Peter Sommerauer

Viribus Unitis Class

21.01.-20.02.2005


Eröffnung: 20.01.2005, 19 Uhr
Kuratiert von: Günther Holler-Schuster

Ort: Studio der Neuen Galerie Graz

Zur Eröffnung der Ausstellung spricht Genoveva Rückert vom O.K - Centrum für Gegenwartskunst in Linz.


Der aus Linz stammende Künstler Peter Sommerauer bewegt sich, wie viele Künstler und Künstlerinnen, in seinem Werk sowohl zwischen verschiedenen inhaltlichen wie auch unterschiedlichen formalen Bereichen. Seine Ausbildung (Kunstuniversität Linz, University of East London, Design Labor Bremerhaven) führte ihn auch beständig in diese Zwischenbereiche des künstlerischen Gestaltens der künstlerischen Konzeption, die als Methode der Kontextualisierung funktioniert.

Mit unterschiedlichen Medien umkreist Sommerauer Themenzusammenhänge und lässt sie zum Einen so existieren wie man sie kennt bzw. wiedererkennt, zum Anderen führt er Konsequenzen ein, die in scheinbar andere Bereiche führen. So auch hier in Graz im Studio der Neuen Galerie, wenn er sich mit dem Mythos und der Technologie eines der zu seiner Entstehungszeit fortschrittlichsten Kriegsschiffe auseinandersetzt. Es handelt sich dabei um die "Viribus Unitis", die zusammen mit ihren drei Schwesternschiffen den Stolz der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine darstellte. Das Schiff war der Inbegriff an Modernität in einer Disziplin, die sich nicht für ein derartiges Land anbietet, denn Neuerungen im Schiffbau werden eher von den klassischen Seefahrernationen (England, Frankreich, Spanien, Italien, USA, Deutschland etc.) erwartet und auch gemacht.

Sommerauer ist aber nicht an der Glorifizierung österreichischen Ingenieurswesens interessiert, sondern vielmehr an der Verschränkung der formalen Elemente sowohl des Schiffes - das auch räumliche Präsenz hat - wie des Ausstellungsraumes, und dessen Einrichtung. Aus dem Schiff wird in einer ausschnitthaften Rekonstruktion eines Teiles der Kommandobrücke eine Rauminstallation. Man kann sie zwar begehen, jedoch nicht in der Weise wie das "Original", sondern nur gewisse Passagen sind zugänglich. Als Kenner des Schiffsbaues ist Sommerauer mit Konstruktionsschritten vertraut. Derartige "Mock-Ups" (partielle 1:1 Realisierungen) wirken unweigerlich skulptural und abstrakt. Als Besucher bewegt man sich zwar in zwei dreidimensionalen Räumen (dem des Studios und dem Teil des Schiffes), die Erfahrungen, die man macht, sind jedoch sehr abstrakt. Dafür sorgt gleichsam die Fülle der nebeneinander existierenden "Abbildungstechniken". Historisches Recherchematerial (Pläne), freie assoziative Narration (Video), musterartige Darstellungen (Gemälde), Modellbau eines Teils vom Schiff (Installation, Architektur) sowie die Transferierung in eine Möbelserie (Design, Skulptur) sind die Inhalte dieses "Versuchsstandes", der als höchst vitale Ausstellung funktioniert.

Kronprinz Franz-Ferdinand, der in Sarajevo ermordet wurde, war ein großer Verfechter und Förderer der österreichisch-ungarischen Marine. Er wurde im Nachbarhaus der Neuen Galerie, dem Palais Khuenburg heute Grazer Stadtmuseum, geboren. Ein Modell der "Viribus Unitis" befindet sich in diesem Museum. Der Anker des Schiffes ist in Venedig vor dem Arsenal aufgestellt.

(Günther Holler-Schuster)

 

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