Walter Ritter (1904–1986)

Ein archaischer Moderner

28.05.-27.06.2004


Eröffnung: 27.05.2004, 19 Uhr
Kuratiert von: Günther Holler-Schuster

Ort: Hofgalerie der Neuen Galerie Graz


Zur Wiederkehr des hundertsten Geburtstages von Walter Ritter veranstaltet die Neue Galerie Graz diese Gedächtnisausstellung eines der bedeutendsten österreichischen Bildhauer. Sein künstlerischer Werdegang war schon früh geprägt von zahlreichen internationalen Ausstellungen und Aktivitäten. So war er 1953 zur Biennale in Sao Paulo eingeladen, 1947 nahm er an einer Ausstellung des Art Clubs in Rom teil, 1936 erfolgte eine Einladung zur Biennale von Venedig und 1935 war er mit einer drei Meter hohen Plastik einer sitzenden Madonna bei der Weltausstellung von Brüssel vertreten. Ritter wurde 1934 Mitglied der Grazer Sezession, wo er sich bis 1937 an deren Jahresausstellungen beteiligte. Seine Ausbildung genoss er von 1921 bis 1925 an der Grazer Kunstgewerbeschule in der Fachklasse für Holz- und Steinbildhauerei bei Wilhelm Gösser und später, ab 1926, an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er bis 1928 bei Josef Müllner studierte. Die Fachklasse für Holz- und Steinbildhauerei an der Grazer Kunstgewerbeschule übernahm Walter Ritter ab 1946 als Leiter. Zwei Jahre später ereilte ihn ein Ruf aus Linz, dem er folgte und wo er den Aufbau einer Bildhauereiklasse an der damals gerade neu gegründeten Kunstschule leitete.

Sein im Sinne der klassischen Moderne entwickeltes Formenrepertoire lässt Anklänge an die Kulturen der Frühzeit erkennen. Etruskische, griechische oder ägyptische Einflüsse verarbeitete er in immer wiederkehrenden Motiven, bspw. in seinen Jongleuren. In zahlreichen Zeichnungen finden sich oft Tendenzen der Neuen Sachlichkeit.

Er unternahm sehr früh (1925) eine Reise nach Afrika, die sicherlich einen großen Eindruck auf den werdenden Künstler machte. Seine Reisebegleiter waren damals u.a. Herbert Eichholzer und Ferdinand Bilger. Die beiden Freunde waren zusammen mit Anna-Lülja Simidoff, Axl Leskoschek und Kurt Neumann sein prägendes Umfeld. Dieser linksintellektuelle Kreis traf sich häufig im Landhaus der Familie Feuerlöscher in Prenning bei Übelbach, wo man zeitweise in einer kommunenartigen Struktur zusammenlebte.

Ritter verließ das anschlussbegeisterte Graz 1938 aus Angst vor dem Nationalsozialismus. In Berlin wollte er in der Anonymität der Großstadt untertauchen. 1939 kehrte er jedoch von dort zurück nach Graz, wo er sich an Treffen der Widerstandsgruppe um Herbert Eichholzer beteiligte.

Walter Ritters bewegtes Leben endete 1986. Ein Jahr zuvor erhielt er den "Würdigungspreis für bildende Kunst" des Landes Steiermark und 1990 ehrte ihn die ehemalige Linzer Kunstschule mit einer umfangreichen Gedächtnisausstellung.

In der Sammlung der Neuen Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum befinden sich zahlreiche plastische und grafische Werke Walter Ritters, die zu seinen zentralsten gehören. Dieser Bestand ist vor allem einer großzügigen Schenkung des Künstlers zu verdanken. Es ist der Neuen Galerie Graz ein besonderes Anliegen, mit dieser Ausstellung an den so bedeutenden und einflussreichen Künstler Walter Ritter zu erinnern.

Neue Galerie Graz

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