Schaufenster in die Römerzeit

Römischer Mehrwert beim Eisessen

 

Das Schaufenster in die Römerzeit soll den Besucher*innen von Flavia Solva jedes Jahr einen neuen, kleinen Einblick in die Römerzeit geben, der über die allgemeinen Informationen zu Flavia Solva auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes hinausgeht. Gewissermaßen im Vorübergehen kann so – idealerweise mit einem Eis in Hand – etwas Neues, oft zu aktuellen Forschungsvorhaben der Abteilung Archäologie & Münzkabinett am Universalmuseum Joanneum, entdeckt werden.

Liebes Tagebuch

Schaufenster in die Römerzeit 2021

 

Grabungstagebücher enthalten Bemerkungen zum Wetter, Listen von Mitarbeiter*innen und deren Bezahlung, Notizen zum Arbeitsfortschritt und Überlegungen zu eigenen Beobachtungen während der Grabung. Fotografien und Pläne wurden vor 100 Jahren nur sehr selten angefertigt, oft hielten die Ausgräber*innen einfache Skizzen in den Tagebüchern für ausreichend. Gemeint waren diese Aufzeichnungen nur als Gedächtnisstütze für die alsbald geplante Publikation in Form von wissenschaftlichen Aufsätzen oder Büchern.

Wenn das nicht gelang, sind später alte Grabungstagebücher für die Auswertung der Funde unverzichtbar.

 

Am 1. Februar 2021 startete am Universalmuseum Joanneum das Projekt „Fundbearbeitung Flavia Solva“. Bis 2025 werden von insgesamt 6 Mitarbeiter*innen Tausende Kisten Fundmaterial gesichtet. Ohne die historische Grabungsdokumentation bliebe das Material oft unverständlich.

Römisches Glas Expand Box
Schaufenster in die Römerzeit 2019

 

Der Werkstoff Glas ist seit mehr als 3.500 Jahren bekannt. Es wurde im Nahen Osten oder in Ägypten erfunden und war zunächst bunt und undurchsichtig. Auch die ersten Funde aus der Steiermark, die aus der Hallstattzeit stammen und etwa 2.500 Jahre alt sind, sind kleine Schmuckgegenstände aus buntem Glas.

 

Im Römischen Reich wurde Rohglas in großen Öfen in Ägypten und an der Küste von Syrien bzw. dem Libanon hergestellt. Mit Schiffen, die mehrere Tonnen dieses Materials fassten, transportierte man es über das Mittelmeer. In Sekundärwerkstätten wurde es dann zu Alltagsgegenständen wie Gefäßen oder Fensterglas weiterverarbeitet.

 

Etwa zu jener Zeit, als Flavia Solva zur Stadt wurde, schrieb der römische Autor Gaius Plinius Secundus: „Das größte Ansehen jedoch genießt das weiße, durchscheinende (Glas), weil es die größte Ähnlichkeit mit Bergkristall hat. Im Gebrauch für Trinkgefäße hat es Gold und Silber schon verdrängt.“ Nur 100 Jahre nach Plinius wurde in Flavia Solva auch in die bescheidensten Gräber Glas mitgegeben – ein Phänomen, das anschaulich dokumentiert, wie innerhalb weniger Generationen der Luxusartikel Glas zur Massenware wurde.

 

In der Präsentation „Römisches Glas“ im neuen Schaufenster in die Römerzeit werden ausgewählte Exemplare verschiedener Typen von Glasgefäßen (Krüge, Becher, Fläschchen, Teller, Schalen, Urnen und Saugfläschchen) aus der Provinzialrömischen Sammlung des Universalmuseums Joanneum gezeigt.

Eduard Staudinger. Das archäologische Gewissen von Flavia Solva Expand Box
Schaufenster in die Römerzeit 2018

 

Eduard Staudinger (1910–2001) war Hauptschuldirektor und Gemeinderat in Leibnitz. Ab 1959 war er Archivpfleger des Steiermärkischen Landesarchivs für den Bezirk Leibnitz, ab 1966 korrespondierendes Mitglied der Historischen Landeskommission für Steiermark und Träger des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark. Von 1949 bis 1989 hielt er in Hunderten Protokollen, Skizzen und Bildern fest, was er selbst in Wagna beobachtete und was ihm die Bevölkerung und vor allem Schüler/innen berichteten. Diese Protokolle haben sich im Universalmuseum Joanneum, im Bundesdenkmalamt und in privaten Archiven erhalten.

Durch den wirtschaftlichen Boom der Nachkriegszeit konnten sich viele Menschen den Traum vom Eigenheim erfüllen und auch in Wagna wurden viele Einfamilienhäuser errichtet. Wurde Eduard Staudinger von einem Bauvorhaben berichtet, befragte er Schüler/innen und besuchte die Bauherren. Ab 1949 dokumentierte er seine Beobachtungen, bestimmte auf Anfrage Münzen, sammelte archäologische Fundstücke und leitete kleinere Ausgrabungen. Dabei stand er in engem Kontakt zu den jeweiligen Landesarchäologen.

Seine Funde aus Flavia Solva übergab er ab 1985 dem Universalmuseum Joanneum. 

Neufunde aus dem Gräberfeld Marburger Straße,
Dauerausstellung

Den Römern auf der Spur

Dauerausstellung

01.01.2014-31.12.2030 > Flavia Solva

Exponate aus über 100 Jahren archäologischer Forschung vermitteln antikes Lebensgefühl am neu gestalteten Originalschauplatz! mehr...

Flavia Solva

Marburgerstraße 111
8435 Wagna, Österreich
T +43-316/8017-9560
archaeologie@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Hier können Sie kostenlos, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr Interessantes über die älteste Stadt der Steiermark erfahren. Umrunden Sie den Pavillon - ein Schaufenster in die Römerzeit - oder spazieren Sie über die archäologische Stätte! Wissenswertes ist an mehreren Punkten abrufbar.