuss als Kopf aufkleben.
  4. Wer mag, kann ein Gesichtchen aufmalen.
  5. Die Walnussschale mit Filzwolle auspolstern und das Jesuskindlein hineinlegen.
  6. Figuren und Naturmaterialien zu einer hübschen Krippe zusammenfügen.
  7. Den Strohstern am Dach festmachen.

Der hängende Weihnachtsbaum

Weit verbreitet, vor allem in der Steiermark, im Burgenland und in Kärnten, vereinzelt auch in Niederösterreich und Vorarlberg, war der hängende Weihnachtsbaum. Zumeist am Durchzugsbalken war ein kleines geschmücktes Bäumchen mit dem Wipfel nach oben aufgehängt.

Diese einst übliche Form entstand aus Platzgründen, denn die Stube hatte zumeist nur einen Tisch, der in ständigem Gebrauch war und nicht durch einen Baum in Anspruch genommen werden konnte. Der große, auf dem Fußboden stehende Baum war bis nach dem Ersten Weltkrieg in Bauernstuben kaum üblich.

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