Jutta Strohmaier

Im Dickicht

26.08.-25.09.2005


Eröffnung: 25.08.2005, 19 Uhr
Kuratiert von: Günther Holler-Schuster

Ort: Studio der Neuen Galerie Graz


Die Neue Galerie setzt mit der Ausstellung „Im Dickicht“ von Jutta Strohmaier eine Serie von Positionen zur Skulptur fort.

 

Die skulpturale Qualität von Jutta Strohmaiers Arbeit „Im Dickicht“ besteht in der Transformation der Realität ins Bild und von dort durch die Zuhilfenahme des elektronischen Hilfsmittels — des Lichts — in eine räumliche Konfiguration. „Environment“ oder „Ambiente“ waren die Begriffe, die man für avancierte skulpturale Ausformungen in den 1960er Jahren einführte, um die Erweiterung der traditionellen Kategorien zu beschreiben. Begehbare Situationen dreidimensionaler Art waren damit gemeint, die zwischen Bild, Skulptur und Architektur keinen Unterschied mehr machten und so eine neue erlebbare Realität erzeugten. Jackson Pollock hatte in seinen überdimensionalen Drippings schon wesentlich früher auf die Bewegung im Raum hingewiesen. Allerdings war in seinen Überlegungen doch primär der Künstler im Zentrum, dessen Bewegung im Raum das Bild entstehen ließen. So sehr der Betrachter auch Mühe hatte, das Bildgeviert durch seine Größe als solches zu erkennen, es war Malerei. Die abstrakte Linienstruktur der Drippings könnte bei narrativem Zugang zur Hecke werden — zum Bild einer Hecke.

 

Jutta Strohmaiers Arbeit hat den Titel „im Dickicht, nicht „Dickicht. Sie ist eine Positionsbestimmung im Raum und nicht die Benennung eines Objektes. Die Künstlerin changiert dabei zwischen mehreren Dimensionen der Darstellung. Die Instabilität visueller Wahrnehmung ist eine Tatsache, auf die die Künstlerin verweist; auch in ihren Fotogrammen, wo sie die unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten von Realien in verschiedenen Medien zeigt. Die Darstellung ein und desselben menschlichen Kopfes sieht in der Malerei, der Skulptur, der Fotografie, im Film, im Röntgenbild oder gar in der oralen Beschreibung vollkommen anders aus.

 

Alle Darstellungsmedien sind somit eine Art Abstraktion der Realie, von der sie einst ausgegangen sind. Sie vermitteln zwischen dem, was wir tatsächlich vorfinden und dem, was uns die „Übersetzung“ zeigt. In den Medien liegt etwas Poetisches; sie erscheinen eigenständig, als hätten sie ihre Referenz zum Realen nicht nötig. Sie können aber nicht ohne die Erinnerung ans Reale existieren. In dieser Erinnerung steht ein wesentlicher Grund für ihre Verwechselbarkeit mit dem Realen. Wie sonst könnten wir eine unregelmäßige, Anordnung von verschieden gekrümmten Linien in unterschiedlicher Stärke und Grauwerten an einer weißen Mauer als „Hecke“ — als etwas, das sogar aus der Natur kommt — lesen. Das Schattenbild einer ohnehin schon abstrakt anmutenden weißen Schablone, die im Raum hängt, bildet diese Hecke, dieses Dickicht.

 

Günther Holler-Schuster

Neue Galerie Graz

Joanneumsviertel, Zugang Kalchberggasse
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

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