Den Römern auf der Spur

Daueraustellung



Das neue Museumskonzept ermöglicht seit 2012 den ganzjährigen Besuch der Dauerausstellung bei freiem Eintritt rund um die Uhr.

Mode, Handwerk und Religion um 70 nach Christus! Flavia Solva zählte zu den kultiviertesten Städten der römischen Provinz Noricum und ist der bedeutendste römerzeitliche Fundplatz des Landes. Exponate aus über 100 Jahren archäologischer Forschung vermitteln antikes Lebensgefühl am Originalschauplatz!

Gemeinsam mit seinem räumlichen Umfeld wurde Flavia Solva neu gestaltet. Die neue Ausstellung zeigt die wichtigsten Objekte der mehr als 130-jährigen Forschungsgeschichte Flavia Solvas in einem völlig neuen Konzept. Der Museumspavillon präsentiert sich jetzt als eine von außen umgehbare Schauvitrine. Bestimmendes Element der Präsentation ist die Geschichte von Flavia Solva aus dem Blickwinkel der Stadtforschung. Auch die Konservierung der römerzeitlichen Ruinen und die Gestaltung des 20.000 m2 umfassenden Freigeländes ist ein wichtiger Aspekt des neuen Konzepts.

Relaunch und Eröffnung: 24. Mai 2017, 16 Uhr

Bis April 2017 soll das Flavia Solva einen Relaunch erfahren, mit dem der Name des Standortes, die Qualität des Besuchserlebnisses sowie die Bewerbung vor Ort neu definiert werden sollen.

 

Ziele des Projekts sind die Neubenennung des Standortes, die bessere Visualisierung der einstigen Ausdehnung der antiken Stadt Flavia Solva und die Ausstattung des Freigeländes mit zusätzlichen Informationstafeln.

Darüber hinaus sollen für die Besucher/innen in einem neu gestalteten „Schaufenster in die Römerzeit“ Neufunde aus Flavia Solva präsentiert werden, die dem Universalmuseum Joanneum von der Merkur-Warenhandels-Aktiengesellschaft im Jahr 2016 als Schenkung übergeben wurden. Die Umsetzung der Maßnahmen soll bis Ende April 2017 abgeschlossen sein.


Die Eröffnung erfolgt im Rahmen des traditionellen „Aufrömerns“ der Marktgemeinde Wagna am 24. Mai 2017 um 16 Uhr.
(Rahmenprogramm: ab 14 Uhr)

Programm:

Musikalische Einbegleitung durch die Marktmusik Wagna unter Kapellmeisterin Ursula Bauer

 

Begrüßung:
Peter Stradner, Bürgermeister der Marktgemeinde Wagna

Wolfgang Muchitsch, Direktor des Universalmuseums Joanneum

Karl Peitler, Abteilungsleiter Archäologie & Münzkabinett

 

Besichtigung der archäologischen Stätte und des neuen Schaufensters in die Römerzeit

 

Auf die jungen Gäste warten eine Familienrätselrallye mit Gewinnspiel sowie Workshops und vieles mehr.

 

Besuchen Sie im Anschluss das Römerdorf Wagna, um den Abend dort gemütlich ausklingen zu lassen!

Programm für junge Besucher/innen

Am Mittwoch, dem 24. Mai, von 14 bis 19 Uhr gibt es für unsere jungen Besucher/innen auf dem archäologischen Gelände von Flavia Solva an der Marburger Straße viel zu entdecken und zu gestalten.

 

Rätselrallye „Den Römern auf der Spur“

Auf einer Entdeckungsreise werden die Geheimnisse von Flavia Solva gelüftet. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten eine Gratiseiskugel der Konditorei Koppitz.

 

Bastel-Workshop

Im Rahmen eines Bastel-Workshops werden Ketten mit Muscheln und Glasperlen angefertigt, die nach Hause mitgenommen werden können.

 

Menschliche Knochen erzählen vom Leben unserer Vorfahren

Was die Arbeit einer Anthropologin so spannend macht.

 

Scherben bringen Glück

Restauratorinnen zeigen, wie jahrtausendealte Keramik zusammengefügt wird.

 

Bevor die Römer kamen

An einem Infostand erhalten Groß und Klein Einblicke in die Lebensweise der Eisenzeit.

