Günter Brus

Aktionskünstler und Pionier der Body Art

Günter Brus zählte nicht nur zu den bedeutendsten und radikalsten Künstler*innen Österreichs, sondern ist einer der wenigen österreichischen Künstler*innen, die internationale Kunstgeschichte geschrieben haben. Er gilt als Pionier der Body Art und hat sowohl mit seiner radikalen Körperkunst als auch mit seinen originären Zeichnungen Generationen von Künstler*innen weltweit beeinflusst.

Günter Brus ist am 10. Februar 2024 im Alter von 85 Jahren verstorben.

Bildinformationen

Günter Brus hat mit seinen Aktionen ikonische Bilder geschaffen, die ins kollektive Bildgedächtnis eingegangen sind. Der schmächtige Körper, der im „Wiener Spaziergang“ weiß bemalt und von einer schwarzen Linie längs geteilt vom Heldenplatz Richtung Stephansplatz geht, um nach kurzer Zeit von einem Polizisten angehalten zu werden, steht paradigmatisch für die gesellschaftliche Situation des Nachkriegsösterreich. Die zuckende Linie symbolisiert die Verletzung, den Schnitt, die Wunde, die Gespaltenheit, das Aufbrechen des Selbst. Auch wenn man in Österreich dem Wendejahr 1968 gedenkt kommt man an Günter Brus nicht vorbei.

Die sogenannten Uni-Aktion ist der einzige relevante Beitrag Österreichs zu den weltweiten Protesten dieses Jahres. Dass dieser künstlerisch ausfiel und nicht politisch, lässt im Übrigen genauso auf die österreichische Gesellschaft schließen wie die Art des Protestes. Der österreichische Autor Peter Turrini gratulierte ihm Jahrzehnte später zu dieser „menschlichen und künstlerischen Großleistung“: „Es war das Schönste, was sie machen konnten.“

 

"Günter Brus war eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, der mit seiner Kunst an die Grenzen gegangen ist und seinen Körper sprichwörtlich der Zerreissprobe ausgesetzt hat. Er hat bedingungslos für die Kunst gelebt und nie vor den Konsequenzen seiner Radikalität zurückgeschreckt. Er hat für die Kunstgeschichte Bleibendes geschaffen. Günter Brus war nicht nur rigoroser Aktionist, obsessiver Zeichner und spracherweiternder Dichter, sondern bis zuletzt ein heller Geist und politischer Mensch, der schmerzlich fehlen wird." so Roman Grabner, Leiter des BRUSEUMs

Günter Brus

1938 – 2024

Das Universalmuseum Joanneum trauert um Günter Brus. 

Am Freitag, dem 1. März 2024 kann in der Zeit von 8 bis 12 Uhr in der Grazer Feuerhalle still Abschied genommen werden.

Die Familie - Anna, Diana und Udo - bittet, von Kranz- und Blumenspenden Abstand zu nehmen. 

Die Trauerfeier findet im engsten Kreis der Familie statt.

Das BRUSEUM im Universalmuseum Joanneum wird am 7. Mai 2024 eine Gedenkfeier veranstalten. Hierzu folgt eine gesonderte Einladung.

 

 

 

Bildinformationen

Fotos von Günter Brus

Günter Brus

Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Künstler Günter Brus und BRUSEUM-Leitner Roman Grabner

Foto: Universalmuseum Joanneum

Günter Brus 2021 bei der Presseführung zu "Günter Brus und Alfons Schilling um 1960. Ausstieg aus dem Bild"

Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Günter Brus 2021 bei der Presseführung zu "Günter Brus und Alfons Schilling um 1960. Ausstieg aus dem Bild"

Foto: Universalmuseum Joanneum/C.

Günter Brus und Anna Brus

Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Günter Brus,

Foto: Universalmuseum Joanneum

Günter Brus,

Foto: Universalmuseum Joanneum

Günter Brus 2012

Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Günter Brus 2012

Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Günter Brus 2012

Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Werke von Günter Brus

"BRUSEUM",

Foto: UMJ/N. Lackner

Innenansicht, "Ein Museum für Günter Brus",

Eröffnungsausstellung im BRUSEUM, Laufzeit: 27.11.2011-09.04.2012 Foto: UMJ / N. Lackner

Günter Brus, Wiener Spaziergang, 1965

Fotografien: L. Hoffenreich, 1991, Geschenk Prof. DDr. Wilfried Skreiner © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Wiener Spaziergang, 1965

