Der Bildhauer Gustinus Ambrosi

Foto: N. Lackner/UMJ. © Bildrecht, Wien, 2017

Künstler: Alfons Walde

Leben: Oberndorf (Tirol) 1891–1958 Kitzbühel
Datierung: ca. 1930
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 151 x 131,5 cm
Inhaberschaft: Leihgabe Ambrosi-Museum Stallhofen
Inventarnummer: VI/846

Gustinus Ambrosi (Eisenstadt 1893–1975 Wien)

Der am 24.2.1893 geborene, spätere Bildhauer und Dichter Gustinus Ambrosi verlor 1900 infolge einer Gehirnhautentzündung sein Gehör. Bereits im Prager Privat-Taubstummen-Institut legte er ab 1902 in einem Modellierkurs den Grundstein für seinen weiteren beruflichen Werdegang. Nach dem Tod seines Vaters übersiedelte die Familie 1909 nach Graz, wo Ambrosi eine Ausbildung an der Meisterschule für Modelleure an der k. k. Gewerbeschule begann.

 

1913 erhielt der früh als genial geltende Bildhauer in Wien ein Staatsatelier auf Lebenszeit und besuchte ab diesem Jahr die Akademie der bildenden Künste Wien. In der Zwischenkriegszeit wurde Ambrosi zum international gefragten Porträtisten von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der neben Wien auch Ateliers in Rom, Paris und Köln unterhielt. 1925 präsentierte er als österreichischer Kommissär bei der III. Biennale in Rom unter anderem Werke von Alfons Walde und Egon Schiele.

 

Wegen seiner Nähe zum Austrofaschismus galt Ambrosi dem Nazi-Regime als politisch unzuverlässig, obwohl ihn Hitler persönlich für einen der fähigsten Bildhauer Deutschlands hielt. Bei der Bombardierung Wiens wurden 1945 sein Atelier und ein Großteil seiner Werke zerstört.

 

In der Zweiten Republik konnte Ambrosi wiederum offizielle Porträtaufträge verwirklichen. Ambrosi beging am 1.7.1975 Selbstmord und liegt in einem Ehrengrab der Stadt Graz am St.-Leonhard-Friedhof begraben. Sein von ihm selbst geplanter und gebauter Alterssitz im weststeirischen Stallhofen beherbergt heute ein Ambrosi-Museum. Das 1978 eröffnete Ambrosi-Museum im Wiener Augarten wird heute vom Belvedere betreut.

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