Franz Josef Graf von Saurau

Foto: N. Lackner/UMJ

Künstler: Heinrich Friedrich Füger

Leben: Heilbronn 1751 – 1818 Wien
Datierung: 1797
Technik: Öl Leinwand 
Maße: 221 x 156 cm
Besitz: Neue Galerie Graz
Inventarnummer: I/337

Franz Josef Graf von Saurau (Wien 1760 – 1832 Florenz)

Seine erste Erziehung erhielt der am 19.9.1760 in Wien geborene, aus dem steirischen Adelsgeschlecht der Saurau stammende Graf Franz Josef von einem Jesuitenpater, ehe er die Wiener Theresianische Ritterakademie besuchte.

 

Seine Karriere im Staatsdienst begann 1780 im Wiener Kreisamt. 1789 wurde er  zum Stadthauptmann Wiens ernannt. In den 1790er-Jahren war Saurau Mitglied der böhmisch-österreichischen Hofkanzlei, stellvertretender Chef der Polizeihofstelle und Regierungspräsident Niederösterreichs.

 

Gemeinsam mit dem Wiener Polizeichef Anton von Pergen leitete Saurau die Aufdeckung und Unterdrückung der österreichischen Jakobinerverschwörung im Jahre 1794. Die Anklagen der Schauprozesse, die oft zu schweren Kerkerstrafen oder gar Hinrichtungen führten, basierten vielfach auf Aussagen von Spitzeln und der Interpretation der Ideen der Angeklagten. Es existiert die Theorie, dass es sich bei dieser vermeintlichen Verschwörung um die Erfindung des Wiener Polizeichefs handelte, der für Kaiser Franz II. unliebsame Kritiker loswerden sollte.

 

Das von Heinrich Füger geschaffene Gemälde entstand als Erinnerung an die von Saurau 1796 organisierte Volksbewaffnung, die eine Reaktion auf das Vorrücken der französischen Armee war. Aufgrund des Vorfriedens von Leoben vom April 1797 kam diese allerdings nicht zum Einsatz.

 

Noch im selben Jahr erreichte Saurau die Wiedererrichtung des Theresianums, dessen Kurator er bis 1801 blieb, und wurde zum Hofkammerpräsidenten sowie zum Finanz- und Polizeiminister bestellt. Es gelang ihm nicht, die finanziellen Probleme, die der Zweite Koalitionskrieg mit sich brachte, zu lösen, weshalb er 1802 seiner Ämter enthoben und als Botschafter nach Russland entsandt wurde. 1803 wurde er zurück nach Österreich beordert. 1805 wurde er Gouverneur Innerösterreichs, 1809 folgte er als Generallandeskommissar bei der Armee Erzherzog Johanns diesem nach Italien und Ungarn, 1810 wurde er Statthalter Niederösterreichs, 1814 Hofkommissar der Illyrischen Provinzen und 1815 Gouverneur der Lombardei. Im Jahr 1817 wurde er zum Obersten Kanzler in der Wiener Stadtregierung ernannt und 1830 zum Botschafter von Florenz.

 

Dort verstarb Saurau am 9.6.1832. Die von Joseph Haydn 1796/97 komponierte „Kaiserhymne“ verdankt ihre Existenz ebenfalls der Initiative Sauraus, der damit das patriotische Bewusstsein in der Zeit der Napoleonischen Kriege stärken wollte.

Neue Galerie Graz

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