Bildergalerie

Über Flavia Solva

In Flavia Solva liegt die Römerzeit nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche. Nachdem die Stadt verlassen worden war, wurden Wände und Dächer der Häuser wiederverwendet. Daher finden wir bei Ausgrabungen meist nur noch Grundmauern. Um diese Mauern vor der Witterung zu schützen, wurde das Gelände verfüllt. Die Lage der Mauern ist noch immer sichtbar, sie sind durch Metallprofile an der Oberfläche markiert.

Über die Nutzung der Räume wissen wir nur wenig, die Fußbodenheizung gehört aber sicher zu einem Wohnraum.

Römische Mauerreste unmittelbar unter der Oberfläche, Foto: UMJ/ B. Porod

Im 1. Jahrhundert n. Chr., also vor etwa 2000 Jahren, legten italische Händler über einer bestehenden kleinen Siedlung ein regelmäßiges Raster von 20 Meter breiten Straßen an. Die freien Flächen zwischen diesen Straßen, sogenannte insulae, waren schon nach wenigen Jahrzehnten dicht bebaut. Fast 10.000 Menschen lebten und arbeiteten hier.

 

Die Stadt Flavia Solva erstreckte sich einst über 40 Hektar, die archäologische Schutzzone entspricht rund 5 % dieser Fläche. Nachdem Flavia Solva verlassen worden war, dauerte es Mehr als 1000 Jahre, bis wieder eine Stadt dieser Größe in der Steiermark entstehen konnte: Im 17. Jahrhundert war Graz etwa so groß wie Flavia Solva.

Flavia Solva – Graz 1657, Grafik: Hasso Hohmann

An vielen Plätzen in Flavia Solva hatte man freien Blick nach Westen, auf die Heiligtümer auf dem Frauenberg. Zumindest den großen Tempel auf dem Hügelplateau konnte man leicht mit freiem Auge erkennen.


Spuren von Tempeln oder öffentlichen Gebäuden sind in Flavia Solva noch nicht gefunden worden – mit einer Ausnahme: Die Lage des Amphitheaters ist bekannt.

Blick auf den Frauenberg. Der größte der römischen Tempel befand sich neben der Kirche, Foto: UMJ
Meilenstein des Kaisers Severus Alexander, 231 n. Chr., Foto: UMJ, O. Harl

Flavia Solva lag an einer Straße, die von der Drau nach Norden zur Mur und flussaufwärts bis ins Mürztal führte. Diesen Straßenverlauf belegen zwei Meilensteine, die am Fuße des Kugelsteins bei Deutschfeistritz gefunden wurden. Kleinere Straßen führten von Flavia Solva ins Laßnitztal, in den Sausal und nach Osten ins Raabtal. Sie dienten wohl vor allem zur Versorgung von Flavia Solva mit Alltagsgütern.


In den römischen Listen der Straßenstationen fehlen all diese Verkehrsverbindungen. Auf dem Gebiet der Steiermark ist nur die sogenannte „Norische Hauptstraße“ belegt, die Virunum in Kärnten mit Ovilava in Oberösterreich verband und quer durch die Obersteiermark verlief.

Flavia Solva war die einzige römische Stadt mit einem Hügelgräberfeld. Trotz seiner großen Ausdehnung ist das Gräberfeld relativ geschlossen und dicht belegt.

Eine Hügelgräbergruppe aus drei Hügeln und Flachgräbern befand sich an einer nach Süden führenden Straße. Nach dem Besitzer Krobath wurden diese Hügelgräber „Kraberkögel“ genannt. Nur einer der drei Hügel konnte archäologisch untersucht werden.

1916 grub der damalige Landesarchäologe Walter Schmid den Hügel mit drei Bestattungen und mehr als 40 Fundstücken aus der Zeit um 100 n. Chr. aus. Der gemauerte bienenkorbförmige Einbau des Grabhügels wurde bereits 1917 im Garten des Joanneums in Graz ausgestellt, er kehrte erst 2004 nach Wagna zurück

Der Ausgräber Walter Schmid bei der Freilegung des Kraberkogels 1916, UMJ, Archäologie & Münzkabinett, Archiv

Flavia Solva

Marburgerstraße 111
8435 Wagna, Österreich
T +43-316/8017-9560
archaeologie@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Hier können Sie kostenlos, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr Interessantes über die älteste Stadt der Steiermark erfahren. Umrunden Sie den Pavillon oder spazieren Sie über das Gelände! Wissenswertes ist an mehreren Punkten abrufbar.