Fotografien: L. Hoffenreich, 1991, Geschenk Prof. DDr. Wilfried Skreiner © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Wiener Spaziergang, 1965

Fotografien: L. Hoffenreich, 1991, gift Prof. DDr. Wilfried Skreiner © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Wiener Spaziergang, 1965

Fotografien: L. Hoffenreich, 1991, Geschenk Prof. DDr. Wilfried Skreiner © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Selbstbemalung", 1965/1984,

© BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Zerreißprobe, 1970

Fotografien: K. Eschen. © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Zerreißprobe, 1970

Fotografien: K. Eschen. © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Zerreißprobe, 1970

Fotografien: K. Eschen. © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, „Vitriolkabinett“, 1966,

Foto: Ludwig Hoffenreich

Günter Brus, Ana III, 1964, S/W-Fotografie auf Karton, 39 x 30 cm,

Neue Galerie Graz (Inv. Nr.: X/2193-01)

Günter Brus, "Das erotische Testament", 1986,

Bleistift / Papier, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Der Balkon Europas", 1972,

Bleistift, Farbstift / Papier, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Dioskuren", 1984,

© BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Große Dichtkunstmaschine", 1996,

Ölkreide / Papier, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Ohne Titel (Informel), 1960

Erwerbung 2007, Geschenk Galerie Philipp Konzett, Wien

Günter Brus, "Musik für 2 Glöckchen (Fis-Gis)", 1970,

Bleistift, Farbstift / Papier, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Musik für 2 Glöckchen (Fis-Gis)", 1970,

Bleistift, Farbstift / Papier, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "ohne Titel (Aktionsskizze)", 1966,

Tusche auf Papier, 20 x 21 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "ohne Titel (Aktionsskizze)", 1966,

Tusche, Bleistift auf Papier, 20 x 21 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "ohne Titel (Aktionsskizze)", 1966,

Farbstift, Kugelschreiber auf Papier, 19,8 x 21,2 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Patent Merde", 1969,

© BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Späte Nebensachlichkeit", 1999,

4-teilige Bild-Dichtung, Mischtechnik auf Papier, je 64,8 x 50 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus,"Späte Nebensachlichkeit", 1999,

4-teilige Bild-Dichtung, Mischtechnik auf Papier, je 64,8 x 50 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Starrkrampf", 1965/2010,

12 Schwarzweißfotografien, Je 39,9 x 39,8 cm, Fotograf: Ludwig Hoffenreich, Hrsg.: Galerie Heike Curtze & Galerie Krinzinger, Wien, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Starrkrampf", 1965/2010,

12 Schwarzweißfotografien, Je 39,9 x 39,8 cm, Fotograf: Ludwig Hoffenreich, Hrsg.: Galerie Heike Curtze & Galerie Krinzinger, Wien, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Stichstahl", 1978,

Kaltnadelradierung und Lithographie auf Bütten, 6-teilig je 32,3 x 24,5 cm (Blatt) Herausgeber: Edition Hundertmark, Berlin © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Stichstahl", 1978,

Kaltnadelradierung und Lithographie auf Bütten, 6-teilig je 32,3 x 24,5 cm (Blatt) Herausgeber: Edition Hundertmark, Berlin © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Szene Australia" (Wanderausstellung für deutsche Großstädte), 1973

Collage, Farbstiftzeichnung auf Papier, 32 x 46,3 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Tiefgreifende Angst eines Entwurzelten", 1988,

Kreide auf Karton, 88,1 x 62,8 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Das Ende der friedlichen Musik: Tontaubenschießen", 2000,

Mischtechnik auf Papier, 76 x 56,8 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Totentrompeten (nach Böcklin)", 1979,

Bleistift, Kreide auf Papier, 41,7 x 29,6 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Umsonster", 1979,

Bleistift und Farbstift auf Papier, 41,7 × 29,6 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Venus im Pelz", 2002,

Tusche, Kreide, Farbstift, Bleistift / Papier © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, "Warum Kunst, wenn es Theorie gibt", 1997-99,

Mischtechnik auf Papier, 3-teilige Bild-Dichtung, je 55,6 x 42 cm, © BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Die Wölfe schluchzen, 1982,

© BRUSEUM / Neue Galerie Graz

Günter Brus, Wiener Spaziergang, 1965

Fotografien: L. Hoffenreich, 1991, Geschenk Prof. DDr. Wilfried Skreiner © BRUSEUM / Neue Galerie Graz