Was muss ich beachten, wenn ich in Wagna bauen möchte?

Fundort Baustelle

Wagna: Keine Baustelle ohne Archäologie?

Wer in der Marktgemeinde Wagna ein Haus bauen möchte, muss sich häufig nicht nur um einen Baugrund, einen Kredit, eine Baufirma und eine Baubewilligung kümmern, sondern auch an die Reste römischer Häuser oder Gräber auf dem eigenen Grundstück denken.

Für die Bodendenkmalpflege ist es ideal, wenn sich Bauherrinnen und Bauherren schon im Vorfeld informieren. Noch vor Baubeginn können Maßnahmen geplant werden, um den Baufortschritt nicht oder nur wenig zu behindern, wenn Funde und Befunde am Grundstück zu erwarten sind. Das Bundesdenkmalamt, aber auch archäologische Firmen sind dafür kompetente Ansprechpartner.     

Die REWE-Group und die Archäologie: Best practice aus Wagna

Bei der Errichtung der neuen BILLA-Filiale, etwa 600 Meter nordwestlich von diesem Standort, in der Marburger Straße 81, wurde das Bundesdenkmalamt von Anfang an beigezogen. Die Firma ARGIS erhielt 2015 den Auftrag für archäologische Untersuchungen am Baugrund. Tatsächlich stießen die Fachleute dabei auf mehrere römische Brandgräber aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., die im Bereich der späteren Gebäudefundamente zutage kamen.

Diese Gräber wurden im Block geborgen und im Juni 2016 von der REWE-Group an das Universalmuseum Joanneum als Schenkung übergeben – gemeinsam mit einem großzügigen Geldbetrag zur Finanzierung der fachgerechten Konservierung und Restaurierung dieser Funde.

In der Museumsabteilung Archäologie & Münzkabinett wurden die Funde in der Restaurierwerkstatt freipräpariert und konserviert bzw. restauriert. Menschliche Knochenreste und gewonnene Pflanzenreste konnten wissenschaftlich untersucht und bestimmt werden. Bei der Eröffnung der neuen BILLA-Filiale im November 2016 waren einige restaurierte Gefäße bereits zu sehen. 

 

Das Universalmuseum Joanneum dankt der REWE-Group für die Schenkung der Objekte, die Spende zur Konservierung und Restaurierung und das vorbildliche Vorgehen, das als Best-practice-Modell in der Kooperation von Wirtschaft und Archäologie gelten kann. 

Restaurierung: Jaime Pascual Sanz, Nina Heyer

Wissenschaftliche Expertise: Archäobotanik, Andreas G. Heiss

Anthropologie: Silvia Renhart

Numismatik: Karl Peitler

Flavia Solva und seine Gräberfelder

Zu Flavia Solva gehörten vier Gräberfelder: das Gräberfeld Marburger Straße, das Gräberfeld Spitalsgelände, das Gräberfeld Altenmarkt und das Gräberfeld Josef-Maier-Straße


Das älteste ist jenes entlang der Marburger Straße, seine Belegung begann im 1. Jahrhundert n. Chr. Auf dem Areal der BILLA-Filiale wurden seit 1915 insgesamt fast 30 Gräber freigelegt.  Zur römischen Kaiserzeit hat man in dieser Region die Verstorbenen fast immer verbrannt. Dies geschah entweder auf einem Verbrennungsplatz, von dem die Knochenreste danach aufgelesen wurden, oder man verbrannte den Leichnam direkt auf der Grabstelle. Die verbrannten Knochen konnten lose, aber auch in einem Gefäß gesammelt beigesetzt werden. 


Darüber wurde oft ein Erdhügel errichtet, in dessen Inneren sich das eigentliche Grab mit verschiedenen architektonischen Gestaltungen befinden konnte.

Die Römer unter meiner Terrasse

Haben Sie schon Funde zu Hause? Möchten Sie jemandem von Funden oder Bauresten erzählen, auch wenn diese bereits zerstört sind?

Machen Sie eine Fundmeldung beim Bundesdenkmalamt> Hier finden Sie die Formulare

 

Planen Sie ein Haus zu bauen und befürchten Sie, auf archäologische Reste zu stoßen?

Kontaktieren Sie bitte rechtzeitig das Bundesdenkmalamt unter archaeo@bda.gv.at.

Flavia Solva

Marburgerstraße 111
8435 Wagna, Österreich
T +43-316/8017-9560
archaeologie@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Hier können Sie kostenlos, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr Interessantes über die älteste Stadt der Steiermark erfahren. Umrunden Sie den Pavillon - ein Schaufenster in die Römerzeit - oder spazieren Sie über die archäologische Stätte! Wissenswertes ist an mehreren Punkten abrufbar.