Den Römern auf der Spur

Daueraustellung



Das neue Museumskonzept ermöglicht seit 2012 den ganzjährigen Besuch der Dauerausstellung bei freiem Eintritt rund um die Uhr.

Mode, Handwerk und Religion um 70 nach Christus! Flavia Solva zählte zu den kultiviertesten Städten der römischen Provinz Noricum und ist der bedeutendste römerzeitliche Fundplatz des Landes. Exponate aus über 100 Jahren archäologischer Forschung vermitteln antikes Lebensgefühl am Originalschauplatz!

Gemeinsam mit seinem räumlichen Umfeld wurde Flavia Solva neu gestaltet. Die neue Ausstellung zeigt die wichtigsten Objekte der mehr als 130-jährigen Forschungsgeschichte Flavia Solvas in einem völlig neuen Konzept. Der Museumspavillon präsentiert sich jetzt als eine von außen umgehbare Schauvitrine. Bestimmendes Element der Präsentation ist die Geschichte von Flavia Solva aus dem Blickwinkel der Stadtforschung. Auch die Konservierung der römerzeitlichen Ruinen und die Gestaltung des 20.000 m2 umfassenden Freigeländes ist ein wichtiger Aspekt des neuen Konzepts.

Relaunch und Neueröffnung im Mai 2017

Ab Mai 2017 hat Flavia Solva einen Relaunch erfahren, mit dem der Name des Standortes, die Qualität des Besuchserlebnisses sowie die Bewerbung vor Ort neu definiert sind.

 

Ziele des Projekts waren die Neubenennung des Standortes, die bessere Visualisierung der einstigen Ausdehnung der antiken Stadt Flavia Solva und die Ausstattung des Freigeländes mit zusätzlichen Informationstafeln.

„Schaufenster in die Römerzeit“

Darüber hinaus werden für die Besucher/innen in einem neu gestalteten „Schaufenster in die Römerzeit“ Neufunde aus Flavia Solva präsentiert, die dem Universalmuseum Joanneum von der Merkur-Warenhandels-Aktiengesellschaft im Jahr 2016 als Schenkung übergeben wurden.

Über Flavia Solva

In Flavia Solva liegt die Römerzeit nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche. Nachdem die Stadt verlassen worden war, wurden Wände und Dächer der Häuser wiederverwendet. Daher finden wir bei Ausgrabungen meist nur noch Grundmauern. Um diese Mauern vor der Witterung zu schützen, wurde das Gelände verfüllt. Die Lage der Mauern ist noch immer sichtbar, sie sind durch Metallprofile an der Oberfläche markiert.

Über die Nutzung der Räume wissen wir nur wenig, die Fußbodenheizung gehört aber sicher zu einem Wohnraum.

Im 1. Jahrhundert n. Chr., also vor etwa 2000 Jahren, legten italische Händler über einer bestehenden kleinen Siedlung ein regelmäßiges Raster von 20 Meter breiten Straßen an. Die freien Flächen zwischen diesen Straßen, sogenannte insulae, waren schon nach wenigen Jahrzehnten dicht bebaut. Fast 10.000 Menschen lebten und arbeiteten hier.

 

Die Stadt Flavia Solva erstreckte sich einst über 40 Hektar, die archäologische Schutzzone entspricht rund 5 % dieser Fläche. Nachdem Flavia Solva verlassen worden war, dauerte es Mehr als 1000 Jahre, bis wieder eine Stadt dieser Größe in der Steiermark entstehen konnte: Im 17. Jahrhundert war Graz etwa so groß wie Flavia Solva.

An vielen Plätzen in Flavia Solva hatte man freien Blick nach Westen, auf die Heiligtümer auf dem Frauenberg. Zumindest den großen Tempel auf dem Hügelplateau konnte man leicht mit freiem Auge erkennen.


Spuren von Tempeln oder öffentlichen Gebäuden sind in Flavia Solva noch nicht gefunden worden – mit einer Ausnahme: Die Lage des Amphitheaters ist bekannt.

Flavia Solva lag an einer Straße, die von der Drau nach Norden zur Mur und flussaufwärts bis ins Mürztal führte. Diesen Straßenverlauf belegen zwei Meilensteine, die am Fuße des Kugelsteins bei Deutschfeistritz gefunden wurden. Kleinere Straßen führten von Flavia Solva ins Laßnitztal, in den Sausal und nach Osten ins Raabtal. Sie dienten wohl vor allem zur Versorgung von Flavia Solva mit Alltagsgütern.


In den römischen Listen der Straßenstationen fehlen all diese Verkehrsverbindungen. Auf dem Gebiet der Steiermark ist nur die sogenannte „Norische Hauptstraße“ belegt, die Virunum in Kärnten mit Ovilava in Oberösterreich verband und quer durch die Obersteiermark verlief.

Flavia Solva war die einzige römische Stadt mit einem Hügelgräberfeld. Trotz seiner großen Ausdehnung ist das Gräberfeld relativ geschlossen und dicht belegt.

Eine Hügelgräbergruppe aus drei Hügeln und Flachgräbern befand sich an einer nach Süden führenden Straße. Nach dem Besitzer Krobath wurden diese Hügelgräber „Kraberkögel“ genannt. Nur einer der drei Hügel konnte archäologisch untersucht werden.

1916 grub der damalige Landesarchäologe Walter Schmid den Hügel mit drei Bestattungen und mehr als 40 Fundstücken aus der Zeit um 100 n. Chr. aus. Der gemauerte bienenkorbförmige Einbau des Grabhügels wurde bereits 1917 im Garten des Joanneums in Graz ausgestellt, er kehrte erst 2004 nach Wagna zurück

Bildergalerie

Flavia Solva

Marburgerstraße 111
8435 Wagna, Österreich
T +43-316/8017-9560
archaeologie@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Hier können Sie kostenlos, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr Interessantes über die älteste Stadt der Steiermark erfahren. Umrunden Sie den Pavillon - ein Schaufenster in die Römerzeit - oder spazieren Sie über die archäologische Stätte! Wissenswertes ist an mehreren Punkten abrufbar.