Zu viel ist nicht genug!

Die Schenkung „Sammlung Artelier“

15.02.-25.08.2019


Eröffnung: 14.02.2019, 18 Uhr
Kuratiert von: Friedrich Tietjen

Zu viel ist nicht genug! Die Schenkung „Sammlung Artelier“
Video: © J.J. Kucek

Über die Ausstellung

In der Siebdruckerei des Grazer Unternehmens Schilcher & Sohn KG entstand 1985 ein eigener Produktionsbereich für künstlerischen Siebdruck, Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitung. Auf diese Weise entstanden mehr als 500 Editionen nationaler sowie internationaler Künstlerinnen und Künstler, welche den Kern der Sammlung der Edition Artelier bilden.

Bereits im Jahr 1998 präsentierte die Neue Galerie Graz in Zusammenarbeit mit der Galerie & Edition Artelier GmbH in einer umfangreichen Ausstellung im Künstlerhaus Graz Teile der bis dahin erschienenen Editionen.

Als Dank für diese Kooperation übergab das Artelier der Neuen Galerie Graz ein Konvolut von Editionen als Schenkung. 2016 beendete die Edition Artelier die Produktion und das Verlegen von Editionen. Um die Kontinuität der in 30 Jahren entstandenen Sammlung serieller Kunst und die Dokumentation der kulturhistorischen Arbeit der Edition Artelier zu gewährleisten, legten die Artelier Collection GmbH sowie die weiteren Eigentümer der Kunstwerke ausgewählte Objekte dieser Kunst- und Dokumentationssammlung durch eine Schenkung im Jahr 2015 in die Hände der Neuen Galerie Graz.

Das Museum würdigt diese großzügige Schenkung 2019 mit einer Ausstellung, wobei insbesondere der Stellenwert der seriellen Kunst, das Wesen einer „Kunst ohne Unikat“, im Kontext von Begriffen wie Original und Kopie untersucht wird.

Künstler/innen der Schenkung „Sammlung Artelier“:

Vito Acconci, Robert Adrian X, Iris Andraschek, Ian Anüll, John M. Armleder, Christian Ludwig Attersee, Christian Bachler, Rudolf Bährend, John Baldessari, Eliška Bartek, Thomas Baumann, Thomas Bayrle, Mohamed el Baz, Wolfgang Becksteiner, Michaela Berger, Madeleine Berkhemer, Heiner Blum, Erwin Bohatsch, Cosima von Bonin, Ecke Bonk, Monica Bonvicini, Herbert Brandl, Nikolaus Breisach, Gilbert Bretterbauer, Norbert Brunner, Günter Brus, Max Bühlmann, Angela Bulloch, Marie José Burki, Ernst Caramelle, Clegg & Guttmann, Peter Cook, Georgia Creimer, Franz Josef Czernin, Josef Danner, Jiří David, Dejanov/Heger, Johannes Deutsch, H.M. Doppler, Bronislava A. Dubner, Manfred Erjautz, EVA & ADELE, Günther Förg, Colin Fournier, Peter Friedl, Heinz Gappmayr, G.R.A.M., Jakob Gasteiger, Kendell Geers, Marcus Geiger, Hermann Glettler, Manuel Gorkiewicz, Franz Graf, Konstantin Grcic, Thomas Grünfeld, Martin Guttmann, Roman Haubenstock Ramati, Thilo Heinzmann, Richard Hoeck, Sabina Hörtner, Axel Huber, Markus Huemer, Leiko Ikemura, IRWIN, Hans Jandl, Georg Jirak, Ronald Jones, Franco Kappl, Michael Kienzer, Orhan Kipcak, Martin Kippenberger, Udo Koch, Peter Kogler, Zenita Komad, Joseph Kosuth, Brigitte Kowanz, Richard Kriesche, Andreas Kunzmann, Hans Kupelwieser, Louise Lawler, Sol LeWitt, Thomas Locher, Gerhard Lojen, Hans-Jörg Mayer, Feng Mengbo, Anna Meyer, John Miller, Lisa Milroy, Hoshyar Mohiden, Rudi Molacek, Jonathan Monk, Matt Mullican, Christian Philipp Müller, Muntean / Rosenblum, Tadeusz Myslowski, Maurizio Nannucci, Stefan Nessmann, Flora Neuwirth, Night & Day, Lucia Nogueira, Albert Oehlen, Tobias Rehberger, Werner Reiterer, Rivka Rinn, Gerwald Rockenschaub, Martha Rosler, Kurt Ryslavy, Chéri Samba, Eva Schlegel, Jörg Schlick, Hubert Schmalix, Ferdinand Schmatz, Ira Schneider, Michael Schuster, Achim Simon, SKART, Hartmut Skerbisch, Gunther Skreiner, Kiki Smith, Werner Stadler, Haim Steinbach, Christoph Steinbrener, Thomas Stimm, Christian Stock, Esther Stocker, Wolfgang Stückler, Milica Tomić, Josef Trattner, Gustav Troger, Mitja Tušek, Hartmut Urban, Matta Wagnest, Martin Walde, Franz Wanner, Peter Weibel, Hans Weigand, Markus Wilfling, Fred Wilson, Josef Windisch, Günther Wizemann, Hansi Woertl, Manfred Wolff-Plottegg, Erwin Wurm, Joseph Zehrer, Michael Zinganel, Otto Zitko, Heimo Zobernig

Aus dem Programm

 15.02.-
19.05.2019

Ausstellung

> Kunsthaus Graz

Di 26.02.

16:00-17:00

Zur Ausstellung

> Neue Galerie Graz

Do 28.02.

15:00-16:00

Zur Ausstellung

> Neue Galerie Graz

Di 19.03.

