Alwine Hotter

Eine Grazer Expressionistin

10.06.-23.07.2006


Eröffnung: 09.06.2006, 18 Uhr
Kuratiert von: Gudrun Danzer

Ort: Hofgalerie der Neuen Galerie Graz


Vor einiger Zeit wurde der Neuen Galerie Graz im Zuge eines Legates ein Ölbild von Alwine Hotter, "Portrait des Architekten Rudolf Hofer" aus den 1920er Jahren übergeben. Die erstaunliche Qualität des Bildes ließ den Wunsch nach einer intensiveren Beschäftigung mit dieser Grazer Künstlerin entstehen, die von der regionalen Kunstgeschichtsschreibung bislang kaum wahrgenommen wurde.

Hotter kam 1895 in einer gutbürgerlichen Grazer Familie zur Welt. Sie studierte von 1912 bis 1915 an der Grazer Landeskunstschule bei den Professoren Anton Marussig und Alfred von Schrötter, später einige Monate lang in München bei den Professoren Knirr und Gröber. 1919 beteiligte sie sich an der Gründung des Werkbundes "Freiland". Dieser Künstlerverein bestand zwar nur wenige Jahre lang, hatte jedoch in der Aufbruchszeit nach dem Ersten Weltkrieg für das Grazer Kulturleben große Bedeutung als Vorläufer der Grazer Sezession. Hotter gehörte zu den fortschrittlichen Mitgliedern dieser Vereinigung, die sich damals gegen die heftige Kritik von Publikum und Presse für den Expressionismus engagierte. Freundschaftliche Beziehungen verbanden sie mit dem Künstlerkreis um Paul Schmidtbauer, mit dessen Familie sie bis ins hohe Alter in Verbindung blieb.

Aus ihrem malerischen Werk ragen besonders die Portraits hervor, die eine sensible Annäherung an die Charaktere der Dargestellten auszeichnet. Gesellschaftskritik und ein Interesse für Jenseitig-Mystisches, Erotisches und (Alb-)Traumhaftes äußert sich in ihren graphischen Arbeiten (Tuschfederzeichnungen und Druckgraphik), die sie oft in zyklischer Form angelegt hat. Doch beschränkte sich Hotter in ihrer künstlerischen Tätigkeit nicht auf diese klassischen Techniken. Im Sinne der Werkbundidee befasste sie sich mit der Gestaltung des gesamten Lebensumfeldes: Ihr selbst gebautes Ferienhaus versah sie mit Reliefs und Schnitzereien, verfertigte Gebrauchsgegenstände und Mobiliar oder beschäftigte sich mit der Restaurierung von Bauernmöbeln. Insgesamt ergibt sich das Bild einer faszinierenden Frau und einer vielseitigen Künstlerin, deren Werk in Malerei, Graphik und Kunstgewerbe es wieder zu entdecken gilt.

Neue Galerie Graz

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