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Neue Galerie Graz > Unser Programm > Kalender > Roland Reiter
Bildinformationen
Datum
03.06.2026
Uhrzeit
19:00
Ort
Neue Galerie Graz, studio
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Roland Reiter (*1965) ist ein Künstler, der in den letzten Jahrzehnten ein Werk hervorgebracht hat, dessen zahlreiche Facetten nur schwer auf einen Nenner zu bringen sind. Charakteristisch für sein Schaffen ist das Spiel mit Vertrautem, das sich einer klaren Zuordnung oftmals entzieht, einer feinen Note des Humors, die sich aber nie in der Pointe erschöpft und einer Vielschichtigkeit, die sich erst bei näherer Betrachtung und Reflexion auftut.
Die Ausstellung im studio der Neuen Galerie Graz zeigt Arbeiten seiner neuen Werkserie für die er Bauteile von Autos und Motorrädern zusammengesucht, neu kombiniert, erweitert und überformt hat. Die so entstandenen Objekte zeichnen sich durch eine abstrakte Gestalt aus, die noch die Erinnerung an ihre vorangegangene Form und Funktion in sich tragen. Mitunter verweist er im Titel auf den Ursprung des Materials, wie bei „Transit Bus II“ oder „2er Golf“. Durch vielfältige Überarbeitungen mit Winkelschleifer, Spachtel und Lappen kreiert er eine malerische Textur auf den metallenen Oberflächen, die das Auge vagieren lässt. Die Arbeiten stehen beispielhaft für sein skulpturales Denken, da die Werke nicht nur durch ihre malerische Qualität eine hybride mediale Form einnehmen, sondern zudem hängend an der Wand, gegen sie gelehnt oder auf dem Boden liegend präsentiert werden können. Reiter kombiniert die minimalistischen und konzeptuellen Kunstpraktiken der Nachkriegsavantgarde mit dem popkulturellem Glamour und Bling-Bling der Millennials.
Es ist ein Charakteristikum von Reiters bildhauerischem Schaffen, dass sich viele seiner Arbeiten aufgrund ihrer ambiguen und uneindeutigen Form einer präzisen Etikettierung entziehen. Ausgangspunkt sind oftmals Industrieprodukte, die der Künstler überformt und mit disparaten Materialien kombiniert. Das Industrielle trifft auf das Organische, das Technoide auf das Tierische und das Künstliche auf das Natürliche. Die Betrachter*innen sind gleichsam versucht, etwas Konkretes in den abstrakten Formen zu erkennen, ihnen eine referentielle Logik überzustülpen, doch der Künstler versteht es seine Arbeiten der eindeutigen Zuschreibung zu entziehen. Reiter setzt das Spiel der Andeutungen und Analogien bewusst ein, um seine Arbeiten offen für die Kontingenz der Lesarten zu halten, daher der paradigmatische Titel: „No matter what it is, but it matters what it could be“.
Obgleich Reiter gebürtiger Steirer ist, war er in der Steiermark kaum präsent. Seit 1987 lebt und arbeitet er in Wien und seit 1995 hat er einen Lehrauftrag für Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst. Die Ausstellung im studio der Neuen Galerie Graz gibt einen Einblick in sein aktuelles Schaffen.