10:00-17:00

Oma-und-Opa-Tag

Veranstaltung> Neue Galerie Graz

Veranstaltung

> Neue Galerie Graz

Fr 19.04.

15:00

Filtercafé: undsoweiterundsofort

Veranstaltung> Neue Galerie Graz

Veranstaltung

> Neue Galerie Graz

Ausstellungsrundgang

Raum 1 (Öffnen mit Klick) Expand Box

Über gut 30 Jahre hinweg wurden vom Artelier rund 500 Editionen produziert und verlegt. Exemplare von mehr als 200 dieser Editionen sind in diesem Raum präsentiert. Ein großer Teil davon sind Grafiken, vor allem Siebdrucke, viele davon in Mappen und Serien.

Aber ein etwa ebenso großer Teil sind Objekte, die teils künstlerische Überarbeitungen industriell hergestellter Objekte sind oder vollständig neu produziert wurden. In der Vielfalt ihrer Formen, Materialitäten und Erscheinungen sind sie Ausdruck davon, wie verschieden Kunst sein kann. Gleichzeitig lassen sie die Grenzen zwischen

Bildergalerie Raum 1

Raum 2: Alltag und Editionen (Öffnen mit Klick) Expand Box

Serielle Kunst hat ihren Ort häufig in den privaten und halbprivaten Räumen der Wohnung und des Arbeitsplatzes. Dort konkurriert und koexistiert sie mit den vielfältigen Gegenständen des alltäglichen Lebens. Manche der Arbeiten sind diesen Gegenständen dabei so ähnlich, dass sie ebenso verwendbar wären wie diese, und sie sparen dabei nicht mit Witz.

Andere Arbeiten nehmen die Formen und Materialitäten solcher Gegenstände auf, verfremden sie jedoch bis zur Unbrauchbarkeitund führen sie so zurück in die Sphäre des künstlerischen Werkes, dessen Gebrauchswert vor allem darin besteht, ein ästhetisches Objekt zu sein.

Bildergalerie Raum 2

Raum 3: Autorschaft (Öffnen mit Klick) Expand Box

Bei vielen Arbeiten aus dem Artelier ist auffällig, wie offen und hybrid die Autorschaft erscheint. So können zwei Künstler/innen zu einem gemeinsamen Autorensubjekt verschränkt sein, bei dem die Anteile der einzelnen Personen an den Arbeiten nicht voneinander zu trennen sind. Manche Künstler/innen nehmen die Arbeiten von anderen Kunstschaffenden auf, überarbeiten sie, führen sie weiter und interpretieren so Intentionen und Bildfindungen ihrer Kolleginnen/Kollegen. In wieder anderen Fällen kommt es zu Koproduktionen, bei denen sich eine neue Arbeit aus den Beiträgen anderer Kolleginnen/Kollegen zusammensetzt.

Mal subtil, mal ironisch wird auf diese Weise die in der Kunst und der Kunstgeschichte so zentrale Kategorie der Autorin/des Autors in Frage gestellt. Und gleichzeitig wird an solchen Arbeiten deutlich, dass kein Kunstwerk für sich, sondern jedes in Traditionen steht.

Bildergalerie Raum 3

Raum 4: Unikate und Serien (Öffnen mit Klick) Expand Box

Oft handelt es sich bei Kunstwerken – vor allem bei Skulpturen, Gemälden, Installationen – um Unikate: Es gibt dann nur ein einziges, solitäres Objekt. Im Artelier wurde Kunst in Serien, in Wiederholungen hergestellt, und dieser Modus der Produktion wurde immer wieder variiert: Zuweilen sorgen Unwägbarkeiten im Herstellungsprozess dafür, dass sich die einzelnen Stücke deutlich voneinander unterscheiden.

Bei anderen Arbeiten sind künstlerische Vorgaben für diese Unterschiede verantwortlich, die zum Teil auch mit der Auswahl des Materials oder mit den Eingriffen der Autorinnen/Autoren zu tun haben. Und schließlich kann die Serialität selbst zum Thema und Motiv werden. Doch ob die Unterschiede zwischen den einzelnen Ausführungen deutlich sichtbar sind oder nicht: In jedem Fall gilt, dass alle Exemplare einer Edition gleichwertig sind.

Bildergalerie Raum 4

Raum 5: Sehen und aneignen (Öffnen mit Klick) Expand Box

In Museen dürfen die meisten Dinge nicht berührt werden, und auch daheim hängen Bilder oft von Rahmen geschützt an der Wand und liegen Kunstobjekte in Regalen oder hinter Glas. So ist Kunstrezeption vor allem eine Sache der Augen, und manche Arbeiten reflektieren das im Sinne des Wortes, wenn spiegelnde Oberflächen zwar ein Bild zurückwerfen – nur eben nicht jenes, das man aus dem Badezimmer kennt. Andere Arbeiten stellen die Unmittelbarkeit des Blicks grundsätzlich infrage, indem sie entweder die Grenzen der Sehkraft ausloten oder ihren Gegenstand nicht genau erkennen lassen.

Werden so die Möglichkeiten wie die Grenzen der visuellen Aneignung von Kunst vorgestellt, so machen andere Arbeiten deutlich, dass der Blick nicht das einzige Medium der Aneignung von Kunst ist: Indem sie zur Benutzung der Arbeit einladen, machen sie spielerisch den Anteil der Rezeption an der Vollendung von Kunst deutlich. Und so flüchtig und fast berührungslos diese Rezeption auch ausfallen mag – sie kann in die Erscheinung der Werke eingreifen und gibt ihnen ihre eigene Einmaligkeit.

Bildergalerie Raum 5

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