Claudia Unger in ihrem Büro in der Paulustorgasse, neben einem Poster der vergangenen Ausstellung „Im Bett“

21. November 2019 / Alina Lerch

Interview mit … Claudia Unger. Updates zum Volkskundemuseum

Allgemein | Museumseinblicke

Von Jänner 2020 bis April 2021 schließt das Volkskundemuseum wegen Umbauten. Über die Zukunft des Museums und wichtige Details zum Umbau klärt Claudia Unger, Leiterin der Abteilung Volkskunde, in einem Interview auf:

Wie bist du zum Volkskundemuseum gekommen?

Seit Juli arbeite ich hier als Leiterin der Abteilung Volksunde, die einerseits das Volkskundemuseum und andererseits das Freilichtmuseum Stübing umfasst – zwei Häuser, die sich mit verschiedenen Profilen und Schwerpunkten den Zeugnissen gesellschaftlichen Lebens in der Steiermark und darüber hinaus widmen. Ich persönlich bin seit vielen Jahren in Bildungs- und Kultureinrichtungen tätig und finde es vor diesem Hintergrund besonders interessant, welche Bezüge man zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herstellen kann. Das leitet mich auch in der Arbeit für die Abteilung Volkskunde.

Das Volkskundemuseum wird demnächst umgebaut. Was ist der Plan?

Ja, wir sind erfreulicherweise Teil der „Steiermark Schau“. Dafür planen wir eine neue Ausstellung zum Thema „Gegenwart/Identität“ und nehmen einige Umbau- bzw. Sanierungsmaßnahmen vor. Das ist ein sehr komplexes Thema. Das Areal umfasst ja nicht nur das Museum, sondern auch Gärten, den Heimatsaal, die Antoniuskirche. Ziel ist es, das gesamte Gelände in die Neuüberlegungen miteinzubeziehen.

Die letzte Generalsanierung ist über 15 Jahre her, zu den inhaltlichen Überlegungen kommen also auch bauliche Notwendigkeiten wie die barrierefreie Erschließung, die uns sehr wichtig ist. Momentan machen wir die letzten inhaltlichen Feinschliffe, dann geht es an die Umsetzung der baulichen Maßnahmen. Unsere jetzige Dauerausstellung „Schätze des Alltags“ – mit den Themen Wohnen, Kleiden und Glauben – wird noch bis Ende des Jahres zu sehen sein, dann werden wir sie abbauen und eine neue Dauerausstellung etablieren. Während der Umbauzeit von Jänner 2020 bis April 2021 möchten wir jedoch nicht völlig von der Bildfläche verschwinden, sondern werden zu Veranstaltungen, beispielsweise mit der Universität Graz und in Kooperation mit dem Verein der Freunde des Volkskundemuseums, der einer unserer wichtigsten Partner ist, einladen.
Geplant ist außerdem ein Baustellenfest – voraussichtlich im Februar.

Was ist das Ziel des „neuen“ Volkskundemuseums?

Grundsätzlich ist unser Ziel, möglichst viele Menschen für die tollen Inhalte, die das Volkskundemuseum bietet, zu interessieren und den Ort zu beleben – durch Ausstellungsbesucher/innen und Teilnehmer/innen am gesamten Programm. Inhaltlich werden wir mit dem Thema „Identität/Gegenwart“ eine starke Ergänzung zu den bisher schon gut etablierten Themen haben und hoffentlich auch zusätzliche Zielgruppen erreichen.

Gerade um jüngere Menschen anzusprechen, werden wir außerdem mehr auf den sozialen Netzwerken unterwegs sein und Inhalte bearbeiten, die aktuell sind. „Fridays for Future“ ist ja momentan ein heißes Thema – Regionalität, Umwelt, Nachhaltigkeit etc. – alles Themen, die aktuell sind und zugleich intensive Bezüge in die Vergangenheit erlauben.

Wie wird die Kooperation mit dem Freilichtmuseum Stübing aussehen?

Einerseits haben wir starke inhaltliche Verschränkungen, andererseits die Möglichkeit, innerhalb der ziemlich großen Abteilung die Profile der beiden Häuser zu schärfen. Das ist eine tolle Chance, die die neue Abteilung Volkskunde (das Freilichtmuseum Stübing gehört erst seit Jänner zum Universalmuseum Joanneum) auch nützen wird. Austausch und Zusammenarbeit bietet sich bei vielem an: Sammlungspflege, Austausch, Leihgaben, wissenschaftliche Kooperationen und nicht zuletzt die gegenseitige Bewerbung von Veranstaltungen – all das kann der Abteilung sehr nutzen. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich teilweise auch schon, wir werden den Zusammenhalt in der neuen Abteilung auch über persönliche Kontakte ausbauen und damit stärken.

Foto und Text: Alina Lerch

Heben Sie sich für uns auf!

Das Volkskundemuseum Joanneum startet mit Sammelaufrufen

Wir schließen mit 7. Jänner 2020 und schlafen trotzdem nicht.
Denn wir bauen um und eröffnen im Frühjahr 2021 eine neue permanente Ausstellung. Daher erweitern wir unsere Sammlung um Themenbereiche wie zunehmenden Wohlstand, steigenden Konsum (Urlaub, erstes Auto, erstes Handy, …), Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration, Umwelt, Gegenkulturen und Gegentrends oder richtig wichtig „Steirisches“.

Auftaktveranstaltung zu den Sammelaufrufen im Volkskundemuseum

Paulustorgasse 13, 8010 Graz

Am 6. Dezember und 7. Dezember 2019, jeweils 10.00 bis 15.00 Uhr

Kontakt: Christiane Rainer, christiane.rainer@museum-joanneum.at

https://www.museum-joanneum.at/volkskunde/sammlung/sammlungsaufruf

 

Kategorie: Allgemein | Museumseinblicke
Schlagworte: Arbeiten im Museum | Interview


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