Der Bildhauer Gustinus Ambrosi

Künstler: Alfons Walde

Leben: Oberndorf (Sbg.) 1891 – 1958 Kitzbühel

Datierung: ca. 1930

Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 151 x 131,5 cm

Inhaberschaft: Leihgabe Ambrosi-Museum Stallhofen

Inventarnummer: VI/846

Ambrosi, Gustinus (Eisenstadt 1893-1975 Wien)

Der spätere Bildhauer und Dichter Gustinus Ambrosi verlor 1900 in Folge einer Gehirnhautentzündung sein Gehör. Bereits im Prager Privat-Taubstummeninstitut legte er ab 1902 in einem Modellierkurs den Grundstein für seinen weiteren beruflichen Werdegang.

Nach dem Tod seines Vaters übersiedelte die Familie 1909 nach Graz, wo Ambrosi eine Ausbildung an der Meisterschule für Modelleure an der k. k. Gewerbeschule begann.

1913 erhielt der früh als genial geltende Bildhauer in Wien ein Staatsatelier auf Lebenszeit und besuchte ab diesem Jahr die Akademie der bildenden Künste. In der Zwischenkriegszeit wurde Ambrosi zum international gefragten Porträtisten von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der neben Wien Ateliers in Rom, Paris und Köln unterhielt.

1925 präsentierte er als österreichischer Kommissär bei der III. Biennale in Rom unter anderem Alfons Walde und Egon Schiele.

Wegen seiner Nähe zum Austrofaschismus galt Ambrosi dem Nazi-Regime als politisch unzuverlässig, obwohl Hitler persönlich ihn für einen der fähigsten Bildhauer Deutschlands hielt. Bei der Bombardierung Wiens wurde 1945 sein Atelier und ein Großteil seiner Werke zerstört. In der Zweiten Republik konnte Ambrosi wiederum offizielle Porträtaufträge verwirklichen.

Ambrosi schied am 1.7.1975 freiwillig aus dem Leben und liegt in einem Ehrengrab der Stadt Graz am St. Leonhard-Friedhof begraben.

Sein von ihm selbst geplanter und gebauter Alterssitz im weststeirischen Stallhofen beherbergt heute ein Ambrosi-Museum. Das 1978 eröffnete Ambrosi-Museum im Wiener Augarten wird heute vom Belvedere betreut.

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