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Erzherzog Johann

Foto: UMJ/N. Lackner
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Kammermaler

Erzherzog Johann von Österreich (Florenz 1782–1859 Graz)

Johann Baptist Josef Fabian von Österreich wurde am 20.1.1782 als 13. Kind des Großherzogs der Toskana und späteren Kaisers Leopold II. und Maria Ludovica von Bourbon-Spanien in Florenz geboren.

 

Sein Vater hatte die ihm übertragene Toskana zu einem Musterland im aufklärerischen Sinne gemacht. Man hatte in ihn große Hoffnungen auf eine Reformtätigkeit in diese Richtung gesetzt, als er 1890 nach dem Tod Kaiser Josephs II. die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation übernahm. Jedoch verstarben er und seine Frau schon zwei Jahre danach, worauf sein ältester Sohn als Kaiser Franz II. (später Franz I. von Österreich) die Führung der Monarchie übernahm.

 

Die Ausbildung Erzherzog Johanns, zuvor liberal-aufklärerisch, wurde nun streng militärisch. Dennoch versuchte dieser zeitlebens, das aufklärerische Gedankengut des Vaters in die Realität umzusetzen, wenn er auch an den Grundfesten der tradierten Gesellschaftsordnung nie rüttelte.

 

Im Jahr 1800 wurde dem 18-Jährigen sein erstes Armeekommando übertragen und er musste eine Niederlage gegen die napoleonischen Truppen verantworten. 1801 wurde er zum Generaldirektor des Genie- und Fortifikationswesens ernannt, eine Funktion, die eine rege Reisetätigkeit mit sich brachte und seinen vielseitigen Interessen an Geschichte, Geografie und dem Leben der Bewohner der Länder entgegenkam. Damals entstand, sicher beeinflusst durch die romantische Entdeckung der Alpen in dieser Zeit, seine Vorliebe für die alpinen Regionen Österreichs.

 

Nachdem er nach dem Verrat der sogenannten „Alpenbund-Affäre“ 1813 Tirol nicht mehr betreten durfte, konzentrierte er sich auf die Steiermark. Er wählte das Herzogtum als Lebensmittelpunkt und entfaltete hier – immer als engagierter Privatmann, denn außer seinem Bürgermeisteramt in Stainz (1850–59) hatte er keine Regierungsfunktionen inne – ein reiches und folgenreiches Wirken.

 

Einige seiner Initiativen waren zum Beispiel: 1811 die Gründung des Joanneums in Graz (als Lehr- und Bildungsanstalt mit öffentlichem Museum, aus dem später die Technische Universität, das Landesmuseum, das Landesarchiv und die Landesbibliothek hervorgingen) und Übertragung seiner naturwissenschaftlichen Sammlungen an dasselbe, 1818 der Erwerb und Ausbau des Brandhofes, eines landwirtschaftlichen Gutes bei Mariazell, und Maßnahmen zur Verbesserung der Landwirtschaft, 1822 die Erwerbung eines Hochofens in Vordernberg und Durchführung von Reformen im steirischen Eisenwesen und in der Industrie (Begründung der späteren Montanuniversität in Leoben).

 

1919 lernte Erzherzog Johann in Aussee die Tochter des dortigen Postmeisters, Anna Plochl, kennen. Die bewegte Liebesgeschichte und darauffolgende morganatische Eheschließung (1829) bilden bis heute Stoff für Romane und Filme. 1839 wurde Franz, das einzige Kind aus dieser Ehe, geboren.

 

Im Revolutionsjahr 1848 wurde Johann von der deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche zum Reichsverweser gewählt – zum Staatsoberhaupt eines zu schaffenden gesamtdeutschen Nationalstaates. Dieser stellte sich jedoch als Utopie heraus, Johann blieb von den wesentlichen Entscheidungen ausgeschlossen, legte seine Funktion zurück und übersiedelte 1849 wieder in die Steiermark, in sein kurz zuvor erbautes Palais in der Grazer Leonhardstraße. Hier verstarb er am 10.5.1859.

 

Erzherzog Johann genießt in der Steiermark bis heute große Popularität, um sein Leben und Wirken bildete sich ein regelrechter Mythos, mit dem sich regionale Identität erzeugen ließ und lässt. Er wurde in zahlreichen wissenschaftlichen sowie belletristischen Schriften betrachtet und durch Bildwerke dargestellt – am prominentesten vielleicht mit dem Brunnen am Grazer Hauptplatz von 1878 von Franz Pönninger.

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